
VDC vs. RSPS: Defensive ETFs für Konsumgüter im Vergleich
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Investoren, die ein Engagement im defensiven US-Konsumgütersektor suchen, stehen oft vor der Wahl zwischen verschiedenen Exchange Traded Funds (ETFs). Zwei prominente Vertreter sind der Vanguard Consumer Staples ETF (VDC) und der Invesco S&P 500 Equal Weight Consumer Staples ETF (RSPS). Beide Fonds bieten Zugang zu Unternehmen, deren Produkte unabhängig von der Wirtschaftslage gefragt sind, verfolgen jedoch unterschiedliche Strategien bei der Portfoliobildung.
Defensive Sektoren im Fokus: VDC und RSPS
Sowohl VDC als auch RSPS konzentrieren sich auf den US-Konsumgütersektor, der für seine Stabilität in unsicheren Wirtschaftszeiten bekannt ist. Unternehmen in diesem Sektor produzieren essenzielle Güter wie Lebensmittel, Getränke, Haushaltsprodukte und Körperpflegeartikel. Diese sogenannten "Consumer Staples" oder "Consumer Defensive" Unternehmen neigen dazu, in Bullenmärkten unterdurchschnittlich abzuschneiden, bieten aber in Abschwüngen eine wichtige Stabilität.
Anleger wählen diese Fonds typischerweise wegen ihrer zuverlässigen Dividenden und geringeren Volatilität, anstatt aggressives Wachstum zu verfolgen. Sie dienen oft als Anker im Portfolio während wirtschaftlicher Unsicherheit.
Anlagestrategien im Vergleich: Marktkapitalisierung vs. Gleichgewichtung
Die Hauptunterschiede zwischen VDC und RSPS liegen in ihrer Gewichtungsmethodik und der Anzahl der gehaltenen Positionen. VDC, aufgelegt von Vanguard, verfolgt einen marktkapitalisierungsgewichteten Ansatz und bildet den MSCI U.S. Investable Market Consumer Staples Index ab. Dies bedeutet, dass größere Unternehmen einen höheren Anteil am Fondsportfolio haben.
RSPS von Invesco hingegen verwendet eine gleichgewichtete Strategie. Der Fonds konzentriert sich ausschließlich auf Consumer Defensive Aktien innerhalb des S&P 500 und gewichtet jede der 36 bis 38 Positionen gleich. Dies führt dazu, dass jedes Unternehmen bei vierteljährlichen Rebalancierungen etwa 2,6 % des Fonds ausmacht und verhindert eine Konzentration auf einzelne Aktien.
Kosten, Rendite und Risiko: Ein detaillierter Blick
Die Kostenstruktur ist ein wesentlicher Faktor für langfristige Anlagen. VDC ist mit einer Kostenquote von 0,09 % deutlich günstiger als RSPS, das eine Kostenquote von 0,40 % aufweist. Diese Differenz von etwa 30 Basispunkten kann sich über die Zeit erheblich auf die Gesamtrendite auswirken.
Bei der Dividendenrendite zeigen die Quellen leicht unterschiedliche Angaben. Während eine Quelle für beide Fonds eine Rendite von 2,8 % angibt, berichten andere Quellen von 2,2 % für VDC und 2,7 % für RSPS. Die jüngste Ex-Dividenden-Datum für VDC war der 17. Dezember 2025.
In Bezug auf die Performance lieferte VDC in den letzten 12 Monaten (Stand: 18. Dezember 2025) eine Rendite von -0,4 %, während RSPS -2,6 % verzeichnete. Über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigte VDC ein Wachstum von 1.000 US-Dollar auf 1.235 US-Dollar (bzw. 1.244 US-Dollar), während RSPS im gleichen Zeitraum von 1.000 US-Dollar auf 984 US-Dollar (bzw. 988 US-Dollar) sank. Die Beta-Werte, die die Volatilität im Vergleich zum S&P 500 messen, liegen bei 0,56 (bzw. 0,54) für VDC und 0,52 für RSPS, was auf eine geringere Volatilität beider Fonds hindeutet.
Portfolio-Zusammensetzung und Top-Positionen
VDC hält zwischen 103 und 105 Aktien und hat eine lange Historie von 21,9 Jahren. Das Portfolio besteht zu 98 % aus Consumer Defensive Werten, mit einem geringen Anteil von 1 % an Consumer Cyclical und einem vernachlässigbaren Anteil an Industriewerten. Die größten Positionen sind:
- Walmart (NASDAQ:WMT) mit 14,53 %
- Costco Wholesale (NASDAQ:COST) mit 12,00 %
- The Procter & Gamble (NYSE:PG) mit 10,09 %
RSPS konzentriert sich auf 36 bis 38 Positionen und ist streng auf Consumer Defensive Aktien ausgerichtet. Die Gleichgewichtung sorgt dafür, dass keine einzelne Aktie das Portfolio dominiert. Zu den Top-Positionen gehören:
- Dollar General (NYSE:DG) mit 3,52 % (bzw. 3,58 %)
- Monster Beverage (NASDAQ:MNST) mit 3,34 %
- Dollar Tree (NASDAQ:DLTR) mit 3,58 %
- The Estée Lauder Co. (NYSE:EL) mit 3,44 %
Mit einem verwalteten Vermögen (AUM) von 8,6 Milliarden US-Dollar ist VDC deutlich größer als RSPS mit 236,2 Millionen US-Dollar (bzw. 236,3 Millionen US-Dollar).
Was bedeutet das für Anleger?
Beide ETFs bieten Anlegern Zugang zum defensiven Konsumgütersektor, unterscheiden sich jedoch grundlegend in ihrer Herangehensweise. VDC punktet mit niedrigeren Kosten, breiterer Diversifikation und einer tendenziell stärkeren jüngsten Performance. Seine Marktkapitalisierungsgewichtung führt jedoch zu einer Konzentration auf Megacaps wie Walmart und Costco.
RSPS hingegen verteilt das Risiko gleichmäßiger auf eine geringere Anzahl von Positionen, was kleineren und mittelgroßen Unternehmen mehr Einfluss verleiht. Dies kann das Einzelaktienrisiko reduzieren, geht aber mit höheren Kosten und einer geringeren Diversifikation im Vergleich zu VDC einher. Die Wahl zwischen VDC und RSPS hängt letztlich von den individuellen Präferenzen des Anlegers ab, insbesondere hinsichtlich der Gewichtung von Kosten, Diversifikation und der Konzentration auf große Unternehmen versus einer gleichmäßigeren Verteilung.