US-Wirtschaft im Fokus: Bessent über Inflation, Handel und neue Anlagepläne

US-Wirtschaft im Fokus: Bessent über Inflation, Handel und neue Anlagepläne

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Die US-Wirtschaft zeigt sich zum Jahresende 2025 widerstandsfähig, obwohl die Inflation weiterhin ein zentrales Thema ist. Finanzminister Scott Bessent gab in einem Interview Einblicke in die aktuelle Lage, neue finanzpolitische Initiativen und laufende Untersuchungen, die das Vertrauen der Verbraucher beeinflussen.

Wirtschaftslage und Verbraucherstimmung

Die Weihnachtszeit 2025 verzeichnete laut Finanzminister Scott Bessent ein sehr starkes Konsumverhalten über alle Einkommensschichten hinweg. Dies widerspricht einer früheren Prognose von Präsident Donald Trump, der im April 2025 von weniger Käufen und höheren Preisen ausgegangen war. Bessent betonte, die Wirtschaft habe sich besser entwickelt als erwartet, mit einem BIP-Wachstum von 4 % in einigen Quartalen und einem erwarteten realen BIP-Wachstum von 3 % für das Gesamtjahr, trotz eines "Schumer Shutdowns".

Dennoch spiegelt sich diese positive Einschätzung nicht vollständig in der öffentlichen Wahrnehmung wider. Eine CBS-Umfrage ergab, dass 60 % der Amerikaner der Meinung sind, Präsident Trump stelle Preise und Inflation besser dar, als sie tatsächlich sind. Seine Zustimmungsrate für die Wirtschaft sank auf 36 %, für die Inflation sogar auf 32 %. Bessent führte dies auf die Medienberichterstattung zurück, räumte jedoch ein, dass Erschwinglichkeit zwei Komponenten hat: Inflation und Realeinkommen, wobei letztere um etwa 1 % gestiegen sind.

Kampf gegen die Inflation: Ursachen und Ausblick

Die Inflation bleibt ein komplexes Thema. Bessent erklärte, die Gesamtinflation sei im Jahresvergleich in etwa gleich geblieben, wobei der PCE-Wert (Personal Consumption Expenditures) bei etwa 2,9 % liege. Die Inflation bei importierten Gütern sei mit rund 1,8 % niedriger als die Gesamtzahl. Er identifizierte die Dienstleistungswirtschaft als Haupttreiber der Inflation, die seiner Meinung nach nichts mit Zöllen zu tun habe.

Bessent machte die "Biden-Jahre" für eine "eingebettete Inflation" verantwortlich, die er als die schlimmste seit 50 Jahren, möglicherweise sogar die schlimmste aller Zeiten für arbeitende Amerikaner, bezeichnete. Er kritisierte die damalige Medienberichterstattung, die eine "Vibecession" (eine gefühlte Rezession) diagnostizierte. Die damalige Regierung habe durch "Knappheit" in Energie und Überregulierung das aktuelle Erschwinglichkeitsproblem geschaffen. Bessent verwies auf den "Common Man Index" von Strategas Research, der unter Biden eine kumulierte Inflation von 35 % zeigte, verglichen mit 20 % im CPI. In diesem Jahr liege der "Common Man Index" erstmals unter dem Inflationsindex, da die Preise für Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Benzin und Mieten sinken.

In einem Essay vom 12. März 2024 sprach Bessent von den "drei I's": Immigration, Interest Rates und Inflation. Er erklärte, dass die unkontrollierte Massenimmigration die Löhne gedrückt und die Wohnungspreise erhöht habe, was durch die Grenzschließung des Präsidenten behoben worden sei. Die Zinsen seien gesunken, und der Anleihenmarkt habe das beste Jahr seit 2020 erlebt. Für das kommende Jahr erwartet er einen starken Rückgang der Inflation. Trotzdem sind die Lebensmittelpreise im Vergleich zum letzten September um fast 3 % gestiegen. Präsident Trump hat eine Untersuchung wegen angeblicher Preistreiberei bei Rindfleisch angeordnet, während der Preis für Thanksgiving-Truthahn um 16 % gesunken ist.

