VCIT, IEI, VGIT: Anleihen-ETFs im Vergleich – Kosten, Risiko, Rendite

VCIT, IEI, VGIT: Anleihen-ETFs im Vergleich – Kosten, Risiko, Rendite

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Anleger, die in den US-Anleihenmarkt investieren möchten, stehen oft vor der Wahl zwischen verschiedenen Exchange Traded Funds (ETFs). Insbesondere der Vanguard Intermediate-Term Corporate Bond ETF (NASDAQ:VCIT), der iShares 3-7 Year Treasury Bond ETF (NASDAQ:IEI) und der Vanguard Intermediate-Term Treasury ETF (NASDAQ:VGIT) bieten Zugang zu mittelfristigen US-Anleihen, verfolgen jedoch unterschiedliche Strategien hinsichtlich Kosten, Rendite und Risikoprofil.

VCIT und IEI: Unternehmensanleihen versus Staatsanleihen

Der VCIT und der IEI bieten beide Zugang zu mittelfristigen US-Anleihen, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Portfoliozusammensetzung. Während VCIT auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen setzt, konzentriert sich IEI ausschließlich auf US-Staatsanleihen.

Kosten und Rendite

Bei den Kosten zeigt sich ein deutlicher Unterschied: VCIT von Vanguard weist eine jährliche Gesamtkostenquote (Expense Ratio) von 0,03% auf, während IEI von iShares bei 0,15% liegt. VCIT erscheint somit wesentlich kostengünstiger. Auch bei der Dividendenrendite bietet VCIT mit 4,7% eine höhere Ausschüttung als IEI mit 3,6%. Die 1-Jahres-Rendite (Stand 22. April 2026) betrug für VCIT 8,7% und für IEI 4,2%. Das verwaltete Vermögen (AUM) von VCIT beläuft sich auf 66,4 Milliarden US-Dollar, das von IEI auf 18,8 Milliarden US-Dollar.

Risikoprofil und Wertentwicklung

Die unterschiedliche Portfoliozusammensetzung spiegelt sich im Risikoprofil wider. VCIT weist ein Beta von 0,35 auf, was eine höhere Preisvolatilität im Vergleich zum S&P 500 bedeutet, während IEI mit einem Beta von 0,15 deutlich weniger schwankt. Der maximale Drawdown über fünf Jahre lag bei VCIT bei (20,55%), während IEI einen geringeren Rückgang von (13,88%) verzeichnete. Das Wachstum von 1.000 US-Dollar über fünf Jahre (mit reinvestierten Dividenden) betrug für VCIT 1.074 US-Dollar und für IEI 1.023 US-Dollar. Die reine Kursentwicklung war für beide Fonds im gleichen Zeitraum negativ.

Portfoliozusammensetzung

IEI ist ein reiner US-Staatsanleihen-Fonds, der 83 Treasury-Wertpapiere mit Laufzeiten zwischen drei und sieben Jahren hält. Die größten Positionen sind Treasury Notes mit Fälligkeiten in den Jahren 2029 und 2030, die jeweils rund 3% ausmachen. Dieser Fokus bietet Anlegern eine qualitativ hochwertige Anlage mit minimalem Kreditrisiko.

VCIT hingegen hält über 340 Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Zu den Top-Positionen gehören Anleihen von Meta Platforms Inc (4,88% 15.11.2035), Anheuser-Busch Cos LLC (4,70% 01.02.2036) und Pfizer Investment Enterprises Pte Ltd (4,75% 19.05.2033). Dieser Fokus auf Unternehmensanleihen kann zwar eine höhere Rendite ermöglichen, birgt jedoch im Vergleich zu den Staatsanleihen des IEI ein erhöhtes Kreditrisiko. Keiner der Fonds nutzt Leverage, Währungsabsicherung oder andere strukturelle Besonderheiten.

VGIT und IEI: Nuancen bei US-Staatsanleihen

Sowohl VGIT als auch IEI konzentrieren sich auf US-Staatsanleihen im mittelfristigen Bereich. Sie sind für Anleger konzipiert, die eine relativ sichere Anlage mit moderatem Einkommen suchen.

Kosten und Kennzahlen

VGIT von Vanguard ist mit einer Expense Ratio von 0,03% ebenfalls deutlich günstiger als IEI mit 0,15%. VGIT bietet zudem eine leicht höhere Dividendenrendite von 3,8% gegenüber 3,6% bei IEI. Die 1-Jahres-Rendite (Stand 22. April 2026) lag für VGIT bei 4,6% und für IEI bei 4,2%. Das verwaltete Vermögen von VGIT beträgt 48,5 Milliarden US-Dollar. Das Beta von VGIT liegt bei 0,17, während IEI ein Beta von 0,15 aufweist.

Laufzeiten und Zinsrisiko

Der wesentliche Unterschied zwischen VGIT und IEI liegt in der Spanne der Anleihelaufzeiten. IEI bildet US-Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen drei und sieben Jahren ab und hält 83 Wertpapiere. VGIT hingegen zielt ebenfalls auf US-Staatsanleihen ab, deckt aber eine etwas breitere Laufzeitspanne von drei bis zehn Jahren ab und hält 76 Wertpapiere.

Diese längere Spanne bedeutet, dass VGIT eine höhere Duration aufweist. Dies führt dazu, dass der Fonds stärker auf Zinsänderungen reagiert: Während fallende Zinsen einen positiven Effekt haben können, wirken sich steigende Zinsen stärker negativ aus. VGIT kompensiert diese erhöhte Zinssensitivität durch niedrigere Kosten und eine leicht höhere Rendite. IEI bietet durch seine engere Laufzeitenbandbreite eine präzisere mittelfristige Exposition.

Fazit für Anleger

Die Wahl zwischen VCIT, IEI und VGIT hängt maßgeblich von der Rolle ab, die der Anleihenanteil im Portfolio spielen soll. Es wäre jedoch irreführend, VCIT allein aufgrund seiner niedrigeren Kosten und höheren Rendite als die offensichtlich bessere Wahl zu betrachten. Die beiden Fonds VCIT und IEI sind keine direkten Substitute, da sie unterschiedliche Anlageziele adressieren:

  • VCIT eignet sich für Anleger, die bereit sind, für eine potenziell höhere Rendite ein höheres Kreditrisiko durch Unternehmensanleihen einzugehen.
  • IEI ist ideal für Anleger, die minimales Kreditrisiko suchen und einen reinen Fokus auf mittelfristige US-Staatsanleihen bevorzugen.

VGIT und IEI sind sich ähnlicher, da beide in US-Staatsanleihen investieren und weder Leverage noch Währungsabsicherung nutzen. Die entscheidende Differenz liegt in der Laufzeitenbandbreite:

  • IEI bietet eine engere Laufzeitenbandbreite (3-7 Jahre), was eine präzisere mittelfristige Exposition ohne weite Streuung der Laufzeiten ermöglicht.
  • VGIT deckt eine breitere Spanne (3-10 Jahre) ab und weist dadurch eine höhere Duration auf. Anleger, die mit dieser erhöhten Zinssensitivität leben können, werden durch niedrigere Kosten und eine leicht höhere Rendite entschädigt.

Die Entscheidung sollte stets auf einer sorgfältigen Abwägung des individuellen Risikoprofils und der Anlageziele basieren.