Vom Venture Capitalist zum Silent Disco DJ: Nic Huzz' Karrierewende

Vom Venture Capitalist zum Silent Disco DJ: Nic Huzz' Karrierewende

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Der 28-jährige Nic Huzz hat eine bemerkenswerte berufliche Kehrtwende vollzogen: Er verließ seine Position in einer Venture-Capital-Firma in Sydney, um in Bali ein Silent-Disco-Geschäft aufzubauen. Seine Geschichte beleuchtet die Suche nach beruflicher Erfüllung jenseits traditioneller Karrierepfade und die Herausforderungen, die ein solcher Wandel mit sich bringt.

Der vermeintliche Traumjob im Venture Capital

Nic Huzz war nie jemand, der von Kindheit an einen klaren Berufswunsch hatte. Nach einem Studium der Kommunikationswissenschaften und des Unternehmertums absolvierte er Praktika und arbeitete sich in die Startup-Welt vor. Schließlich landete er in einer Venture-Capital-Firma in Sydney, was er zunächst für seinen Traumjob hielt. Auf dem Papier schien alles perfekt: Er unterstützte Gründer beim Aufbau von Unternehmen und hatte einen angesehenen Titel.

Doch bereits innerhalb eines Monats nach Arbeitsbeginn stellte sich Ernüchterung ein. Obwohl der Job objektiv nicht schlecht war, fühlte sich Huzz leer. Er erkannte, dass er nicht den Job selbst, sondern die damit verbundene Anerkennung gesucht hatte. Der Großteil seiner Arbeitszeit, von 9 bis 17 Uhr, bestand aus Büroarbeit, während die Aspekte, die er liebte – wie die Moderation von Programmen, Reisen und die Zusammenarbeit mit Gründern – nur einen kleinen Teil seiner Woche ausmachten.

Die Suche nach Erfüllung und die Angst vor Veränderung

Die COVID-19-Lockdowns im Jahr 2020 verstärkten sein Gefühl der Unzufriedenheit, da die Wochenenden als Ausgleich wegfielen. Obwohl er seine Unzufriedenheit früh erkannte, dauerte es über drei Jahre, bis er kündigte. In dieser Zeit investierte er rund 42.000 Australische Dollar (etwa 30.000 US-Dollar) in über 50 Selbsthilfe-Coaches, Programme, Online-Kurse und Bücher, um einen Weg zu finden, sein Leben authentischer zu gestalten.

Huzz stellte fest, dass er sich nicht auf das Niveau seiner Ambitionen erhob, sondern auf das Niveau dessen, was sich sicher anfühlte. Die Angst vor Verurteilung, Versagen und dem Gefühl, nicht gut genug zu sein, hielt ihn gefangen. In den Monaten vor seiner Kündigung forderte er sich selbst heraus, jede Woche etwas zu tun, das ihn zutiefst beängstigte. Dies reichte von kleinen Schritten wie dem Posten eines verletzlichen Videos online bis hin zu Stand-up-Comedy und öffentlichem Singen ohne Vorkenntnisse.

Der Sprung ins Ungewisse: Bali und die Silent Disco

Innerhalb von fünf Wochen nach Beginn dieser Herausforderung zog Nic Huzz nach Bali, um dort remote für seine Firma zu arbeiten. Etwa drei Monate später, im Jahr 2023, forderte ihn seine Chefin auf, für die Eröffnung eines neuen Büros nach Sydney zurückzukehren. Huzz lehnte ab und kündigte. Seine Chefin zeigte Verständnis und war stolz auf seine Entscheidung, neue Wege zu gehen.

Ohne einen konkreten Plan lebte Huzz monatelang von seinen Ersparnissen. Sein Jahreseinkommen von 85.000 Australischen Dollar sank auf null, und er lebte von wenigen hundert Dollar pro Woche. Zweimal näherte sich sein Bankkonto der Nulllinie.

Vom Imposter-Syndrom zum erfolgreichen Unternehmer

Als Teil seiner persönlichen Herausforderung hatte Huzz begonnen, Silent-Disco-Kopfhörer an die Strände von Bali und Thailand mitzunehmen und Fremde zum Tanzen einzuladen. Immer mehr Menschen schlossen sich ihm an, und ein Freund schlug vor, Spenden anzunehmen. Huzz kämpfte mit dem Imposter-Syndrom, da er Arbeit mit Leid assoziierte und es ihm unnatürlich vorkam, Geld zu verdienen, während er Spaß hatte.

Schließlich folgte er dem Rat seiner Freunde. Bei seiner vierten oder fünften Silent Disco verdiente er in einer Stunde mehr Geld, als er an einem ganzen Tag in seinem früheren Unternehmensjob. Er begann, regelmäßige Silent-Disco-Sessions anzubieten und wurde sogar gefragt, ob er Kopfhörer vermieten könnte. Als ein Clubbesitzer 300 Headsets anfragte, musste Huzz einen Kredit von seinen Eltern aufnehmen, um 250 weitere zu kaufen. Dieser Kredit überstieg sein gesamtes Einkommen der letzten zwölf Monate, ermöglichte ihm aber, später große Konferenzen in Bali wie AWS, Amazon und IBM zu beliefern.

Finanzielle Realität und persönliche Freiheit

Im vergangenen Jahr verdiente Nic Huzz rund 30.000 Australische Dollar, deutlich weniger als in Sydney. Dennoch wacht er heute jeden Tag begeistert auf und kann selbst entscheiden, wo er lebt und wie er arbeitet. Er betont, dass der Weg dorthin eine enorme Belastung für sein Nervensystem war und rät niemandem, seinen Job über Nacht zu kündigen.

Huzz' Erfahrung lehrt ihn, dass viele Menschen in unbefriedigenden Situationen verharren, weil sie Sicherheit mit einem festen Gehalt gleichsetzen. Er hat gelernt, dass wahre Sicherheit aus dem Vertrauen in sich selbst entsteht. Seine Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie ein mutiger Karrierewechsel zu einer erfüllteren Lebensweise führen kann, auch wenn er mit finanziellen Unsicherheiten und persönlichen Ängsten verbunden ist.

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