
Vanguard ETF-Portfolio: Finanzberater-Ersatz für Selbstentscheider?
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die Beauftragung eines Finanzberaters kann für viele Menschen sinnvoll sein, insbesondere wenn die Finanzmärkte nicht ihr Spezialgebiet sind oder komplexe Situationen wie Steuerberatung und Nachlassplanung vorliegen. Doch für Anleger, die bereit sind, etwas Eigeninitiative und Recherche zu investieren, bietet sich eine Möglichkeit, erhebliche Zeit und Kosten zu sparen.
Finanzberater: Wann sie sinnvoll sind – und wann nicht
Ein Finanzberater kann wertvolle Orientierung bieten, selbst bei jährlichen Kosten von etwa 1% des verwalteten Vermögens. Besonders hilfreich ist dies bei komplexen finanziellen Situationen, die spezifische Expertise in Bereichen wie Steuer- oder Nachlassplanung erfordern.
Allerdings ist ein Finanzberater nicht immer zwingend notwendig. Wer bereit ist, sich selbst einzuarbeiten und etwas Recherche zu betreiben, kann potenziell viel Geld sparen.
Die Grenzen der Beraterleistung
Finanzberater verfügen in der Regel über keine besondere Fähigkeit, den Markt zu übertreffen. Oftmals investieren sie in eine recht standardisierte Mischung von Anlagen, die typischerweise einen S&P 500 Fonds oder eine Kombination aus Large-Cap-Aktien umfasst. Ergänzt werden diese möglicherweise durch internationale oder Small-Cap-Aktien, Anleihen oder sogar Kryptowährungen. Manchmal werden auch viele verschiedene Anlagen gewählt, um den Eindruck von Diversifikation oder zusätzlichem Wert zu erwecken.
In den meisten Fällen erstellen Berater jedoch kein Portfolio, das Anleger nicht selbst mit einigen kostengünstigen ETFs nachbilden könnten.
Der DIY-Ansatz: Sparen und potenziell besser performen
Durch einen Fokus auf möglichst niedrige Kosten, Investitionen in wenige breite Anlageklassen und eine langfristige Buy-and-Hold-Strategie können Anleger die Gebühren, die sie einem Berater zahlen würden, für sich behalten und möglicherweise sogar eine bessere Performance erzielen. Dieser Ansatz erfordert zwar Eigeninitiative, kann sich aber langfristig auszahlen.
Das Vanguard ETF-Portfolio für Selbstentscheider
Für Anleger, die ihren Vermögensaufbau selbst in die Hand nehmen möchten, kann ein Kernportfolio aus nur drei Vanguard ETFs den Weg zum langfristigen Anlageerfolg ebnen. Obwohl zahlreiche Anlageklassen zur breiten Diversifikation hinzugefügt werden könnten, bilden Aktien und Anleihen eine solide Basis.
Das Portfolio umfasst:
- Vanguard Total Stock Market ETF (NYSEMKT: VTI): Dieser ETF bietet ein Portfolio, das zu etwa 75% aus US-Large-Cap-Aktien und zu 25% aus US-Mid- und Small-Cap-Aktien besteht. Viele Anleger nutzen für die US-Aktienexposition einen S&P 500 Fonds wie den Vanguard S&P 500 ETF (NYSEMKT: VOO). Der Autor des Originalartikels bevorzugt jedoch VTI, um eine vollständigere Abdeckung des US-Aktienmarktes durch die Einbeziehung kleinerer Unternehmen zu erreichen.
- Vanguard Total International Stock ETF (NASDAQ: VXUS): Dieser ETF bildet im Wesentlichen dasselbe ab, jedoch mit ausländischen Aktien aus Industrie- und Schwellenländern. Obwohl diese in der Vergangenheit weniger populär waren, da US-Aktien eine deutlich bessere Performance lieferten, zeigt ihre Erholung im letzten Jahr ihren Wert als Bestandteil eines langfristigen Aktienportfolios.
- Vanguard Total Bond Market ETF (BND): Dieser Fonds bietet Zugang zu US-Staatsanleihen, Investment-Grade-Unternehmensanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren. Er ist darauf ausgelegt, einen Teil der höheren Risiken von Aktien auszugleichen und eine wichtige Einkommenskomponente bereitzustellen.
Vanguard: Fokus auf niedrige Kosten und Anlegervorteile
Vanguard ist bekannt für seine Strategie, die Kostenquoten (Expense Ratios) zu senken, um Anlegern langfristige Kosteneinsparungen zu ermöglichen. Diese Einsparungen werden auf Anteilsklassenebene für alle von Vanguard initiierten Reduzierungen berechnet. Schätzungen zufolge können Anleger, die diese Fonds halten, in den Jahren 2025 und 2026 erhebliche Einsparungen erzielen.
Ein einzigartiges Merkmal von Vanguard ist seine Eigentümerstruktur: Vanguard gehört seinen Fonds, die wiederum den Fondsanlegern von Vanguard gehören. Dies unterstreicht das Engagement des Unternehmens, die Interessen der Anleger in den Vordergrund zu stellen. Daten von Morningstar Direct (Stand November 2025) zeigen, dass Vanguards aktualisierte Kostenquoten (gültig ab 2. Februar 2026) im Vergleich zu den niedrigsten Kostenquoten im jeweiligen "Peer Group"-Dezil liegen.