
Wall Street optimistisch: S&P 500 Prognosen für 2026 nach Fed-Zinsenkung
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Nachdem der S&P 500 und der Dow Jones in derselben Woche Rekordhöhen erreichten, in der die Federal Reserve die Zinsen senkte, zeigt sich die Wall Street zunehmend optimistisch für den Aktienmarkt im Jahr 2026. Die Kommentare von Fed-Chef Jerome Powell nach der geldpolitischen Sitzung wurden als weniger restriktiv als erwartet wahrgenommen, was die positive Stimmung weiter verstärkt.
Fed-Politik und Marktausblick
Die jüngste Zinsenkung der Federal Reserve und die als "nicht sehr restriktiv" empfundenen Äußerungen von Jerome Powell befeuern die Zuversicht der Anleger. David Waddell, CEO von Waddell & Associates, kommentierte Powells Statement als "eher einen 'Chickenhawk'" und sah es "überhaupt nicht als sehr restriktiv" an. Waddell prognostiziert zudem, dass Präsident Trump, dessen Amtszeit im Mai endet, Powell durch einen Befürworter niedrigerer Zinsen ersetzen wird. Dies könnte zu "viel monetärem Stimulus" und "viel fiskalischem Stimulus" führen.
Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne
Die Federal Reserve hat ihre BIP-Prognose für 2026 auf 2,3 % angehoben. Diese Erwartung deutet auf höhere Einnahmen, verbesserte Gewinnmargen und ein stärkeres Gewinnwachstum für Unternehmen hin. Solche Aussichten befeuern optimistische Kursziele an der Wall Street.
Ed Yardeni, ein erfahrener Stratege, sieht den S&P 500 bei 7.700 Punkten und erhöhte die Wahrscheinlichkeit seines "Roaring 2020s"-Szenarios auf 60 %. Als Gründe nannte er unter anderem Steuervorteile aus dem "Big Beautiful Bill" und den durch KI angetriebenen Technologieboom.
S&P 500 Prognosen für 2026
Mehrere große Finanzinstitute haben ihre Kursziele für den S&P 500 für 2026 bekannt gegeben:
- Oppenheimer setzt ein Ziel von 8.100 Punkten für 2026. John Stoltzfus, Chief Market Strategist bei Oppenheimer, sieht die Verschiebung in der Geld- und Fiskalpolitik als Haupttreiber für die Unternehmensgewinne. Er äußerte: "Es muss gut für Unternehmen und gut für Verbraucher sein. Es wird sich in den Aktien widerspiegeln."
- UBS ist ebenfalls positiv gestimmt und prognostiziert für Dezember 2026 ein Ziel von 7.700 Punkten. Die Strategen nennen "widerstandsfähiges Wirtschaftswachstum, Zinssenkungen der Fed und einen Boom bei KI-Investitionen" als treibende Faktoren.
- Goldman Sachs prognostiziert ein S&P 500-Gewinnwachstum von über 12 % im Jahr 2026, während der Street-Konsens bei 14 % liegt.
Die Rolle der "Magnificent Seven" und breitere Marktteilnahme
Die sieben größten Aktien des Index – Nvidia (NVDA), Apple (AAPL), Microsoft (MSFT), Alphabet (GOOGL, GOOG), Amazon (AMZN), Broadcom (AVGO) und Meta (META) – machen derzeit etwa ein Viertel der Indexgewinne aus. Goldman Sachs erwartet jedoch eine breitere Beteiligung am Gewinnwachstum. Ben Snider von Goldman schrieb in einer Notiz, dass "makroökonomische Rückenwinde durch beschleunigtes Wirtschaftswachstum und ein nachlassender Zölle-Druck auf die Margen eine Beschleunigung der Gewinnwachstumsrate für die verbleibenden 493 Aktien unterstützen werden."
Wachstumsstrategien und vielversprechende Aktien
Investoren, die eine Mischung aus Wert- und Wachstumsinvestitionen suchen, könnten die GARP-Strategie (Growth At a Reasonable Price) in Betracht ziehen. Diese Strategie zielt darauf ab, unterbewertete Aktien mit vielversprechenden Aussichten zu identifizieren. Ideale Wachstumsraten liegen dabei zwischen 10 % und 20 %.
Einige Aktien, die im Rahmen einer solchen Strategie als vielversprechend gelten, sind:
- Vertiv (VRT): Profitiert von starkem Auftragswachstum und einer robusten Pipeline, insbesondere im Bereich Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Im dritten Quartal 2025 stiegen die organischen Aufträge um 60 % im Jahresvergleich. Vertiv hat kürzlich OCP-konforme Rack-, Strom- und Kühllösungen für hochdichte, energieeffiziente Rechenzentren und KI-Workloads eingeführt.
- Expedia Group (EXPE)
- NVIDIA (NVDA): Wird auch als GARP-Aktie hervorgehoben und ist Teil der "Magnificent Seven".
- Ralph Lauren (RL)
Auch andere Wachstumstitel werden von Analysten beleuchtet:
- BYD Company (BYDDY): Obwohl die Aktien des EV-Herstellers aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs und eines Rückgangs der Nettogewinne um 33 % im Jahresvergleich unter Druck stehen, wächst das Unternehmen weiterhin. Der chinesische EV-Markt wird bis 2030 voraussichtlich um über 17 % jährlich wachsen. BYD entwickelt zudem Batterien der nächsten Generation für sich selbst und andere Hersteller.
- SoFi Technologies (SOFI): Trotz jüngster Rückschläge sehen Analysten langfristig gute Aussichten für die Online-Bank.
- Alphabet (GOOGL, GOOG): Die Google-Mutter wird als weit entfernt von einem "alternden Dinosaurier" beschrieben, den viele Anleger vermuten könnten.
Fokus auf KI und Datenzentren
Der KI-Boom ist ein wiederkehrendes Thema, das die Wachstumsaussichten vieler Unternehmen prägt. Unternehmen wie Vertiv und NVIDIA profitieren direkt von der steigenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Auch Amazon investiert massiv in diesen Bereich.
Amazon (AMZN) verzeichnete im letzten Jahr ein Umsatzwachstum von 10 % im Online-Handel, 12 % bei Drittanbieterdiensten und 24 % im digitalen Werbegeschäft. Trotz Bedenken hinsichtlich der Wirtschaft und hoher KI-Investitionen, die im letzten Jahr über 120 Milliarden US-Dollar an Investitionsausgaben (Capex) erreichten (gegenüber 70 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum), bleibt das Unternehmen finanziell stark. Ende des dritten Quartals 2025 verfügte Amazon über 94 Milliarden US-Dollar an Liquidität und generierte in den letzten zwölf Monaten 15 Milliarden US-Dollar an freiem Cashflow. Die hohen Investitionen sind ein Zeichen für das Engagement des Unternehmens, in einem wettbewerbsintensiven Umfeld führend zu bleiben.