Volvo erwägt US-Produktion für Geely-E-Autos: Ein Weg durch Handelsbarrieren?

Volvo erwägt US-Produktion für Geely-E-Autos: Ein Weg durch Handelsbarrieren?

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Der schwedische Automobilhersteller Volvo ist offen dafür, Elektrofahrzeuge (EVs) seines chinesischen Mutterkonzerns Geely in seinem Werk in South Carolina, USA, zu bauen. Dies erklärte Volvo-CEO Håkan Samuelsson in einem Interview am Mittwoch gegenüber Business Insider. Ein solcher Schritt könnte chinesischen E-Auto-Herstellern helfen, die hohen US-Zölle zu umgehen, steht jedoch vor erheblichen regulatorischen Hürden.

Volvos Angebot an Geely in den USA

Håkan Samuelsson betonte, dass jegliche Diskussionen von Geelys Fähigkeit abhängen würden, das anspruchsvolle regulatorische Umfeld für chinesische Fahrzeuge in den USA erfolgreich zu meistern. "Vorausgesetzt, das gelingt, könnten wir natürlich den Bau von Autos in unserem Werk diskutieren, da wir Kapazitäten haben", so Samuelsson. Das Werk in Charleston, South Carolina, produziert derzeit Volvos EX90 SUV und den Polestar 3 EV.

Regulatorische Hürden und Zölle

Derzeit sind chinesisch entwickelte Fahrzeugsoftware und -hardware aufgrund von Regeln der Biden-Administration faktisch aus den USA verbannt. Zudem blockieren Zölle von über 100 % effektiv den Verkauf chinesischer Fahrzeuge in den USA. Geely-Führungskräfte hatten Anfang des Jahres erklärt, dass Chinas zweitgrößter Autohersteller, zu dem auch die westlichen Marken Polestar und Volvo gehören, innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre Pläne zur Expansion in die USA bekannt geben könnte. Die Produktion in Volvos US-Werk könnte eine Möglichkeit sein, die hohen Zölle zu umgehen, obwohl die Beschränkungen für chinesische Hardware und Software weiterhin eine große Barriere darstellen würden.

Wachsender Wettbewerbsdruck durch chinesische E-Autos

Geely, BYD und andere chinesische E-Auto-Giganten gewinnen in China und Europa Marktanteile von westlichen Autoherstellern, indem sie eine Vielzahl erschwinglicher, hochtechnologischer Elektrofahrzeuge anbieten. Geelys Verkäufe sind in den letzten Jahren dank preisgünstiger EVs wie dem Galaxy Hatchback, der in China bei 68.800 Yuan (9.670 US-Dollar) startet, schnell gewachsen. Samuelsson warnte, dass europäische und amerikanische Autohersteller unter enormen Druck von aufstrebenden chinesischen EV-Herstellern geraten würden, sobald diese über ihren Heimatmarkt hinaus expandieren.

  • Samuelsson testete kürzlich Autos der chinesischen Marken Xiaomi und Zeekr und zeigte sich beeindruckt von deren fortschrittlicher Technologie und Premium-Anmutung.
  • Er fügte hinzu, dass westliche Unternehmen "Hilfe holen" und von ihren chinesischen Konkurrenten lernen müssten, um die Kosten für den Bau von EVs zu senken und wettbewerbsfähig zu bleiben.
  • "Es wird einen riesigen Wettbewerbsdruck der neuen auf die alte Industrie geben", sagte er.

Jeder Versuch, chinesische EVs in die USA zu bringen, würde wahrscheinlich auf erneuten politischen Widerstand stoßen. US-Autohersteller warnen, dass eine Welle billiger chinesischer Fahrzeuge verheerend für die Branche wäre. Der republikanische Senator Bernie Moreno schlug kürzlich einen Gesetzentwurf vor, der chinesische Autos vollständig von US-Straßen verbieten würde.

Volvos Strategie in Europa und aktuelle Geschäftszahlen

Parallel zu den Überlegungen für die USA ist Volvo auch bereit, Geely beim Bau von Autos in Europa zu unterstützen, indem es Zugang zu seinen Fabriken in der Region gewährt. Samuelsson betonte, dass chinesische Autohersteller, die in Europa erfolgreich sein wollen, eine lokale Produktion benötigen. Dies würde ihnen helfen, EU-Importzölle auf in China hergestellte EVs zu umgehen. Volvo selbst hat aufgrund solcher Herausforderungen die Produktion von China in seine Werke in South Carolina und Belgien verlagert.

Volvo meldete nach seinen Erstquartalsergebnissen sinkende Umsätze und Gewinne. Die EBIT-Marge des Konzerns sank auf 2,2 %, leicht unter dem Vorjahresniveau. Dies ist auf eine Verlangsamung der EV-Verkäufe in den USA und den harten Wettbewerb in China zurückzuführen.

  • In den USA haben der Wegfall von EV-Subventionen die Verkäufe von Volvo beeinträchtigt.
  • In China erlebt Volvo einen harten Wettbewerb durch neue Modelle und Preisgestaltung.
  • Das Unternehmen setzt auf sein neues Elektro-SUV EX60, das im Januar vorgestellt wurde und in Europa eine starke frühe Nachfrage verzeichnet, um eine Erholung voranzutreiben.
  • Samuelsson äußerte die Erwartung, dass die zweite Jahreshälfte besser ausfallen werde, und bekräftigte das Ganzjahresziel eines "deutlich besseren" Cashflows.

Volvo treibt zudem ein Restrukturierungsprogramm voran, das Stellenstreichungen und Produktionsverlagerungen umfasst, um in einem fragmentierten globalen Automobilmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Letzte Woche berichtete das Wall Street Journal, dass Geely auch Gespräche mit Ford über eine potenzielle Partnerschaft in den USA geführt hat, die die Lizenzierung seiner Technologie an den Detroiter Autogiganten umfassen könnte.

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