Waffenstillstand im Nahen Osten: Märkte trotzen Spannungen, Ölpreise steigen

Waffenstillstand im Nahen Osten: Märkte trotzen Spannungen, Ölpreise steigen

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Trotz eines fragilen Waffenstillstands im Nahen Osten zeigen sich die globalen Finanzmärkte widerstandsfähig: Der S&P 500 und Nasdaq erreichen neue Rekordstände. Gleichzeitig sorgt die Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran durch Präsident Trump für anhaltende Spannungen und steigende Ölpreise.

Nahost-Konflikt und die Märkte

Ein Waffenstillstand soll militärische Aktionen beenden, doch die aktuelle Situation im Nahen Osten stellt diese Definition auf die Probe. Während der Iran Schiffe beschießt und in der Straße von Hormus beschlagnahmt, unterhalten die USA weiterhin eine Militärblockade und haben iranische Schiffe ins Visier genommen. Mohammad Bagher Ghalibaf, der iranische Parlamentssprecher, erklärte, dass eine "Wiedereröffnung der Straße von Hormus unmöglich" sei, solange die US-Blockade bestehe. Man könnte die Situation als eine Art Schrödingers Katze bezeichnen, bei der der Waffenstillstand gleichzeitig tot und lebendig erscheint.

Die Entwicklungen führten zu einem Anstieg der Ölpreise. Der internationale Referenzwert Brent-Rohöl stieg am Mittwoch um mehr als 3 % und schloss bei 101,91 US-Dollar pro Barrel, während die US-West Texas Intermediate (WTI) Futures um über 3 % auf 92,96 US-Dollar pro Barrel zulegten. Beide notierten am frühen Donnerstag leicht höher. Der US-Aktienmarkt zeigte sich von den Spannungen in der Meerenge unbeeindruckt, wobei der S&P 500 und der Nasdaq Composite inmitten zahlreicher Gewinnberichte neue Rekorde erreichten.

Trumps Verlängerung des Waffenstillstands

US-Präsident Donald Trump hat den Waffenstillstand mit dem Iran auf unbestimmte Zeit verlängert, bis die Gespräche zwischen den USA und dem Iran "abgeschlossen" sind. Diese Entscheidung gab er am Dienstag bekannt, obwohl er zuvor erklärt hatte, die Frist nicht verlängern zu wollen. Die Verlängerung erfolgte auf Ersuchen Pakistans, das als Vermittler fungiert. Trump machte die "ernsthaft zerrüttete" Regierung des Iran für die Verzögerung verantwortlich und gab den iranischen Beamten mehr Zeit, einen "einheitlichen Vorschlag" zu unterbreiten.

Auf Truth Social postete der Präsident: "Ich habe unser Militär angewiesen, die Blockade fortzusetzen und in jeder anderen Hinsicht bereit und fähig zu bleiben, und werde den Waffenstillstand daher verlängern, bis ihr Vorschlag eingereicht und die Diskussionen abgeschlossen sind, so oder so." Der Iran hat auf die Verlängerung bisher nicht öffentlich reagiert. Ursprünglich sollte der zweiwöchige Waffenstillstand am Dienstagabend auslaufen, wurde aber von Trump zuletzt auf Mittwochabend verschoben. Zuvor hatte der Präsident angedeutet, dass die US-Bombardierungskampagne gegen den Iran nach Ablauf des Waffenstillstands wieder aufgenommen würde.

Die Rolle Pakistans und gescheiterte Verhandlungen

Die USA und der Iran hatten vor zwei Wochen einem Waffenstillstand zugestimmt, um die Feindseligkeiten zu pausieren und Zeit für Verhandlungen zu gewinnen. Hochrangige Gespräche in Islamabad stagnierten jedoch nach einem ersten Treffen. Präsident Trump warf dem Iran vor, ein für die USA akzeptables Abkommen über sein Atomprogramm zu verweigern. Beide Seiten haben sich gegenseitig Verstöße gegen den Waffenstillstand vorgeworfen, wobei der Iran Schiffe an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus hinderte, während die USA iranische Häfen blockierten.

Das US-Verteidigungsministerium führte eine "right-of-visit"-Kontrolle des staatenlosen, sanktionierten Tankers M/T Tifani im INDOPACOM-Verantwortungsbereich durch, was die Fortsetzung der Interventionen trotz Diplomatie unterstreicht. Vizepräsident JD Vance sollte für eine zweite Runde von Friedensverhandlungen nach Pakistan reisen, doch diese Reise wurde verschoben, da Vertreter Teherans die Teilnahme verweigerten. Der iranische Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei erklärte im iranischen Staatsfernsehen, es gebe "keine endgültige Entscheidung" über weitere Gespräche aufgrund "inakzeptabler Handlungen" der USA, offenbar in Bezug auf die US-Blockade. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, dass derzeit keine Aussicht auf eine iranische Teilnahme an Verhandlungen bestehe.

Globale Marktentwicklungen

Abseits der geopolitischen Spannungen zeigten sich die asiatischen Märkte ebenfalls stark. Die Leitindizes in Südkorea und Japan erreichten am frühen Donnerstag neue Rekordhochs. Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix meldete am Donnerstag ein weiteres Quartal mit Rekordgewinnen und -umsätzen, da die Preise für seine Produkte aufgrund der starken Nachfrage nach KI-Technologien weiter steigen.

In Singapur fand unterdessen der zweite Tag des CNBC CONVERGE LIVE Events statt. Zu den wichtigen Teilnehmern gehörten der ehemalige kanadische Premierminister Justin Trudeau und der CEO der Singapore Exchange (SGX), Loh Boon Chye.

Debatte um Inflationsmessung

Kevin Warsh, der von Präsident Donald Trump als Kandidat für den Vorsitz der Federal Reserve nominiert wurde, äußerte seine bevorzugte Methode zur Inflationsmessung. Er schlug vor, dass die Zentralbank ihre Strategie ändern sollte. Die Fed bevorzugt seit langem den Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (Core PCE), da dieser volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt.

Warsh möchte jedoch noch einen Schritt weiter gehen, indem er extreme Preisschocks bei der Berechnung der Gesamtinflation eliminiert. Er erklärte: "Die von mir bevorzugten Messgrößen sind sogenannte 'trimmed averages'. Wir entfernen alle Extremrisiken, alle einmaligen Posten, und fragen uns, ob die allgemeine Preisänderung Zweitrundeneffekte auf die Wirtschaft hat."

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