
Walmart reduziert H-1B-Visa-Anträge drastisch nach Trump-Reformen
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Walmart hat seine Anträge für H-1B-Visa im ersten Quartal des Bundeshaushaltsjahres 2025 drastisch reduziert. Die Zahl sank um mehr als die Hälfte auf 312 zertifizierte Anträge, was die Auswirkungen der unter Präsident Donald Trump eingeführten Änderungen am Visaprogramm widerspiegelt. Diese Entwicklung reiht sich in einen breiteren Trend bei großen Technologieunternehmen ein.
Einbruch bei H-1B-Anträgen von Walmart
Der Einzelhandelsriese Walmart reichte in den letzten drei Monaten des Jahres 2025, dem ersten Quartal des Bundeshaushaltsjahres, 312 zertifizierte H-1B-Visumanträge ein. Dies stellt einen starken Rückgang gegenüber den Vorjahren dar. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch rund 860 Anträge, und die aktuelle Zahl liegt etwa 40 % unter dem Niveau von vor zwei Jahren.
Diese Zahlen bieten einen ersten Hinweis darauf, wie sich die im September beginnenden Änderungen am Arbeitsvisaprogramm auf die Personalaktivitäten von Unternehmen auswirken. Obwohl Walmarts Antragszahlen erheblich gesunken sind, sind sie im Vergleich zu anderen Einzelhändlern wie Target, Home Depot und Lowe's immer noch um eine Größenordnung höher.
Hintergrund der Visa-Reformen unter Trump
Die unter Präsident Donald Trump eingeführten Änderungen am H-1B-Visaprogramm haben den Erwerb von Visa für Unternehmen teurer und schwieriger gemacht. Zu diesen Änderungen gehören eine Präferenz für höher bezahlte Arbeitskräfte und die Einführung einer einmaligen Gebühr von 100.000 US-Dollar für jeden neuen Antrag. Zuvor lagen die Kosten pro Antrag typischerweise zwischen 2.000 und 5.000 US-Dollar.
Neben den neuen Regeln, die den Visaprozess kostspieliger machten und Antragsteller strenger prüften, konzentrierten sich Unternehmen im letzten Jahr auch generell auf schlankere, spezialisiertere Teams. Die mittlere Grundvergütung in Walmarts H-1B-Anträgen im ersten Quartal lag bei 150.000 US-Dollar, ein Anstieg gegenüber 144.000 US-Dollar und 145.000 US-Dollar in den beiden Vorjahren.
Auswirkungen auf den Einzelhandel und Tech-Sektor
Walmarts Veränderungen spiegeln die Entwicklung bei mehreren großen Technologieunternehmen wider, darunter Amazon, Google, Meta und Microsoft, die ebenfalls ihre Nutzung des Programms eingeschränkt haben. Amazon, das die höchste Anzahl an Datensätzen in einer Überprüfung aufwies, verzeichnete einen Rückgang seiner zertifizierten Quartalsanträge um etwa ein Drittel, von 4.647 auf 3.057.
Berichten zufolge hat Walmart, der größte private Arbeitgeber der Nation mit über 1,6 Millionen Mitarbeitern und rund 2.300 bis 2.390 H-1B-Arbeitnehmern in seinen Unternehmenszentralen in Bentonville und San Francisco, die Stellenangebote für Bewerber, die ein H-1B-Visum benötigen, ausgesetzt. Während Walmarts Anträge stark zurückgingen, zeigten andere Einzelhändler wie Target, Home Depot und Lowe's über den gleichen Zweijahreszeitraum hinweg relativ konstante Zahlen zertifizierter H-1B-Anträge, obwohl alle vier Unternehmen Ende 2024 höhere Zahlen als Ende 2025 verzeichneten.
Das H-1B-Visaprogramm im Detail
Das H-1B-Visaprogramm wurde 1990 ins Leben gerufen, um US-Arbeitgebern die Einstellung ausländischer Fachkräfte in Bereichen zu ermöglichen, die detailliertes Wissen erfordern, wie Technologie, Wissenschaft, Ingenieurwesen und Medizin. Der ausländische Arbeitnehmer wird vom Arbeitgeber "gesponsert" und muss mit den U.S. Citizenship and Immigration Services zusammenarbeiten, um die Genehmigung des Visums zu erhalten.
Die Visa sind drei Jahre gültig und können auf bis zu sechs Jahre verlängert werden. Das Programm ist auf 65.000 Visa pro Jahr begrenzt, mit weiteren 20.000 für Personen mit fortgeschrittenen Abschlüssen. Das Arbeitsministerium prüft und zertifiziert H-1B- und ähnliche Visumanträge, um sicherzustellen, dass potenzielle Einwanderer so viel bezahlt werden wie typische US-Arbeitnehmer in ähnlichen Rollen und die Beschäftigung dieser Arbeitnehmer nicht negativ beeinflussen.
Rechtliche Anfechtung und Debatte
Die U.S. Chamber of Commerce hat eine Klage eingereicht, um die neue H-1B-Visagebühr anzufechten, da sie die Gebühr als "rechtswidrig" bezeichnet. Neil Bradley, Chief Policy Officer der U.S. Chamber, erklärte, dass die Gebühr Bestimmungen des Immigration and Nationality Act, die das H-1B-Programm regeln, außer Kraft setze, einschließlich der Anforderung, dass Gebühren auf den Kosten basieren, die der Regierung bei der Bearbeitung von Visa entstehen.
- Meinung:* James Fishback, CEO von Azoria, äußerte sich in "Varney & Co." kritisch: "Wir haben qualifizierte Amerikaner im ganzen Land." Er betonte, dass "Made in America" einen Schritt weiter gehen müsse: "Made in America by Americans." Fishback argumentierte, dass das soziale Gefüge Amerikas darauf basiere, die eigenen Leute an erste Stelle zu setzen, und kritisierte, dass qualifizierte Amerikaner übergangen würden, weil Fortune-500-Unternehmen "billige Arbeitskräfte aus Indien ausbeuten" wollten. Er schlug vor, das O-1-Visaprogramm für die "absolut Besten der Besten" zu nutzen und eine Beendigung des H-1B-Programms in Betracht zu ziehen.
Walmarts Reaktion
Walmart war für einen Kommentar zu dieser Entwicklung nicht sofort verfügbar und reagierte nicht auf Anfragen.