
Volkswagen plant massive Kostensenkungen von 20% bis 2028
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Volkswagen plant gruppenweite Kostensenkungen von 20 Prozent bis 2028, um steigenden Ausgaben, schwacher Nachfrage in China und US-Zöllen entgegenzuwirken. CEO Oliver Blume und CFO Arno Antlitz stellten das als "massiv" beschriebene Sparprogramm Führungskräften vor, während das Unternehmen auch mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert ist.
Massives Sparprogramm bei Volkswagen
Laut einem Reuters-Bericht, der sich auf das deutsche Fachmagazin Manager Magazin beruft, skizzierten CEO Oliver Blume und CFO Arno Antlitz die umfassenden Sparmaßnahmen während einer internen Sitzung mit Führungskräften Mitte Januar in Berlin. Details darüber, wo genau die Kürzungen ansetzen und wie die Zusammenarbeit der Marken verbessert werden soll, wurden nicht bekannt gegeben. Es wurde jedoch erwähnt, dass potenzielle Werksschließungen in Betracht gezogen werden.
Ein Volkswagen-Sprecher erklärte in einer E-Mail an Just Auto, dass sich das Unternehmen derzeit in der Stillhalteperiode befinde und daher "keine Aussagen oder Bewertungen zu Finanzangelegenheiten machen kann, die den Aktienkurs beeinflussen könnten". Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2025 der Gruppe werden im nächsten Monat erwartet.
Hintergründe der Kostensenkungen
Deutsche Automobilhersteller sehen sich in China einem verstärkten Wettbewerb ausgesetzt, der durch aggressive Preisgestaltung inländischer Konkurrenten geprägt ist. Gleichzeitig bleiben die Investitionen von Volkswagen in Software und die parallele Entwicklung von Verbrennungs- und Elektroplattformen hoch, was die Kosten weiter antreibt. Diese Faktoren, zusammen mit den erwähnten steigenden Ausgaben, der schwachen Nachfrage in China und den US-Zöllen, bilden den Hintergrund für die geplanten Einsparungen.
Frühere Erfolge und zukünftige Maßnahmen
Bereits vor drei Jahren führte der Volkswagen Konzern ein gruppenweites operatives Programm ein, um das Geschäft über alle Marken und Einheiten hinweg zukunftsfähig zu machen. Dieses Programm konzentrierte sich auf kundenorientierte Prioritäten wie Design, Produktangebot und Kosteneffizienz. Seitdem wurden Einsparungen im zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich erzielt. Dies ermöglichte es der Gruppe, geopolitische Gegenwinde – wie Zölle in den USA – abzufedern und auf Kurs zu bleiben, so der Sprecher.
Der Konzern setzt zudem Pläne um, bis 2030 35.000 Stellen in Deutschland abzubauen. Im Januar kündigte die Kernmarke Volkswagen an, Managementpositionen zu streichen und ihre Produktionsarchitektur zu straffen, mit dem Ziel, über denselben Zeitraum (bis 2030) Einsparungen von 1 Milliarde Euro (1,16 Milliarden US-Dollar) zu erzielen.
Herausforderungen im Markt und rechtliche Auseinandersetzungen
Die Notwendigkeit der Kostensenkungen unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen im globalen Automobilmarkt, insbesondere den intensiven Wettbewerb in China und die hohen Investitionen in neue Technologien. Weitere Details zu den Plänen werden von CEO Blume voraussichtlich auf der Jahrespressekonferenz von Volkswagen am 10. März bekannt gegeben.
Unabhängig von den Sparbemühungen wurde Volkswagen von einem Pariser Gericht angewiesen, sich in Frankreich wegen seiner Beteiligung am Diesel-Abgasskandal einem Strafverfahren zu stellen. Dem Unternehmen werden Täuschung "bezüglich Gütern, die die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden" vorgeworfen. Die Verfahren werden voraussichtlich nicht vor 2027 beginnen, wobei die Terminplanung im Dezember dieses Jahres besprochen werden soll.