Agrarhandel und Unterstützung für Landwirte

Im Bereich des Agrarhandels betonte Bessent die Notwendigkeit von Planungssicherheit für Landwirte. Er sprach am Freitag vor dem Interview mit Chinas Vizepremier über Handelsabkommen. China wird demnach 12,5 Millionen Tonnen Sojabohnen in diesem Jahr und 25 Millionen Tonnen in den nächsten drei Jahren kaufen, zusätzlich zu Sorghum und Holz. Die Sojabohnenpreise sind seit dem Abkommen mit China um 12 bis 15 % gestiegen.

Trotz der positiven Entwicklungen benötigen Landwirte eine "Brückenzahlung" vom Landwirtschaftsministerium. Bessent erklärte, dass die Chinesen die US-Sojabohnenbauern als "Bauernopfer" in den Handelsverhandlungen benutzt hätten, wodurch die Preise nicht wie erwartet gestiegen seien. Diese Zahlungen sollen den Landwirten helfen, die Finanzierung für die Planung des nächsten Jahres zu sichern. Bessent, der selbst bis vor Kurzem eine Sojabohnenfarm besaß und diese im Rahmen seiner Ethikvereinbarung veräußerte, betonte seine tiefe Kenntnis der Agrarindustrie.

Die "Trump Accounts": Ein neues Anlagekonzept

Eine neue Initiative sind die sogenannten "Trump Accounts". Die Bundesregierung wird für jedes in den Jahren 2025 bis 2028 geborene US-Bürgerkind unter 18 Jahren 1.000 US-Dollar in diese steuerbegünstigten Anlagekonten einzahlen. Das Geld wird in einen breit diversifizierten, kostengünstigen Indexfonds (Aktienmarkt, ETF oder Investmentfonds) investiert.

Die Kinder können das Geld mit 18 Jahren abheben oder es in ein IRA-ähnliches Programm für den Ruhestand umwandeln. Es gibt keine Einschränkungen für die Verwendung des Geldes. Die Dell Foundation hat bereits eine bedeutende Investition in dieses Programm getätigt, und das Finanzministerium führt Gespräche mit weiteren Stiftungen und Philanthropen, um diese Konten aufzustocken. Spenden können entweder allen Kindern zugutekommen oder nach Postleitzahl, Schulbezirk oder durch den Ausschluss der Top-20%-Verdiener-Postleitzahlen spezifiziert werden. Weitere Informationen werden in den kommenden Wochen veröffentlicht, der offizielle Start ist für den 5. Juli geplant.

Untersuchung von Betrugsfällen in Minnesota

Finanzminister Bessent sprach auch über eine massive Betrugsermittlung in Minnesota, die das staatliche Sozialprogramm betrifft und seit 2022 unter Bundesuntersuchung steht. Präsident Trump wies Bessent an, Somalis zu untersuchen, die den Staat um Milliarden von Dollar betrogen hätten. Die ursprüngliche Betrugsaufdeckung erfolgte durch die IRS Criminal Investigations Unit.

Ein Großteil des Geldes, das von den Betrügern erbeutet wurde, sei über sogenannte "Money Bureau Services" – Geldtransferorganisationen außerhalb des regulierten Bankensystems – ins Ausland, insbesondere in den Nahen Osten und nach Somalia, transferiert worden. Die Untersuchung, die letzte Woche begann, soll die Verwendung dieser Gelder klären. Bessent kritisierte zudem die Abgeordnete Ilhan Omar, die den Vorfall heruntergespielt habe. Er betonte, dass Einwanderer die Gesetze des Landes, einschließlich des Verbots des Betrugs am amerikanischen Volk, respektieren müssten. Zum Zeitpunkt des Interviews gab es noch keine Beweise für eine Verbindung der Gelder zu Terrorismus.

Erwähnte Persönlichkeiten