
Warner Bros. Discovery prüft Paramount-Angebot: Droht neuer Bieterkampf?
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Warner Bros. Discovery (WBD) erwägt Berichten zufolge, die Verkaufsgespräche mit dem Rivalen Paramount Skydance Corp. wieder aufzunehmen. Dies geschieht, nachdem Paramount ein überarbeitetes Angebot vorgelegt hat, das möglicherweise einen besseren Deal verspricht und einen erneuten Bieterkampf mit Netflix Inc. entfachen könnte. Trotz einer bestehenden bindenden Vereinbarung mit Netflix prüft der WBD-Vorstand nun alle Optionen.
Neue Wendung im Bieterkampf um Warner Bros. Discovery
Warner Bros. Discovery Inc. (WBD) prüft derzeit intensiv, ob es die Verkaufsverhandlungen mit dem Hollywood-Rivalen Paramount Skydance Corp. wieder aufnehmen soll. Dies wurde bekannt, nachdem Paramount sein jüngstes, überarbeitetes Angebot unterbreitet hatte. Mitglieder des WBD-Vorstands diskutieren, ob Paramount einen Weg zu einem überlegenen Geschäft bieten könnte, was einen zweiten Bieterkrieg mit Netflix Inc. auslösen könnte.
Der Vorstand hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen und ist weiterhin an eine bindende Vereinbarung mit Netflix gebunden. Die Prüfung des Paramount-Angebots ist jedoch ein Novum, da der Vorstand erstmals die Möglichkeit eines besseren Deals oder einer Erhöhung des Netflix-Gebots in Betracht zieht.
Paramounts nachgebessertes Angebot im Detail
Paramount hat in der vergangenen Woche geänderte Bedingungen vorgelegt, die mehrere Bedenken von Warner Bros. Discovery adressieren. Das Unternehmen würde eine Gebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar übernehmen, die WBD an Netflix zahlen müsste, falls die Vereinbarung gekündigt wird. Zudem bietet Paramount an, eine Schuldenrefinanzierung von Warner Bros. abzusichern.
Paramount hat außerdem zugesagt, WBD-Aktionäre zu entschädigen, falls der Deal nicht bis zum 31. Dezember abgeschlossen wird. Dies unterstreicht das Vertrauen des Unternehmens in eine schnelle behördliche Genehmigung. David Ellison, CEO von Paramount, hat zudem signalisiert, dass das aktuelle Angebot nicht sein letztes und endgültiges Gebot sei.
Der bestehende Deal mit Netflix und seine Herausforderungen
Warner Bros. Discovery hat sich bereits auf den Verkauf seines gleichnamigen Studios und des Streaming-Dienstes HBO Max an Netflix geeinigt. Dieser Deal beläuft sich auf 27,75 US-Dollar pro Aktie. Netflix, ein führender Streaming-Anbieter, hat ebenfalls angedeutet, bereit zu sein, sein Gebot zu erhöhen, um den Deal für eines der größten US-Medienunternehmen zu sichern.
Allerdings sind beide Unternehmen, Paramount und Netflix, vorsichtig, zu viel auszugeben. Die Aktien von Netflix sind seit ihrem Höchststand im Juni um mehr als 40 Prozent gefallen, da Investoren Bedenken hinsichtlich des Warner Bros. Deals geäußert haben.
Druck von Aktionären und mögliche nächste Schritte
Warner Bros. Discovery steht unter erheblichem Druck von Aktionären, sich zumindest mit Paramount auseinanderzusetzen. Eine Reihe von WBD-Aktionären, darunter Pentwater Capital Management und Ancora Holdings Group, haben öffentlich ihre Überzeugung geäußert, dass der Vorstand mit Paramount in Kontakt treten sollte. Bislang wurden jedoch nur 42,3 Millionen Aktien an Paramount angedient, was weniger als 2 Prozent der ausstehenden Aktien entspricht.
Chris Marangi, Co-Chief Investment Officer bei Gabelli Funds, äußerte sich zwar enttäuscht, dass Paramount den Angebotspreis diese Woche nicht erhöht hat, sieht aber in den jüngsten Änderungen der Bedingungen kreative Wege zur Strukturierung eines Deals. Marangi, dessen Unternehmen WBD-Aktien besitzt, sagte: "Wie der Warner Bros. Vorstand möchte ich ein versüßtes Angebot sehen."
Sollte Warner Bros. Discovery beschließen, die Gespräche mit Paramount wieder aufzunehmen, müsste es zuerst Netflix benachrichtigen. Anschließend würde WBD versuchen, Paramount dazu zu bewegen, sein Angebot über 30 US-Dollar pro Aktie hinaus zu erhöhen. Falls WBD Paramounts neues Angebot als überlegen einstufen würde, hätte Netflix das Recht, dieses Angebot zu matchen.
Hintergrund des Bieterrennens und Branchenkonsolidierung
Paramount löste die Auktion um Warner Bros. im vergangenen Jahr mit einem unaufgeforderten Angebot aus. Das Unternehmen erhöhte den Preis mehrmals, verlor aber letztendlich gegen Netflix. Die Führung von Paramount hat jedoch darauf bestanden, dass ihr Deal besser sei, und hat in den letzten Monaten Regulierungsbehörden und Aktionäre umworben.
Die Ursprünge dieser Gespräche reichen mehrere Jahre zurück, als Warner Bros. Discovery, bekannt für Franchises wie Harry Potter und DC Comics, Partnerschaften zur Stärkung seiner Position gegen Streaming-Giganten prüfte. Paramount, mit seiner Bibliothek von Star Trek und Mission: Impossible, hatte sich durch eine Fusion mit Skydance Media transformiert, um ein kombiniertes Unternehmen für Content-Produktion und -Vertrieb zu schaffen.
Branchenanalysten sehen die potenzielle Wiederaufnahme der Verhandlungen als Zeichen des anhaltenden Konsolidierungsdrucks im Mediensektor. Dieser Sektor ist mit Herausforderungen wie dem Rückgang traditioneller Fernseh viewership (Cord-Cutting) und schwankenden Werbeeinnahmen konfrontiert. Eine Fusion zwischen Warner Bros. Discovery und Paramount Skydance könnte ein Medienunternehmen mit einer riesigen Content-Bibliothek schaffen, das die Dominanz von Diensten wie Disney+ und Amazon Prime Video herausfordern könnte.