
US-Wintersturm führt zu Rekord-Flugausfällen: Über 9.900 Flüge gestrichen
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Ein massiver Wintersturm hat den Flugverkehr in den USA massiv beeinträchtigt und zu einer Rekordzahl an Flugausfällen geführt. Am Sonntag wurden über 9.900 US-Flüge gestrichen – die höchste Tageszahl seit Beginn der COVID-19-Pandemie. Die weitreichenden Wetterbedingungen von den südlichen Rockies bis nach Neuengland stellen Reisende und Infrastruktur vor große Herausforderungen.
Rekordzahl an Flugausfällen
Die Vereinigten Staaten erleben derzeit eine der größten Störungen im Flugverkehr seit der COVID-19-Pandemie. Laut der Flugverfolgungswebsite FlightAware wurden am Sonntag mehr als 9.900 US-Flüge annulliert. Diese Zahl übertrifft die Stornierungen vom Samstag, die bei über 4.000 lagen, um mehr als das Doppelte und markiert den höchsten Wert an einem einzelnen Tag seit Beginn der Pandemie. Für Montag sind bereits über 1.800 weitere US-Flüge gestrichen worden. Insgesamt wurden zwischen Samstag und Montag über 13.000 US-Flüge annulliert, wobei einige Quellen von rund 12.000 Annullierungen zwischen Freitagabend und Sonntag sprechen.
Wintersturm legt weite Teile der USA lahm
Der Wintersturm, von einigen als "Fern" bezeichnet, bringt verbreitet starken Schneefall, Graupel und gefrierenden Regen von den südlichen Rockies bis nach Neuengland. Der National Weather Service warnte am Sonntag vor extrem kalter Luft, die folgen und gefährliche Reise- und Infrastrukturauswirkungen bis in die nächste Woche verlängern wird. Zudem können schwere Gewitter mit schädlichen Böen und Tornados die östlichen Golfküstenstaaten am Sonntagvormittag und -nachmittag treffen. Mehr als 149 Millionen Menschen sind von Wintersturmwarnungen betroffen, und 18 Bundesstaaten haben den Notstand ausgerufen. Allison Santorelli, eine Meteorologin des US Weather Prediction Center, bezeichnete den Sturm als "signifikanten, langanhaltenden Wintersturm", der 180 Millionen Amerikaner bedroht.
Auswirkungen auf den Flugverkehr
Die Störungen betreffen zahlreiche große Flughäfen im ganzen Land. Am Dallas Fort Worth International Airport (DFW) und am Charlotte Douglass International Airport kam es bereits am Samstag zu Hunderten von Annullierungen. Der Ronald Reagan Washington National Airport meldete, dass aufgrund des Schneefalls, der um Mitternacht begann, keine Flüge starten oder landen konnten, während das Team die Start- und Landebahnen räumte. Auch Flughäfen in Atlanta, Nashville, Chicago O’Hare, Memphis, Austin und Oklahoma City verzeichneten dreistellige Annullierungen. LaGuardia Airport in New York erwartete ebenfalls erhebliche Reisebeeinträchtigungen.
Die Flugverfolgungsdienste Flightradar24 und FlightAware identifizierten American Airlines als die am stärksten betroffene Fluggesellschaft an diesem Wochenende, gefolgt von United und Delta. American Airlines verzeichnete allein am Samstag 982 und am Sonntag 1.349 Annullierungen.
Maßnahmen der Fluggesellschaften und Flughäfen
Als Reaktion auf die massiven Störungen haben große US-Fluggesellschaften Reisewarnungen herausgegeben, die es Kunden ermöglichen, ihre Pläne ohne Strafgebühren zu ändern. Viele Airlines verzichten auf Umbuchungsgebühren und Tarifdifferenzen für Reisen bis zum 30. Januar. Delta Airlines ging einen Schritt weiter und buchte Zehntausende von Passagieren automatisch auf alternative Routen um, noch bevor der erste Schnee fiel. American und Southwest Airlines verlegten Dutzende von Flugzeugen in Sicherheit, und Bodenpersonal wurde in Kaltwetterstützpunkte geflogen, um Enteisungszyklen zu beschleunigen.
Flughäfen wie DFW haben Teams im Einsatz, um Straßen, Brücken und Flugfeldflächen zu behandeln und den sicheren Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Port Authority of New York and New Jersey aktivierte Wintersturmprotokolle an ihren großen Flughäfen, darunter John F. Kennedy International, Newark Liberty International und LaGuardia, und stellte sicher, dass die Schneeräumgeräte betankt und einsatzbereit waren. Die US Federal Aviation Administration (FAA) überwacht den Wintersturm rund um die Uhr, um die Sicherheit des nationalen Luftraums zu gewährleisten.
Breite Auswirkungen jenseits der Luftfahrt
Die Auswirkungen des Wintersturms reichen weit über den Luftverkehr hinaus. Mehr als 140 Millionen Amerikaner sind von Wintersturm-, Eissturm- oder Windchill-Warnungen betroffen. Betreiber von Stromnetzen in Texas, Oklahoma und Louisiana forderten große gewerbliche Kunden auf, ihren Verbrauch zu drosseln. Mehrere Gouverneure der Bundesstaaten haben den Notstand ausgerufen, was die Gewichtsbeschränkungen für Lastwagen für Hilfsgüter lockert.
Auch Behörden reagieren: Die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) bestätigte, dass routinemäßige persönliche Termine vom 24. bis 26. Januar ohne Strafe verschoben werden können, wenn Büros wetterbedingt geschlossen sind. Die US-Staatsbürgerschafts- und Einwanderungsdienste erklärten, dass aufgrund des Sturms verpasste Biometrie- und Einbürgerungszeremonien automatisch neu angesetzt werden. Für Reisende ist es wichtig, alle Belege aufzubewahren, da die DOT-Regeln die Erstattung auf "Nebenkosten" beschränken, sofern keine Dokumentation vorliegt.