US-Verkäufe von venezolanischem Öl: Höhere Preise und Milliardeninvestitionen geplant

US-Verkäufe von venezolanischem Öl: Höhere Preise und Milliardeninvestitionen geplant

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Die Vereinigten Staaten haben mit dem Verkauf von venezolanischem Rohöl begonnen und erzielen dabei deutlich höhere Preise als zuvor. Nach der Gefangennahme des ehemaligen Präsidenten Nicolas Maduro durch US-Spezialkräfte Anfang des Monats, wurden bereits erste Ölverkäufe im Wert von rund 500 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Weitere Verkäufe werden in den kommenden Tagen und Wochen erwartet.

US-Verkäufe von venezolanischem Rohöl starten mit deutlichen Preissteigerungen

US-Energieminister Chris Wright erklärte am Donnerstag, dass die USA etwa 30 % höhere Preise für venezolanisches Rohöl erzielen, als Venezuela noch vor drei Wochen für dasselbe Barrel Öl erhielt. Die genauen Preise nannte Wright bei einer Veranstaltung der U.S. Energy Association nicht. Ein Sprecher des US-Energieministeriums bestätigte den ersten Verkauf. Das Schiff Nave Photon, beladen mit Rohöl aus Venezuela, dockte am 15. Januar 2026 in Port Freeport, Texas, an.

Diese Entwicklung steht im Kontrast zu den jüngsten Erfahrungen Venezuelas auf dem Ölmarkt. Im Dezember forderten asiatische Käufer aufgrund eines Überangebots an sanktioniertem Öl aus Russland und dem Iran sowie erhöhter Risiken beim Verladen in Südamerika tiefe Rabatte auf venezolanisches Rohöl. Die staatliche Ölgesellschaft PDVSA war gezwungen, die Preise zu senken, wobei der Abschlag zum Brent-Rohöl doppelt so hoch war wie im Vorjahr. Venezuelas Flaggschiff Merey Schweröl wurde chinesischen unabhängigen Raffinerien im Dezember sogar 14 US-Dollar pro Barrel unter dem Brent-Preis angeboten.

Langfristige Pläne und Venezuelas Ölreserven

Präsident Donald Trump kündigte letzte Woche an, dass Venezuela zwischen 30 Millionen und 50 Millionen Barrel Öl, die derzeit unter US-Sanktionen stehen, übergeben werde. Dieses Öl soll zu den jeweils geltenden Marktpreisen verkauft werden. Trump betonte in einem Social-Media-Beitrag, dass er die Erlöse kontrollieren werde, um sicherzustellen, dass die Gelder sowohl Venezuela als auch den USA zugutekommen. Dies sei nur die erste Tranche, da das Energieministerium mitteilte, dass die Ölverkäufe aus Venezuela "auf unbestimmte Zeit" fortgesetzt werden. Ein US-Beamter erwähnte zudem einen 2-Milliarden-Dollar-Deal zwischen Caracas und Washington, der die ersten Verkäufe umfasst.

Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Rohölreserven von etwa 303 Milliarden Barrel. Jedoch haben jahrelange Unterinvestitionen die Ölindustrie des Landes stark beeinträchtigt. Die Produktion liegt derzeit bei rund 800.000 Barrel pro Tag, verglichen mit einem Höchststand von 3,5 Millionen Barrel pro Tag in den 1990er Jahren.

Milliardeninvestitionen und Herausforderungen für den Energiesektor

Präsident Trump gab zudem bekannt, dass Ölunternehmen mindestens 100 Milliarden US-Dollar investieren würden, um Venezuelas Energiesektor wiederaufzubauen. Die USA würden für Sicherheit sorgen, um Investoren starke Renditen zu gewährleisten. Er traf sich im Weißen Haus mit führenden Vertretern der Ölindustrie von Exxon, Chevron, ConocoPhillips, Halliburton, Valero und Marathon, um über Investitionen in Venezuela zu sprechen.

Der CEO von Exxon, Darren Woods, äußerte sich jedoch skeptisch gegenüber Trump und erklärte, der venezolanische Markt sei in seinem derzeitigen Zustand "nicht investierbar". Venezuela hatte 2007 Vermögenswerte von Exxon und Conoco beschlagnahmt, und Caracas schuldet den Unternehmen Milliarden von Dollar aus ausstehenden Schiedsverfahren.

Globale Marktlage und Expertenmeinung

Die aktuellen Entwicklungen finden in einem globalen Ölmarkt statt, der im vergangenen Jahr mit einem Angebotsüberhang zu kämpfen hatte, der die Preise belastete. Brent-Futures stiegen zuletzt um 0,14 % auf 63,85 US-Dollar pro Barrel, während der US-West Texas Intermediate (WTI) Rohölpreis um 0,2 % auf 59,31 US-Dollar zulegte. Dies folgte auf einen starken Rückgang am Donnerstag, da Händler Spannungen zwischen den USA und dem Iran offenbar ignorierten.

Baron Lamarre, ehemaliger Handelschef bei Petronas und Mitbegründer von Index, kommentierte die Situation: "Venezuelas Ölproblem ist nicht technischer oder kommerzieller Natur, es ist grundlegend menschlich und politisch." Er fügte hinzu: "Solange Investoren kein Vertrauen in eine langfristige politische Kontinuität haben, wird Kapital vorsichtig, inkrementell und bedingt bleiben."

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