USA und Iran: Neue Verhandlungen in Pakistan, Sanktionen und Hormus-Spannungen

USA und Iran: Neue Verhandlungen in Pakistan, Sanktionen und Hormus-Spannungen

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Die Vereinigten Staaten entsenden ihre Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Pakistan, um an einer zweiten Runde von Waffenstillstandsverhandlungen mit Iran teilzunehmen. Diese diplomatischen Bemühungen finden inmitten neuer US-Sanktionen gegen iranische Ölexporte und einer angespannten regionalen Sicherheitslage statt. Pakistan spielt dabei eine zentrale Rolle als Vermittler, während internationale Akteure die Entwicklungen genau beobachten.

Neue Verhandlungsrunde in Pakistan

Das Weiße Haus gab am Freitag bekannt, dass Präsident Donald Trump die Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Pakistan schickt. Sie sollen an einer zweiten Runde von Waffenstillstandsverhandlungen mit Iran teilnehmen. Vizepräsident JD Vance wird nicht persönlich anwesend sein, bleibt aber für den Fall eines Durchbruchs in Bereitschaft.

Irans Außenminister Abbas Araghchi traf bereits am Freitagabend in Islamabad ein und führte Gespräche mit Pakistans Außenminister Ishaq Dar und Armeegeneral Asim Munir. Am Samstagmorgen setzte Araghchi seine Treffen mit Munir und Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi fort. Pakistan bereitet sich auf die Ankunft der US-Gesandten vor, ein genauer Zeitpunkt wurde jedoch nicht genannt.

Wirtschaftliche Sanktionen und Ölhandel

Die Trump-Administration hat neue Wirtschaftssanktionen gegen eine große chinesische Ölraffinerie und etwa 40 Reedereien sowie Tanker verhängt. Diese sind am Transport von iranischem Öl beteiligt. Dieser Schritt scheint Teil der Drohung der Administration zu sein, Sekundärsanktionen gegen Unternehmen zu verhängen, die mit Iran Geschäfte machen.

Ziel ist es, Irans Ölexporte, eine wichtige Einnahmequelle des Landes, abzuschneiden. Iran hatte zuvor erklärt, die Gespräche nicht wieder aufzunehmen, solange die USA ihre Blockade iranischer Häfen nicht aufheben. Die USA fordern im Gegenzug überprüfbare Zusicherungen, dass Teheran sein Atomprogramm beendet und seine eigene Blockade der Straße von Hormus aufhebt.

Die Straße von Hormus im Fokus

Die Straße von Hormus bleibt ein zentraler Punkt der Verhandlungen und der regionalen Spannungen. Iranische Forderungen umfassen unter anderem eine dauerhafte neue Regelung für die Verwaltung der Straße von Hormus. Oman, das den Süden der Meerenge überwacht, könnte hierbei eine Rolle spielen.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte an, dass Deutschland Minensuchboote ins Mittelmeer entsenden wird. Diese könnten später in die Straße von Hormus verlegt werden, sofern das deutsche Parlament einer solchen Mission zustimmt. Diese Maßnahme soll Zeit sparen, falls ein Einsatz nach einem Ende der Feindseligkeiten zwischen den USA, Israel und Iran notwendig wird.

Wiederaufnahme des Flugverkehrs und Sicherheitslage

Am Samstag wurden die kommerziellen Flüge am Imam Khomeini International Airport in Teheran wieder aufgenommen. Dies ist das erste Mal seit Beginn des Krieges mit den Vereinigten Staaten und Israel vor etwa zwei Monaten. Der staatliche iranische Fernsehsender berichtete über Flüge nach Istanbul, Maskat (Oman) und Medina (Saudi-Arabien).

In Pakistans Hauptstadt Islamabad herrschte am Samstagmorgen ein nahezu vollständiger Lockdown. Dies geschah Stunden nach der Ankunft des iranischen Außenministers Abbas Araghchi. Die einwöchigen Sicherheitsbeschränkungen, darunter Kontrollpunkte und Straßensperrungen, haben den Alltag der Bewohner erheblich beeinträchtigt.

Irans Forderungen und Nuklearprogramm

Irans Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei betonte im iranischen Fernsehen, dass das Hauptthema der Verhandlungen nicht mehr die Nuklearfrage sei. Stattdessen gehe es darum, den Krieg so zu beenden, dass die Interessen des Landes gewahrt bleiben. Iran fordert einen Waffenstillstand als ersten Schritt zur Beendigung des Krieges an allen Fronten.

Zu den kritischen Forderungen Irans gehören Entschädigungen, die Zukunft der Straße von Hormus und die Aufhebung von Sanktionen. Iran verlangt zudem nicht nur von den USA, sondern auch von Israel Zusagen zur Nicht-Aggression. Eine neue Idee, die diskutiert wird, ist die schrittweise Verdünnung von Irans hochangereichertem Uran im Austausch für die Aufhebung spezifischer Sanktionen. Russland hat in der Vergangenheit angeboten, Teile des iranischen Uranbestands zu übernehmen.

Regionale Diplomatie und Chinas Rolle

Pakistans Präsident Asif Ali Zardari reist am Samstag zu einem einwöchigen Besuch nach Peking. Dort wird er Gespräche über die Wirtschafts- und Handelskooperation sowie den China-Pakistan Economic Corridor (CPEC) führen. China hat Pakistan bereits bei der Vermittlung der Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und Iran unterstützt.

Zardari wird voraussichtlich die Bemühungen seines Landes erörtern, eine zweite Verhandlungsrunde auszurichten. Der Besuch unterstreicht die langjährige Tradition hochrangiger Austausche und die 75-jährige diplomatische Beziehung zwischen Pakistan und China. Auch die Außenminister Ägyptens und Pakistans, Badr Abdelatty und Mohammad Ishaq Dar, diskutierten telefonisch die Bemühungen um eine neue Gesprächsrunde.

Innere Lage im Iran

Iran hat am Samstag einen Mann wegen angeblicher Verbindungen zum israelischen Geheimdienst Mossad und seiner Teilnahme an regierungsfeindlichen Protesten im Januar gehängt. Erfan Kiani wurde wegen Angriffen auf Sicherheitskräfte in der Stadt Isfahan verurteilt. Die Nachrichtenagentur Mizan des iranischen Justizwesens behauptete, er sei auf einer "Mission für den Mossad" gewesen, ohne Beweise vorzulegen. Menschenrechtsaktivisten kritisieren seit langem, dass Iran Menschen in nicht-öffentlichen Prozessen ohne angemessene Verteidigung verurteilt.

Erwähnte Persönlichkeiten