
US-Taiwan Handelsabkommen: Zölle gesenkt, Milliarden-Käufe vereinbart
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Die Vereinigten Staaten und Taiwan haben ein weitreichendes Handelsabkommen unterzeichnet, das Zölle auf taiwanesische Exporte auf 15 Prozent senkt und den taiwanesischen Markt für US-Waren öffnet. Dieser Pakt beinhaltet zudem eine Kaufverpflichtung Taiwans für US-Güter im Wert von über 84 Milliarden US-Dollar und zielt auf eine Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen ab.
Historisches Handelsabkommen besiegelt
Die Vereinigten Staaten und Taiwan haben ein bedeutendes Handelsabkommen besiegelt, das die Zölle auf taiwanesische Exporte auf 15 Prozent festlegt. Dieses Abkommen, das von Beamten der Trump-Administration unterzeichnet wurde, wurde erstmals im Januar angekündigt und am Donnerstag, dem 13. Februar, in Washington offiziell besiegelt. Es positioniert Taiwan zolltechnisch auf eine Stufe mit anderen wichtigen asiatischen Handelspartnern der USA wie Japan und Südkorea sowie der Europäischen Union.
Umfassende Zollsenkungen und Marktzugang
Im Rahmen des Abkommens verpflichtet sich Taiwan, 99 Prozent seiner Zollschranken für US-Industrie- und Agrarimporte zu eliminieren oder zu reduzieren. Dies umfasst einen präferenziellen Marktzugang für eine breite Palette von US-Produkten, darunter Automobile, Rindfleischprodukte, Schweinefleisch und Mineralien. Das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) bestätigte, dass Taiwan zugestimmt hat, langjährige nichttarifäre Handelshemmnisse zu beseitigen, einschließlich der Akzeptanz von US-Fahrzeugen, die den US Federal Motor Vehicle Safety Standards entsprechen, ohne zusätzliche Anforderungen. Taiwan wird zudem Importbeschränkungen für US-Rinderhackfleisch aufheben.
Im Gegenzug werden 2.072 taiwanesische Artikel von reziproken Zöllen befreit und unterliegen lediglich dem Meistbegünstigungszoll (MFN) bei der Einfuhr in die USA. Darunter fallen 261 Agrarprodukte wie Phalaenopsis-Orchideen, Tee, Tapiokastärke, Kaffee, Ananaskuchen, Guaven, Fruchtsäfte und Mangos, die 42 Prozent des taiwanesischen Agrarexportwerts in die USA ausmachen und jährlich 374 Millionen US-Dollar einbringen. Die weiteren 1.811 Industrieprodukte, darunter Funknavigationsgeräte, Kommunikationsinstrumente, Lithium-Ionen-Batterien, Pharmazeutika, Düngemittel und Leichtölprodukte, repräsentieren einen jährlichen Exportwert von 9,56 Milliarden US-Dollar in die USA.
Taiwans Milliarden-Einkaufsverpflichtung
Ein zentraler Bestandteil des Handelsabkommens ist Taiwans Zusage, zwischen 2025 und 2029 US-Waren im Wert von über 84 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Diese umfangreiche Einkaufsverpflichtung soll die US-Wirtschaft stärken und die Handelsbeziehungen vertiefen.
Die detaillierte Liste der geplanten Käufe beinhaltet:
- Flüssigerdgas (LNG) und Rohöl im Wert von 44,4 Milliarden US-Dollar.
- Zivile Flugzeuge und Triebwerke im Wert von 15,2 Milliarden US-Dollar.
- Ausrüstung für Stromnetze, Generatoren, Schiffsausrüstung und Maschinen für die Stahlindustrie im Wert von 25,2 Milliarden US-Dollar.
Halbleiter-Streit und Lieferketten-Strategien
Die Verlagerung von Chip-Lieferketten bleibt ein strittiger Punkt zwischen Taiwan und den USA. Die USA streben an, 40 Prozent der taiwanesischen Halbleiter-Lieferkette in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Im vergangenen Monat warnte US-Handelsminister Howard Lutnick, dass taiwanesische Chip-Unternehmen, die nicht in den USA produzieren, mit einem 100-prozentigen Zoll belegt werden könnten.
Taiwan hat sich jedoch geweigert, 40 Prozent seiner Halbleiterkapazität in die USA zu verlagern. Taiwans oberster Zollverhandlungsführer wies die US-Forderungen zurück und erklärte, eine derart groß angelegte Verlagerung sei nicht realisierbar. Trotzdem haben taiwanesische Technologie- und Chipfirmen zugesagt, mindestens 250 Milliarden US-Dollar in US-Produktionskapazitäten zu investieren, unterstützt durch eine gleiche Summe an staatlichen Krediten. Taiwanesische Halbleiter und verwandte Produkte erhalten zudem die günstigste Behandlung gemäß Sektion 232 des Trade Expansion Act.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. Ltd. (NYSE:TSM) erweitert derweil seine Produktionspräsenz über Taiwan hinaus, um Zollunsicherheiten und China-bezogenen Risiken zu begegnen sowie der steigenden KI-getriebenen Nachfrage nach hochmodernen Chips gerecht zu werden. Die Expansion, beispielsweise mit der Produktion fortschrittlicher Chips in Japan, ist ein strategischer Schritt, um die Produktion zu diversifizieren und sich gegen eine sich ändernde US-Zollpolitik sowie das Risiko einer potenziellen chinesischen Blockade der Insel abzusichern.
Pekings scharfe Kritik
Das Handelsabkommen zwischen den USA und Taiwan hat scharfe Kritik aus Peking hervorgerufen. China kritisierte die Vereinbarung vom Januar und argumentierte, sie würde Taiwans wirtschaftliche Interessen schädigen. Peking warf der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei vor, den USA zu erlauben, die Schlüsselindustrien der Insel auszuhöhlen.
Die von Xi Jinping geführte Nation besteht darauf, dass Taiwan Teil ihres Territoriums ist, eine Behauptung, die die demokratisch regierte Insel entschieden zurückweist. Peking hatte Taiwan zuvor als "das wichtigste Thema" in seinen Beziehungen zu den USA bezeichnet. Berichten zufolge forderte der chinesische Präsident in einem früheren Gespräch mit Präsident Donald Trump die USA auf, Waffenverkäufe an Taiwan vorsichtig und umsichtig zu handhaben.