
US-Verteidigungshaushalt: Milliarden für "Golden Fleet" und Schiffbau
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Der jüngste Haushaltsentwurf von Präsident Donald Trump für das Fiskaljahr 2027 sieht eine signifikante Aufstockung der Verteidigungsausgaben vor. Mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Billionen US-Dollar und einer Erhöhung um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr markiert dieser Entwurf den höchsten Anstieg seit Jahrzehnten. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist die massive Investition in den Schiffbau der US-Marine, um die Flotte zu modernisieren und zu erweitern.
Massiver Anstieg der Verteidigungsausgaben
Der von Präsident Trump am Freitag vorgelegte Haushaltsvorschlag für das im Oktober beginnende Fiskaljahr 2027 beläuft sich auf 1,5 Billionen US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 44 Prozent und ist die höchste Erhöhung seit Jahrzehnten. Im Vergleich zum Jahr 2026, in dem die Verteidigungsausgaben bei rund 1 Billion US-Dollar lagen, bedeutet dies eine Steigerung um 500 Milliarden US-Dollar. Das Weiße Haus begründet diesen Schritt damit, "die Einsatzbereitschaft und Tödlichkeit der Streitkräfte wiederherzustellen, indem sichergestellt wird, dass Amerikas Krieger ausgebildet, ausgerüstet und medizinisch bereit sind, zu kämpfen und zu gewinnen."
Gleichzeitig schlägt der Präsident eine Kürzung der nicht-verteidigungsbezogenen diskretionären Ausgaben um 10 Prozent vor. Diese Haushaltsentscheidungen spiegeln die politischen Prioritäten der Regierung wider, insbesondere im Vorfeld der Zwischenwahlen 2026. Der Entwurf beinhaltet zudem eine Gehaltserhöhung von 5 bis 7 Prozent für Militärpersonal, während Tausende von Soldaten aktiv im Einsatz sind.
Milliarden für den Schiffbau der US-Marine
Ein wesentlicher Bestandteil des Verteidigungsbudgets sind die 65,8 Milliarden US-Dollar, die für den Schiffbau der Marine vorgesehen sind. Diese Summe stellt eine deutliche Erhöhung gegenüber dem Vorjahr dar und unterstreicht das Bestreben der Trump-Administration, die Flotte und die industrielle Basis auszubauen. Mit diesen Mitteln soll der Bau von 18 Kampfschiffen und 16 Hilfsschiffen unterstützt werden, was der doppelten Anzahl der im letzten Jahr beantragten Schiffe entspricht. Im Fiskaljahr 2026 waren 17 Schiffe mit 27,2 Milliarden US-Dollar budgetiert.
Das Weiße Haus betont die Notwendigkeit dieser Investitionen: "Da die Gewässer auf der ganzen Welt zunehmend umkämpft sind, ist es unerlässlich, dass die Vereinigten Staaten in der Lage sind, die verschiedenen benötigten Marineplattformen effizient zu liefern, einschließlich sowohl Kampffahrzeuge als auch Hilfsschiffe, um die maritime Lageerfassung und Abschreckung zu gewährleisten." Die Mittel sollen auch Werftaufrüstungen finanzieren, um Produktionsverzögerungen zu mindern und die maritime Industriebasis wieder aufzubauen.
Die "Golden Fleet" und das Trump-Klasse Schlachtschiff
Der Haushaltsentwurf beinhaltet die Erstfinanzierung für die neue "Golden Fleet", deren Herzstück das "Trump-Klasse Schlachtschiff" ist. Die Pläne für die "Golden Fleet" und das neue Schlachtschiff als Flaggschiff wurden bereits im Dezember letzten Jahres von der Trump-Administration angekündigt. Diese Schiffe sollen "dominante Feuerkraft und einen entscheidenden Vorteil gegenüber Gegnern liefern, indem sie die fortschrittlichsten Tiefschlagwaffen von heute mit den revolutionären Systemen der kommenden Jahre integrieren", so die Marine.
John Phelan, der Marineminister, erklärte im Dezember, dass das zukünftige "Trump-Klasse Schlachtschiff", die USS Defiant, "das größte, tödlichste, vielseitigste und am besten aussehende Kriegsschiff auf den Weltmeeren sein wird." Präsident Trump selbst behauptete, die Schiffe würden "100-mal mächtiger sein als jedes jemals gebaute Schiff." Die Schlachtschiffe sollen konventionell angetrieben werden und mit High-Tech-Waffen wie Lasern und Hyperschallraketen ausgestattet sein.
Neben dem "Trump-Klasse Schlachtschiff" umfasst die Finanzierung auch:
- U-Boote der Columbia-Klasse und Virginia-Klasse
- Fregatten der nächsten Generation
- Seetransport- und Hospitalschiffe
- Tanker und U-Boot-Tender
- Amphibische Schiffe und Spezialschiffe für die Logistik
Breite Investitionen in moderne Militärtechnologien
Über den Schiffbau hinaus sieht der Haushaltsentwurf weitere umfangreiche Investitionen in moderne Militärtechnologien vor. Dazu gehören die Finanzierung des Raketenabwehrsystems "Golden Dome" und die verstärkte Einführung von Künstlicher Intelligenz. Die Entwicklung des F-47-Kampfjets der sechsten Generation für die Luftwaffe wird fortgesetzt, wobei der Erstflug für 2028 geplant ist.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beschaffung von zwölf "kritischen Munitionen", die als eine der höchsten Finanzierungsprioritäten des Verteidigungsministeriums gelten. Diese Investitionen sollen die Kapazitäten der amerikanischen Verteidigungsindustrie erweitern und eine Grundlage für zukünftige skalierbare Munitionsproduktion schaffen. Zu den Munitionen, die in jüngsten Geschäften zwischen Industrie und Pentagon beschleunigt bestellt wurden, gehören Tomahawk-Marschflugkörper, Standard Missile-6-Abfangraketen, Patriot Advanced Capability-3 (PAC-3)-Abfangraketen und Precision Strike Missiles.
Drohnen und Gegen-Drohnen-Technologien sind ebenfalls als Prioritäten im Budget aufgeführt. Das Weiße Haus strebt "beispiellose Investitionen" in diese Systeme an, um Amerikas Kampfeinheiten mit Drohnen auszustatten und gleichzeitig Schutz vor der Verbreitung kostengünstiger unbemannter Systeme durch Konkurrenten, Schurkenstaaten und nicht-staatliche Akteure zu bieten.
Politische Hürden und wirtschaftliche Implikationen
Der Haushaltsentwurf erfordert die Zustimmung des Kongresses, wo Meinungsverschiedenheiten über Trumps Ausgabenentscheidungen in der Vergangenheit bereits zum längsten Regierungsstillstand in der US-Geschichte führten. Die vorgeschlagene massive Erhöhung der Verteidigungsausgaben bei gleichzeitigen Kürzungen in anderen Bereichen wird voraussichtlich zu Spannungen mit den Demokraten im Kongress führen.
Die Auswirkungen dieser neuen Ausgaben auf das US-Haushaltsdefizit sind unklar, da das Weiße Haus keine Prognosen dazu veröffentlichte. Das Defizit wird laut dem Congressional Budget Office (CBO) voraussichtlich im Fiskaljahr 2026 leicht auf 1,853 Billionen US-Dollar ansteigen. Das Weiße Haus begründet die vorgeschlagenen Einsparungen damit, "woke, waffenbezogene und verschwenderische Programme zu reduzieren oder zu eliminieren und staatliche und lokale Verantwortlichkeiten an ihre jeweiligen Regierungen zurückzugeben."