
Warren hinterfragt X Money: Musks Finanzpläne unter Druck der US-Senatorin
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US-Senatorin Elizabeth Warren (D-Mass.) hat öffentlich die Eignung von Elon Musk zur Führung von X Money infrage gestellt. Dies geschah kurz vor Ablauf einer Frist, die Musk gesetzt wurde, um auf ein Schreiben vom 14. April zu antworten, das Risiken für Verbraucher, Finanzstabilität und nationale Sicherheit aufzeigte. Die ranghöchste Demokratin im Senatsbankenausschuss fordert von Musk Transparenz über die geplante Zahlungsplattform.
Warrens Bedenken gegen X Money
Senatorin Warren drängt Musk auf Antworten zu mehreren kritischen Punkten. Sie möchte wissen, ob X Money einen Stablecoin herausgeben wird, ob es Nutzer-Transaktionsdaten überwachen und monetarisieren wird und welche Kontrollen zur Verhinderung von Betrug, Missbrauch und illegalen Finanzaktivitäten implementiert werden. Warrens Bedenken konzentrieren sich auf Musks bisherige Führung von X und die potenziellen Auswirkungen auf das Finanzsystem.
Sie schrieb: „Wenn Ihre Erfolgsbilanz beim Betrieb von X ein Indikator dafür ist, wie Sie X Money betreiben werden, könnten Verbraucher, unsere nationale Sicherheit und die Stabilität des Finanzsystems gefährdet sein.“ Die Plattform habe es sanktionierten Personen ermöglicht, ihre Reichweite zu erweitern, und Finanzierungskampagnen paramilitärischer Organisationen gehostet.
Die Rolle der Cross River Bank
Ein weiterer Punkt in Warrens Schreiben betrifft die Cross River Bank, die offenbar die Einlagen von X Money hält. Dies geht aus Screenshots hervor, die der Schauspieler William Shatner, ein früher Nutzer, veröffentlichte. Die beworbene 6% APY (jährlicher Prozentsatz der Rendite) wird ebenfalls über diese Bank angeboten.
Warren weist darauf hin, dass die Cross River Bank wiederholt Ziel von Durchsetzungsmaßnahmen der FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) war. Im Jahr 2023 gab es eine Maßnahme wegen Bedenken hinsichtlich fairer Kreditvergabe und 2018 eine weitere wegen Verbrauchertäuschung.
Musks Einfluss auf die Regulierung
Warren kritisiert auch Musks Rolle bei der angeblichen Demontage des Consumer Financial Protection Bureau (CFPB). Sie argumentiert, dass Musk von dessen Zusammenbruch profitieren würde. Das CFPB, das Warren 2010 mit dem Dodd-Frank Act mitbegründet hatte, hätte direkte Zuständigkeit über digitale Wallet-Produkte wie X Money gehabt.
Während Musks Zeit als Berater von Präsident Trump habe die Regierung mit dem damaligen amtierenden CFPB-Direktor Russ Vought zusammengearbeitet, um das Bureau grundlegend umzustrukturieren. Dies umfasste die Schließung des Hauptsitzes, den Versuch, fast 90% der Mitarbeiter zu entlassen, und das Fallenlassen anhängiger Durchsetzungsmaßnahmen. Warren fragte auch, ob Musk oder ein DOGE-Mitarbeiter während der Demontage der Behörde auf vertrauliche CFPB-Daten von Wettbewerbern von X Money zugegriffen hat.
Verzögerter Start und Markterwartungen
Der Polymarket-Kontrakt für einen öffentlichen Start von X Money bis zum 30. April wird derzeit bei 31% gehandelt, ein Rückgang von über 60% Ende März. Die Regeln für die Auflösung des Kontrakts erfordern einen offenen öffentlichen Zugang; geschlossene Beta- oder nur auf Einladung zugängliche Versionen zählen nicht.
Musk hatte am 10. März in einem Post angekündigt, dass der frühe öffentliche Zugang noch in diesem Monat starten würde. Das Produkt bietet Peer-to-Peer-Überweisungen über Visa Inc. (NYSE:V) und eine Metall-Debitkarte mit Cashback-Funktion.
Auswirkungen auf Wettbewerber wie PayPal
Die Unsicherheit um den Start von X Money hat auch Auswirkungen auf etablierte Akteure. Mizuho stufte PayPal Holdings (NASDAQ:PYPL) letzte Woche auf „Neutral“ herab. Die Bank begründete dies damit, dass Venmo dem direktesten Substitutionsrisiko durch X Money ausgesetzt sei, da beide auf dieselben Peer-to-Peer-Einstiegspunkte abzielen.
Ein gescheiterter Start im April könnte diesen Überhang für PayPal kurzfristig mindern. Die These von Mizuho gewinnt nur an Gewicht, wenn Musk das Produkt tatsächlich auf den Markt bringt.
Kryptowährungs-Integration und das GENIUS Act
Warren widmete einen Teil ihres Schreibens auch Gerüchten, dass X Money Transaktionen in Kryptowährungen ermöglichen könnte, insbesondere Stablecoins. Sie äußerte Bedenken, dass X einen „verdächtigen Schlupfwinkel“ im letztjährigen Stablecoin-Gesetz, dem GENIUS Act, ausnutzen könnte.
Dieser Schlupfwinkel würde es privaten Unternehmen wie X ermöglichen, Stablecoins ohne die erforderlichen Genehmigungen und Schutzmaßnahmen auszugeben, die für ähnlich positionierte öffentliche Handelsbanken gelten würden. Warren fragte, ob Musk oder jemand in seinem Namen für diese Bestimmung lobbyiert hat. Sie forderte schriftliche Antworten bis zum 21. April 2026.