
Vancouver Whitecaps: Investorengruppe plant Umzug nach Las Vegas
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Eine Investorengruppe um Grant Gustavson hat ein formelles Angebot zum Kauf der Vancouver Whitecaps und deren Verlegung nach Las Vegas unterbreitet. Dies geschieht inmitten anhaltender Diskussionen über die Stadionökonomie in Vancouver und den Wunsch der Major League Soccer nach einer langfristig tragfähigen Lösung für den Club. Die Nachricht löst bei Fans und lokalen Behörden Besorgnis aus.
Investorengruppe plant Umzug nach Las Vegas
Eine Investorengruppe, angeführt von Grant Gustavson, hat ein formelles Angebot zum Kauf des Major League Soccer (MLS)-Clubs Vancouver Whitecaps unterbreitet, mit der Absicht, das Team nach Las Vegas zu verlegen. Gustavson ist der Enkel von B. Wayne Hughes, dem Gründer von Public Storage.
Gustavson erklärte in einer Stellungnahme: „In den kommenden Wochen und Monaten freuen wir uns auf die Gelegenheit, mehr zu teilen, jedoch sehen wir aus Respekt vor den Beratungen der Liga und den Interessenvertretern der Gemeinschaft davon ab, Details unseres Vorschlags zu teilen.“ Er fügte hinzu, dass die Investorengruppe den Deal privat finanzieren wird und nicht mit kürzlich angekündigten Arena-Ideen in Las Vegas verbunden ist. Ein fußballspezifisches Stadion in Las Vegas ist Berichten zufolge Teil des Angebots.
Herausforderungen am BC Place Stadium
Die Vancouver Whitecaps stehen seit 16 Monaten, genauer gesagt seit Dezember 2024, zum Verkauf. Bislang ist jedoch kein tragfähiges Angebot öffentlich bekannt geworden, das den Club in Vancouver halten würde. Der Club selbst hat „gut dokumentierte strukturelle Herausforderungen“ wie Stadionökonomie, Zugang zum Veranstaltungsort und Einnahmebeschränkungen als Gründe genannt, die es schwierig machen, Käufer zu finden, die sich für den Verbleib des Teams in Vancouver einsetzen.
MLS-Commissioner Don Garber äußerte sich am Dienstag während eines Treffens mit den Associated Press Sports Editors in New York besorgt über die Situation. Er bezeichnete die Pachtsituation im BC Place als „unhaltbar“ und erklärte, sie erreiche einen „kritischen Punkt“. Garber nannte strenge Zeitplanbeschränkungen der staatlichen Einrichtung, die das Stadion besitzt und betreibt, sowie die Unfähigkeit, Premium-Sitzplätze hinzuzufügen, als Hauptprobleme. Das BC Place Stadium, das der Provinz gehört, wird in diesem Sommer sieben Spiele der Weltmeisterschaft ausrichten.
Reaktionen in Vancouver: Politik und Fans
Die Regierung von British Columbia hat erklärt, dass sie mit den Whitecaps zusammenarbeitet, um dem Team zu helfen, Kosten zu senken und mehr Einnahmen im BC Place zu generieren. Allerdings wird die Provinz den Club nicht kaufen, um einen Umzug zu verhindern. Ravi Kahlon, B.C.’s Minister für Arbeit und Wirtschaftswachstum, sagte, das Team nutze das Stadion derzeit kostenlos, und eventuelle Vergünstigungen könnten um ein weiteres Jahr verlängert werden.
Kahlon, selbst langjähriger Whitecaps-Dauerkarteninhaber, betonte, die MLS schulde es den Fans in Vancouver, alles zu tun, um das Team dort zu halten. Er wies darauf hin, dass die Liga in der Vergangenheit bereits eingegriffen habe, um andere Teams am Verlassen ihrer Städte zu hindern. Vancouvers Bürgermeister Ken Sim äußerte ebenfalls Besorgnis und erklärte, die Stadt habe einen Standort identifiziert, an dem ein neuer Eigentümer ein Stadion und ein Unterhaltungsviertel ohne Steuergelder bauen könnte.
Die Fans der Vancouver Whitecaps zeigten am Donnerstag, dem 30. April 2026, während des 76. FIFA-Kongresses in Vancouver ihren Widerstand gegen einen Umzug. Viele schwenkten Schilder mit der Aufschrift „Save the 'Caps“, und entsprechende Plakate waren in der Innenstadt angebracht. Carrie Serwetnyk, eine ehemalige Nationalspielerin, kommentierte, ein Umzug der Whitecaps würde ein „verheerendes Loch“ hinterlassen.
Finanzielle Dimensionen im MLS-Geschäft
Die finanziellen Anforderungen für den Eintritt in die Major League Soccer haben sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Während eine Franchisegebühr vor 15 Jahren noch im Bereich von mehreren zehn Millionen Dollar lag, beläuft sie sich heute auf Hunderte von Millionen.
Als Beispiel wurde im Mai 2023 eine Expansionsgebühr von 500 Millionen Dollar gezahlt, um das 30. Team der Liga in San Diego zu sichern. Ravi Kahlon merkte an, dass der Wert der Whitecaps von 35 Millionen auf fast 500 Millionen Dollar gestiegen sei, was eine Gelegenheit für die aktuellen Eigentümer darstelle, „Kasse zu machen“. Der letzte Umzug eines MLS-Clubs fand vor 20 Jahren statt, als die San Jose Earthquakes 2006 zu den Houston Dynamo wurden.