
US-Ukraine-Russland: Friedensgespräche in Genf gehen weiter
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Die Delegationen der Vereinigten Staaten, der Ukraine und Russlands setzen am Mittwoch in Genf ihre trilateralen Friedensgespräche fort. Nach den ersten Sitzungen am Dienstag, dem 17. Februar 2026, äußerten sich die Beteiligten verhalten optimistisch über die erzielten Fortschritte, während die militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine unvermindert weitergehen.
Fortsetzung der Gespräche in Genf
Die dritte Runde der von den USA vermittelten Gespräche begann am Dienstag in der Schweizer Stadt. Zuvor fanden bereits zwei Runden Ende Januar in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Die Schweiz fungiert dabei in ihrer traditionellen Rolle als neutraler Vermittler, wie der Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis bei der Eröffnung betonte.
US-Sondergesandter Steve Witkoff, der die amerikanische Delegation gemeinsam mit Jared Kushner leitet, erklärte auf X, dass beide Seiten zugestimmt hätten, auf ein Friedensabkommen hinzuarbeiten. Er sprach von "bedeutendem Fortschritt" und betonte die Rolle von Präsident Donald Trump bei der Zusammenführung der Konfliktparteien.
Inhaltliche Schwerpunkte und Erwartungen
Rustem Umerov, Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine und Leiter der ukrainischen Delegation, teilte auf Telegram mit, dass die Teilnehmer die Ergebnisse der Gespräche erörtert und Ansätze für weitere Schritte abgestimmt hätten. Die Diskussionen konzentrierten sich auf "praktische Fragen und die Mechanismen möglicher Lösungen" sowie auf "Sicherheits- und humanitäre Fragen".
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte im Vorfeld angekündigt, dass diese Runde ein breiteres Spektrum an Themen abdecken werde als die vorherigen Treffen in Abu Dhabi. Dazu gehören auch "die Hauptfragen, die sowohl die Territorien als auch alles andere im Zusammenhang mit unseren Forderungen betreffen." Trotzdem waren die Erwartungen an einen sofortigen Durchbruch gering, da die Positionen in zentralen territorialen Fragen weiterhin weit auseinanderliegen.
Positionen der Konfliktparteien
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Dienstagabend in den sozialen Medien, er erwarte einen Bericht seines Verhandlungsteams. Er betonte: "Die Ukraine ist bereit. Wir brauchen keinen Krieg. Und wir handeln immer symmetrisch – wir verteidigen unseren Staat und unsere Unabhängigkeit." Er fügte hinzu: "Ebenso sind wir bereit, schnell auf ein gerechtes Abkommen zur Beendigung des Krieges hinzuarbeiten. Die einzige Frage ist an die Russen: Was wollen sie?" Selenskyj forderte zudem die internationalen Partner auf, den Druck auf Russland wegen der anhaltenden Angriffe auf ukrainische Städte und kritische Infrastruktur zu erhöhen.
Russische Beamte hielten sich mit öffentlichen Äußerungen zu den Gesprächen bedeckt. Kreml-Sprecher Peskow sagte, es seien "keine Ankündigungen in dieser Angelegenheit geplant. Alles wird für die Presse geschlossen sein." Die russische Delegation wird von Wladimir Medinski geleitet, einem Berater von Präsident Wladimir Putin. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete in einem Interview jeden Schritt, der zu einer Lösung führen könnte, als "von großer Bedeutung", warf aber gleichzeitig europäischen Partnern vor, die Verhandlungen zu sabotieren.
Humanitäre Lage und militärische Aktivitäten
Trotz der laufenden Friedensgespräche in Genf setzten die Ukraine und Russland ihre nächtlichen Drohnen- und Raketenangriffe fort. Die ukrainische Luftwaffe meldete am Mittwochmorgen, dass Russland über Nacht eine Rakete und 126 Drohnen auf das Land abgefeuert habe, von denen 100 abgeschossen oder unterdrückt wurden. Sechs Menschen wurden bei einem russischen Angriff auf Saporischschja am Dienstagabend verletzt, eine Person kam ums Leben. Die Angriffe konzentrieren sich im vierten Kriegswinter weiterhin auf Energieziele, was Millionen von Ukrainern bei bitterer Kälte in periodische Dunkelheit stürzt.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte unterdessen, seine Streitkräfte hätten über Nacht mindestens 43 ukrainische Drohnen abgeschossen. Die russische Föderale Agentur für Lufttransport, Rosawiazija, meldete vorübergehende Flugbeschränkungen an Flughäfen in Wolgograd, Saratow, Tscheboksary, Kasan und Kaluga.
Internationale Beteiligung und Vermittlerrolle
Neben den direkten Verhandlungen trafen sich europäische Vertreter aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien und der Schweiz in Genf mit den ukrainischen und US-Delegationen. Rustem Umerov betonte die Wichtigkeit, "eine gemeinsame Vision und Koordination der Maßnahmen zwischen der Ukraine, den USA und Europa aufrechtzuerhalten." Die Gespräche finden eine Woche vor dem vierten Jahrestag der umfassenden russischen Invasion in der Ukraine statt.