
USA und Iran: Rhetorik eskaliert vor Ablauf des Waffenstillstands
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Die diplomatischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran haben sich verschärft, während ein fragiler Waffenstillstand seinem Ende entgegengeht. Beide Nationen erhöhen die Einsätze vor einem möglichen zweiten Versuch, ein Friedensabkommen zu erzielen, dessen Zustandekommen zunehmend ungewiss erscheint.
Eskalation der Rhetorik vor Ablauf des Waffenstillstands
Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf kritisierte US-Präsident Donald Trump am Dienstag in einem Social-Media-Beitrag scharf. Er warf Trump vor, "eine Belagerung zu verhängen und den Waffenstillstand zu verletzen" sowie die Verhandlungen in einen "Tisch der Kapitulation verwandeln oder eine erneute Kriegsführung rechtfertigen" zu wollen. Ghalibaf deutete zudem an, dass der Iran neue Einflussmöglichkeiten in der Konfrontation besitze: "In den letzten zwei Wochen haben wir uns darauf vorbereitet, neue Karten auf dem Schlachtfeld zu enthüllen", sagte er, ohne dies näher auszuführen. Er betonte, dass der Iran "Verhandlungen im Schatten von Drohungen nicht akzeptiert."
Diese verschärfte Rhetorik folgte auf Trumps erneute Drohung, den Iran mit überwältigender Militärgewalt zu bombardieren, falls keine Einigung erzielt werde. Trump erklärte, dass dann "viele Bomben hochgehen werden." Beide Seiten haben sich während der kurzen Dauer des Waffenstillstands gegenseitig der Verletzung der Bedingungen beschuldigt.
Ungewisse Zukunft der Friedensgespräche
Die USA bereiten sich darauf vor, eine Delegation für eine potenzielle zweite Runde von Friedensgesprächen nach Pakistan zu entsenden. Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle teilte CNBC am Montagmorgen mit, dass die amerikanische Delegation "bald nach Islamabad reisen will."
Der Iran hat seinerseits wiederholt bestritten, an dem Treffen teilnehmen zu wollen. Laut The New York Times, die sich auf zwei iranische Beamte beruft, plant jedoch eine Delegation aus Teheran, am Dienstag zu Gesprächen nach Islamabad zu reisen. Eine erste Gesprächsrunde in Islamabad, geleitet von Vizepräsident JD Vance und den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, endete am 12. April ohne Lösung strittiger Fragen wie des iranischen Atomprogramms.
Trumps Ultimatum und die Straße von Hormus
Der am Abend des 7. April vereinbarte zweiwöchige Waffenstillstand steht kurz vor dem Ablauf. In einem Interview mit Bloomberg am Montag erklärte Präsident Trump, der Waffenstillstand laufe am "Mittwochabend Washingtoner Zeit" aus, was möglicherweise zusätzliche Stunden für Verhandlungen verschaffe.
Trump fügte hinzu, dass er den Waffenstillstand mit dem Iran voraussichtlich nicht über Mittwoch hinaus verlängern werde. Zudem werde er die Straße von Hormus erst öffnen, wenn ein Abkommen mit Teheran erzielt sei. Auf die Frage, ob er mit einer sofortigen Wiederaufnahme der Kämpfe rechne, falls keine Einigung erzielt werde, antwortete Trump: "Wenn es keinen Deal gibt, würde ich das sicherlich erwarten."
Hohe Einsätze und diplomatische Sackgasse
Der ehemalige US-Botschafter im Oman, Marc Sievers, warnte am Montag in der CNBC-Sendung "Access Middle East", dass "dies die letzte Chance ist, eine Einigung zu erzielen, bevor der Waffenstillstand abläuft." Er betonte die hohen Einsätze, sollte Trump seine Drohung wahr machen und militärische Feindseligkeiten gegen iranische Kraftwerke und Brücken wieder aufnehmen.
Der Status weiterer Friedensgespräche und andere wichtige Details der aktuellen Beziehungen zwischen den Konfliktparteien sind zunehmend undurchsichtig geworden. Präsident Trump schwankt dabei zwischen einer Wiederaufnahme der Säbelrassel-Rhetorik und der Andeutung der Bereitschaft Washingtons zu zusätzlichen Verhandlungen mit dem Iran.