
Warren Buffetts zeitlose Ratschläge: Schulden, Karriere, Erfolg
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Warren Buffett, der legendäre Investor und ehemalige CEO von Berkshire Hathaway, teilte kürzlich in einem seltenen Interview zeitlose Ratschläge zu Finanzen, Karriere und persönlicher Entwicklung. Der 95-Jährige warnte eindringlich vor den Gefahren persönlicher Schulden und betonte die Bedeutung von Disziplin für ein sorgenfreies Leben. Seine Weisheiten reichen von der richtigen Jobwahl bis hin zur Rolle der Elternschaft und dem Einfluss des sozialen Umfelds.
Die Gefahren der Verschuldung
Buffett warnte in einem im Mai geführten und kürzlich ausgestrahlten CNBC-Special mit dem Titel "Warren Buffett: A Life and Legacy" eindringlich vor den Risiken persönlicher Schulden. Viele Menschen würden dazu neigen, "über ihre Einkünfte hinaus auszugeben", indem sie Kreditkartenschulden anhäufen. Dies sei jedoch ein Weg in den Ruin, da man den Rest seines Lebens "unter Wasser" sei.
Der Selfmade-Milliardär betonte, dass Menschen, die sich keine Sorgen um Geld machen, "deutlich glücklicher" seien als jene, die es tun. Er riet insbesondere Teenagern und Studenten: "Verschuldet euch nicht." Sobald man in einem Loch stecke, sei es schwierig oder gar unmöglich, wieder herauszukommen. Eine Ausnahme bilde eine Hypothek für ein Haus, doch auch hier sei Vorsicht geboten.
Finanzielle Disziplin als Schlüssel zum Glück
Für Buffett gibt es "nichts Magisches" an der Verwaltung der eigenen Finanzen. Es erfordere lediglich "ein wenig Nachdenken und ein wenig Disziplin". Obwohl er einräumte, dass Jugendliche nicht "geneigt sind, viel Disziplin anzuwenden", wiederholt er seinen Rat zur Schuldenvermeidung stets.
Menschen, die sich nicht um Geld sorgen müssen, seien "deutlich glücklicher" als jene, die es tun. Er ermutigt dazu, den "einfachen Weg" zu gehen und Schulden von vornherein zu vermeiden, anstatt sich mühsam aus einer finanziellen Notlage befreien zu müssen.
Elternschaft: Vorbild sein und Vertrauen schenken
Buffett hob die Bedeutung der Elternrolle hervor und betonte, dass Eltern ein gutes Beispiel geben sollten. Er erinnerte sich an seinen Vater, Howard Buffett Sr., einen Omaha-Börsenmakler und vierfachen republikanischen Kongressabgeordneten, der ihm gegenüber immer sehr nachsichtig war und sagte: "Ich weiß, du kannst es besser." Dies sei "sehr wirkungsvoll" gewesen, da sein Vater Recht hatte und er es wusste.
Der legendäre Aktieninvestor, der nach über 50 Jahren als CEO von Berkshire Hathaway zurückgetreten ist, lobte seine drei Kinder – Susan, Howard Jr. und Peter. Sie seien damit beauftragt, nahezu sein gesamtes Vermögen für gute Zwecke zu verteilen. Buffett erklärte: "Wenn man gute Kinder haben will, sei ein guter Elternteil." Seine Kinder hätten keine Heuchelei erleben müssen, da er und ihre Mutter weitgehend nach den Werten lebten, die sie ihnen vermittelten. Sie sahen ihre Eltern nie "extrem reich" auftreten oder Geld horten, um es anderen zu zeigen.
Die Wahl des richtigen Jobs
Buffett, der scherzhaft sagt, er "steppt zur Arbeit", weil er seinen Job so sehr genießt, riet dazu, eine Karriere in dem zu verfolgen, was man liebt. Sein Markenzeichen-Ratschlag lautet: "Suchen Sie den Job, den Sie annehmen würden, wenn Sie keinen Job bräuchten." Dabei sei die Tatsache, dass man ein Gehalt bekommt, "nebensächlich" zu dem, was man tut.
Der als unersättlicher Leser bekannte Buffett merkte an, dass man "viele Dinge aus einem Buch lernen" kann, aber auch reale Lebenserfahrung entscheidend ist. Man könne nicht durch das Lesen eines Buches im Alter von drei oder vier Jahren "das Herz gebrochen bekommen" oder den "Nervenkitzel" und die "Begeisterung" erleben, die mit dem "Erreichen von etwas" einhergehen, bis man es tatsächlich tut.
Der Einfluss des Umfelds auf den Erfolg
Ein weiterer wichtiger Ratschlag von Warren Buffett für langfristigen Erfolg betrifft die Wahl des sozialen Umfelds. Bereits 2004, bei der Jahreshauptversammlung von Berkshire Hathaway, antwortete er auf die Frage eines 14-jährigen Jungen namens Justin Fong: "Es ist besser, mit Leuten abzuhängen, die besser sind als du. Such dir Kollegen aus, deren Verhalten besser ist als deins, und du wirst in diese Richtung driften."
Buffett vertraut seinem Nachfolger Greg Abel, der das 1,2 Billionen Dollar schwere Imperium von Berkshire Hathaway führen wird. Charlie Munger, Buffets verstorbener Geschäftspartner und stellvertretender Vorsitzender von Berkshire Hathaway, unterstützte diese Ansicht. Er fügte hinzu: "Wenn dir das bei deiner Peergroup vorübergehend etwas Unpopularität einbringt, zum Teufel damit." Auch andere Führungskräfte wie Richard Branson von Virgin Atlantic und Apple-Mitbegründer Steve Jobs betonten die Wichtigkeit, sich mit klügeren Menschen zu umgeben. Eine Studie der Northwestern University’s Kellogg School of Management aus dem Jahr 2017 zeigte zudem, dass die Nähe zu Hochleistern die Arbeitsleistung von Kollegen um bis zu 15 % verbessern kann, was schätzungsweise 1 Million Dollar jährlichen Gewinn pro Unternehmen generiert.
Weisheiten für ein erfülltes Leben
Buffett reflektierte über sein eigenes Leben und sagte, er habe Glück gehabt, in den USA geboren zu sein, bis in seine 90er-Jahre zu leben, generell gesund zu bleiben und "alle möglichen interessanten Erfahrungen" gemacht zu haben. Er fasste zusammen: "Ich meine, Sie haben im Lotto gewonnen."
Er riet auch dazu, sich selbst gegenüber "sehr nachsichtig" zu sein und nicht bei vergangenen Fehltritten zu verweilen, da diese nicht geändert werden können und "niemand sich darum kümmert". Stattdessen sollte man sich darauf konzentrieren, sein Verhalten in Zukunft zu verbessern, da die "zweite Hälfte des Lebens besser sein sollte als die erste", wenn man mit dem Alter weiser wird.