
USMCA-Überprüfung: Kanada und USA starten formelle Handelsgespräche 2026
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Kanada und die Vereinigten Staaten werden Mitte Januar 2026 formelle Gespräche zur Überprüfung ihres Freihandelsabkommens USMCA aufnehmen. Diese entscheidenden Verhandlungen, deren Beginn Ende Dezember 2025 vom Büro des kanadischen Premierministers Mark Carney bestätigt wurde, kommen vor der für 2026 vorgesehenen Überprüfung des Abkommens und könnten den Weg für weitreichende Neuverhandlungen ebnen. Die Gespräche sind von großer Bedeutung, da Zölle kanadische Sektoren belasten und die Handelsbeziehungen für beide Länder von strategischer Wichtigkeit sind.
Formelle USMCA-Gespräche starten im Januar 2026
Die formellen Diskussionen zur Überprüfung des Freihandelsabkommens zwischen Kanada und den USA beginnen Mitte Januar 2026. Dies bestätigte das Büro des kanadischen Premierministers Mark Carney in einer Erklärung vom späten Donnerstag, dem 18. Dezember 2025. Dominic LeBlanc, Kanadas Hauptansprechpartner für die US-Kanada-Handelsbeziehungen, wird sich mit seinen US-Kollegen treffen, um die Gespräche zu initiieren.
Das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada (USMCA) steht 2026 zur Überprüfung an. Diese Klausel eröffnet potenziell die Möglichkeit für Neuverhandlungen des Abkommens.
Warum die Gespräche jetzt wichtig sind
Die bevorstehenden Diskussionen sind von erheblicher Bedeutung, da Zölle Sektoren wie Aluminium, Stahl, Automobil und Holz in Kanada beeinträchtigt haben. Premierminister Carney hob hervor, dass der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer Handelshemmnisse im Zusammenhang mit Milchprodukten, Alkohol und digitalen Dienstleistungen als Teil einer "viel größeren Diskussion" über den kontinentalen Handel identifiziert hat.
Kanada ist eines der handelsabhängigsten Länder der Welt, wobei über 75 % seiner Exporte in die USA gehen. Die meisten dieser Exporte sind derzeit unter dem USMCA von Zöllen befreit.
Historischer Kontext und potenzielle Risiken
Das USMCA wurde von Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit ausgehandelt und enthält eine Klausel für eine mögliche Neuverhandlung im Jahr 2026. Diese Klausel ist zu einem zentralen Punkt für beide Nationen geworden, um anhaltende Handelsbedenken anzusprechen.
In einer Podcast-Episode deutete Greer an, dass Präsident Trump im Jahr 2026 beschließen könnte, aus dem USMCA auszusteigen, obwohl der Vertragstext vorsieht, dass die Mitglieder mindestens bis 2036 im Abkommen verbleiben. Trump hatte bereits im Oktober Gespräche zur Zollsenkung mit Kanada abrupt abgebrochen, nachdem die Provinzregierung von Ontario eine kritische Anzeige gegen die von ihm verhängten Zölle geschaltet hatte. Dies folgte auf frühere Spannungen, die sich inzwischen gelegt haben, über Trumps Forderung, Kanada solle der 51. US-Bundesstaat werden.
Kanadas strategische Bedeutung für die USA
Kanada ist der größte Lieferant von Stahl, Aluminium und Uran für die USA, und das Pentagon ist bestrebt, diese Ressourcen für nationale Sicherheitszwecke zu sichern. Etwa 60 % der US-Rohölimporte und 85 % der US-Stromimporte stammen ebenfalls aus Kanada.
Die Ergebnisse dieser Gespräche könnten den täglichen Austausch von Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 3,6 Milliarden C$ (2,7 Milliarden $) über die Grenze erheblich beeinflussen. Kanada ist das Top-Exportziel für 36 US-Bundesstaaten.
Darüber hinaus verfügt Kanada über 34 kritische Mineralien und Metalle, die für das Pentagon von Interesse sind und in die investiert wird. Premierminister Carney betonte, dass der Zugang der USA zu Kanadas kritischen Mineralien keine Gewissheit sei. Er kommentierte: „Es ist eine potenzielle Chance für die Vereinigten Staaten, aber keine gesicherte Chance. Es ist Teil einer größeren Diskussion über unsere Handelsbeziehung, denn wir haben andere Partner auf der ganzen Welt, zum Beispiel in Europa, die sehr an einer Teilnahme interessiert sind.“