USA nach Maduro-Sturz: Rubio präzisiert Rolle bei Venezuela-Intervention

USA nach Maduro-Sturz: Rubio präzisiert Rolle bei Venezuela-Intervention

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Nach der Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am Samstag haben sich die Vereinigten Staaten zu ihrer zukünftigen Rolle im ölreichen Land geäußert. Während Präsident Donald Trump zunächst eine direkte Übernahme der Regierungsgeschäfte ankündigte, präzisierte Außenminister Marco Rubio die US-Position, die sich auf die Durchsetzung einer bestehenden "Öl-Quarantäne" konzentrieren soll. Diese unterschiedlichen Aussagen werfen Fragen über das Ausmaß der amerikanischen Intervention auf.

US-Position nach Maduro-Sturz

Präsident Donald Trump hatte am Samstag auf einer Pressekonferenz in Florida mehrfach bekräftigt, die USA würden Venezuela "führen". Er erklärte: "Wir werden das Land führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Übergang vollziehen können." Trump deutete an, dass sein nationales Sicherheitsteam, darunter Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, das Land für eine gewisse Zeit leiten würde.

Diese Äußerungen lösten Bedenken bei einigen Demokraten und Teilen der republikanischen "America First"-Basis aus, die Auslandseinsätze ablehnt. Beobachter zogen Vergleiche zu früheren Nation-Building-Bemühungen im Irak und in Afghanistan. Das Weiße Haus lehnte es ab, über Trumps Aussagen vom Samstag hinaus Stellung zu nehmen.

Rubios Klarstellung zur US-Rolle

Außenminister Marco Rubio relativierte am Sonntag Trumps Aussagen. Er deutete an, dass die Vereinigten Staaten Venezuela nicht im Tagesgeschäft regieren würden, sondern sich auf die Durchsetzung einer bereits bestehenden "Öl-Quarantäne" konzentrieren. Rubios Äußerungen in TV-Talkshows zielten darauf ab, Bedenken hinsichtlich einer langwierigen ausländischen Intervention oder eines gescheiterten Nation-Building-Versuchs zu zerstreuen.

Rubio wies Kritik zurück und betonte, Trumps Absicht sei missverstanden worden. "Der gesamte außenpolitische Apparat denkt, alles sei Libyen, alles sei Irak, alles sei Afghanistan", sagte Rubio. "Dies ist nicht der Nahe Osten. Und unsere Mission hier ist sehr anders. Dies ist die westliche Hemisphäre." Er schloss eine Entsendung von Bodentruppen nicht explizit aus, betonte jedoch die Fähigkeit der USA, Drogenboote und sanktionierte Tanker zu stoppen.

Die "Öl-Quarantäne" als Hebel

Rubio erklärte, die USA würden die bereits vor Maduros Absetzung verhängte "Öl-Quarantäne" auf sanktionierte Tanker fortsetzen. Diese Maßnahme diene als Druckmittel, um politische Veränderungen in Venezuela zu erzwingen. "Das ist die Art von Kontrolle, auf die der Präsident anspielt, wenn er das sagt", so Rubio auf CBS’ „Face the Nation“.

Die Blockade auf sanktionierte Öltanker, von denen einige von den USA beschlagnahmt wurden, "bleibt bestehen, und das ist ein enormes Druckmittel, das weiterhin bestehen wird, bis wir Veränderungen sehen, die nicht nur das nationale Interesse der Vereinigten Staaten fördern, was an erster Stelle steht, sondern auch zu einer besseren Zukunft für die Menschen in Venezuela führen", fügte er hinzu. Ziel sei es, die Ölindustrie zum Wohle der Bevölkerung zu führen und den Drogenhandel zu stoppen.

Maduros Festnahme und internationale Reaktionen

Nicolás Maduro landete am späten Samstagnachmittag auf einem kleinen Flughafen in den nördlichen Vororten von New York City. Er und seine Frau Cilia Flores wurden in einer nächtlichen Operation aus ihrem Haus in einer Militärbasis in Caracas geholt. Maduros Regierung bezeichnete dies als "imperialistisch". Das Paar ist in den USA wegen Beteiligung an einer Narco-Terrorismus-Verschwörung angeklagt.

Die dramatische Festnahme Maduros war der Höhepunkt einer monatelangen Druckkampagne der Trump-Administration. Rechtsexperten äußerten Bedenken hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Operation, die ohne Zustimmung des Kongresses durchgeführt wurde. Maduro soll am Montag seinen ersten Auftritt vor einem Bundesgericht in Manhattan haben.

Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodriguez forderte die Freilassung Maduros und bezeichnete ihn als rechtmäßigen Führer des Landes. Das oberste Gericht des Landes ernannte sie daraufhin zur Interimspräsidentin. Auch Verteidigungsminister General-in-Chief Vladimir Padrino López verurteilte die Festnahme am Sonntag als "feige Entführung".

Rechtliche Bedenken und innenpolitische Debatte

Bereits vor der Operation, die Maduro festnahm, stellten Experten die Rechtmäßigkeit von Aspekten der US-Druckkampagne auf Venezuela in Frage. Dazu gehörten tödliche Bombardierungen von Booten, die des Drogenhandels beschuldigt wurden, was nach Ansicht einiger Wissenschaftler die Grenzen des Völkerrechts überschritt. Die USA erkennen Maduro nicht als legitimen Führer Venezuelas an.

Die Trump-Administration hatte monatelang US-Streitkräfte in der Region aufgebaut und Angriffe auf Boote in der Karibik und im östlichen Pazifik durchgeführt, die angeblich Drogen transportierten. Letzte Woche führte die CIA einen Drohnenangriff auf ein Docking-Gebiet durch, das von venezolanischen Drogenkartellen genutzt worden sein soll – die erste bekannte direkte Operation auf venezolanischem Boden seit Beginn der US-Kampagne im September.

Lage in Venezuela und die Rolle von Delcy Rodriguez

Die Hauptstadt Caracas blieb am Sonntag ungewöhnlich ruhig, mit wenigen Fahrzeugen und geschlossenen Geschäften, Tankstellen und anderen Unternehmen. Der Präsidentenpalast wurde von bewaffneten Zivilisten und Militärangehörigen bewacht. Ein Anwohner, David Leal (77), bemerkte: "Die Leute sind immer noch erschüttert."

Nach venezolanischem Recht würde Delcy Rodriguez die Nachfolge Maduros antreten. Obwohl sie zunächst betonte, nicht die Macht übernehmen zu wollen, wurde sie vom obersten Gericht zur Interimspräsidentin ernannt. Präsident Trump äußerte sich widersprüchlich über Rodriguez: Während er am Samstag andeutete, sie sei zur Zusammenarbeit bereit, warnte er am Sonntag in einem Interview mit "The Atlantic", sie könnte "einen sehr hohen Preis zahlen", wenn sie nicht das tue, was er für Venezuela für richtig halte.

Erwähnte Persönlichkeiten