USA-Taiwan Chip-Deal: Stärkt er die Lieferkette oder den "Silicon Shield"?

USA-Taiwan Chip-Deal: Stärkt er die Lieferkette oder den "Silicon Shield"?

Aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Ein neues Handelsabkommen zwischen den USA und Taiwan zielt darauf ab, die Chip-Produktionskapazitäten in den USA zu erweitern. Analysten bezweifeln jedoch, dass dies die Abhängigkeit Washingtons von Taiwans fortschrittlichsten Halbleitern kurzfristig beenden wird, wodurch der sogenannte "Silicon Shield" vorerst weitgehend intakt bleibt.

Taiwans Dominanz in der Chip-Produktion

Taiwan spielt eine zentrale Rolle in der globalen Halbleiterlieferkette. Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), ein taiwanesisches multinationales Unternehmen für Halbleiterauftragsfertigung und -design, produziert den Großteil der weltweit fortschrittlichsten Chips. Schätzungen zufolge wird fast ein Drittel der weltweiten Nachfrage nach neuer Rechenleistung in Taiwan gefertigt.

Die strategische Bedeutung Taiwans in der Halbleiterindustrie hat dazu geführt, dass die Bewahrung seiner de facto Autonomie – und die Abschreckung eines chinesischen Angriffs – eine strategische Priorität für die USA und ihre Verbündeten darstellt. Diese Idee wird als "Silicon Shield" bezeichnet. Peking beansprucht die territoriale Kontrolle über die demokratisch regierte Insel.

Das Handelsabkommen im Detail

Als Teil eines am Donnerstag geschlossenen Handelsabkommens versprach die taiwanesische Regierung, ihren Chip- und Technologieunternehmen Kreditgarantien in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar für den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten in den USA zu gewähren. Taiwanesische Unternehmen werden zudem höhere Quoten für zollfreie Importe ihrer Chips in die USA genießen.

Im Gegenzug würden die USA ihre Zölle auf die meisten Waren aus Taiwan von 20 % auf 15 % senken. Zudem sollen Zölle auf Generika und deren Inhaltsstoffe, Flugzeugkomponenten und im Inland nicht verfügbare natürliche Ressourcen erlassen werden. Das Ziel ist es, 40 % der gesamten taiwanesischen Halbleiterlieferkette in die USA zu verlagern, wie Handelsminister Howard Lutnick am Donnerstag gegenüber CNBC erklärte.

Der "Silicon Shield" und seine Bedeutung

Experten äußern jedoch Zweifel an der einfachen Umsetzbarkeit dieses Plans. Taipei verfolgt eine harte Linie, wenn es darum geht, seine fortschrittlichste Technologie im eigenen Land zu halten. Sravan Kundojjala, ein Analyst bei SemiAnalysis, äußerte, dass Taiwans "Silicon Shield" bis zum Ende des Jahrzehnts stark bleiben werde, da die weltweit kritischste fortschrittliche Kapazität auf der Insel konzentriert sei.

Ein wesentlicher Faktor hierfür ist die sogenannte N-2-Regel. Taiwanesische Behörden haben TSMC-Fabriken im Ausland Beschränkungen auferlegt, die den Betrieb von Technologien verbieten, die mindestens zwei Generationen hinter den im Inland entwickelten Technologien zurückliegen. Diese Regelung sichert Taiwans technologischen Vorsprung und seine zentrale Rolle in der globalen Halbleiterproduktion.

Erwähnte Persönlichkeiten