Warsh führt Fed-Vorsitz-Rennen an nach Trumps Hassett-Kommentaren

Warsh führt Fed-Vorsitz-Rennen an nach Trumps Hassett-Kommentaren

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Kevin Warsh hat sich laut aktuellen Prognosemärkten an die Spitze des Rennens um den Vorsitz der US-Notenbank Federal Reserve gesetzt. Dies geschah, nachdem Präsident Donald Trump am Freitag, dem 16. Januar 2026, Äußerungen tätigte, die seinen bevorzugten Wirtschaftsberater Kevin Hassett aus dem Rennen nahmen.

Warsh überholt Hassett im Rennen um Fed-Vorsitz

Nach den Bemerkungen von Präsident Trump am Freitag stiegen die Wetten auf den Prognosemärkten deutlich zugunsten von Kevin Warsh. Auf Kalshi erhöhten Händler die Wahrscheinlichkeit für Warsh auf 59 %, während Kevin Hassett, zuvor als sein engster Konkurrent angesehen, auf nur 14 % fiel. Selbst der aktuelle Fed-Gouverneur Christopher Waller, der als Außenseiter galt, übertraf Hassett mit einer Wahrscheinlichkeit von 18 %.

Ein ähnliches Bild zeigte sich auf Polymarket, wo Warsh mit 58 % vor Hassett (11 %) und Waller (16 %) lag. Noch am Mittwoch, dem 14. Januar 2026, lagen Warsh und Hassett nahezu gleichauf. Andere Kandidaten wie Rick Rieder von BlackRock und Fed-Gouverneurin Michelle Bowman erhalten derzeit nur geringe Chancen.

Trumps Präferenz für Hassett und die Marktreaktion

Präsident Trump äußerte sich am Freitag im Weißen Haus, ohne seine Entscheidung explizit zu nennen, und signalisierte, dass er Kevin Hassett lieber in seiner derzeitigen Position als oberster Wirtschaftsberater behalten würde. Trump sagte: „Ich sehe Kevin im Publikum, und ich möchte Ihnen einfach danken. Sie waren heute fantastisch im Fernsehen. Ich möchte Sie eigentlich dort behalten, wo Sie sind, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen.“

Diese Kommentare führten zu einer sofortigen Reaktion auf den Prognosemärkten, die Hassett als Kandidaten für den Fed-Vorsitz deutlich abstuften. Trump wandte sich auch an seine Stabschefin Susie Wiles und sagte: „Wir wollen ihn [Hassett] nicht verlieren, Susie, aber wir werden sehen, wie alles läuft.“ Trump hat angekündigt, den Nachfolger von Jerome Powell noch in diesem Monat zu benennen, dessen Amtszeit im Mai endet.

Die Kandidaten im Überblick: Warsh, Hassett und Waller

Die drei führenden Kandidaten für den Vorsitz der US-Zentralbank sind Kevin Warsh, Kevin Hassett und Christopher Waller. Kevin Warsh, 55 Jahre alt, war von 2006 bis 2011 der jüngste Fed-Gouverneur in der Geschichte und ein wichtiger Stellvertreter von Chairman Ben Bernanke. Vor seiner Zeit bei der Fed verbrachte er sieben Jahre bei Morgan Stanley im Bereich Fusionen und Übernahmen.

Kevin Hassett, 63 Jahre alt, ist derzeit Direktor von Trumps Nationalem Wirtschaftsrat. Er war von 2017 bis 2019 Vorsitzender des Council of Economic Advisers in Trumps erster Regierung und kehrte 2020 zurück, um bei der wirtschaftlichen Reaktion auf das Coronavirus zu beraten. Christopher Waller ist ein aktueller Fed-Gouverneur.

Trumps Einfluss und die Unabhängigkeit der Fed

Die Suche nach einem neuen Fed-Vorsitzenden wird von der anhaltenden Kritik Präsident Trumps an der Führung von Jerome Powell und dessen Geldpolitik überschattet. Trump hat sich wiederholt für niedrigere Leitzinsen ausgesprochen und argumentiert, die aktuelle Zinspolitik sei zu restriktiv, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Er hat angedeutet, dass die Unterstützung für niedrigere Zinsen eine der Hauptqualifikationsanforderungen für die Position sei und Kandidaten, die dem nicht zustimmen, nicht ausgewählt würden.

Diese Äußerungen werfen Fragen zur Unabhängigkeit der Zentralbank auf. Die Debatte wurde zusätzlich durch eine strafrechtliche Untersuchung des Justizministeriums gegen den amtierenden Vorsitzenden Jerome Powell intensiviert, die am 13. Januar 2026 bekannt wurde. Die Untersuchung bezieht sich auf Powells Kongressaussage zu einem 2,5 Milliarden US-Dollar teuren Gebäuderenovierungsprojekt und droht den Auswahlprozess zu überschatten. Powell bezeichnete die Untersuchung als „beispiellose Maßnahme“ und als Druckversuch, die Zinsen nach präsidialen Präferenzen statt nach wirtschaftlichen Daten festzulegen. Er schwor, nicht zurückzutreten.

Hintergrund der Kandidaten und ihre Positionen

Kevin Warsh, ein ehemaliger Fed-Gouverneur, verfügt über umfassende politische Erfahrung und verpasste die Position im ersten Amtsjahr von Trump nur knapp. Seine politischen Ansichten deuten darauf hin, dass er niedrige Zinsen bevorzugt, was der von den Märkten erwarteten lockeren Finanzlage entgegenkommt.

Kevin Hassett, der vor seiner Tätigkeit in der Trump-Regierung Jahre am American Enterprise Institute verbrachte, arbeitete an Fiskalpolitik, Steuern und der Struktur der Aktienmärkte. Er ist Mitautor des Buches "Dow 36,000" aus dem Jahr 1999 und entwickelte ein kritisiertes Coronavirus-Todesprognosemodell. Jon Butcher, Senior US-Ökonom bei Aberdeen Investments, merkte an, dass Hassetts Argumentation für eine lockerere Geldpolitik an Alan Greenspans „Maestro“-Moment erinnere. Butcher kommentierte: „Er argumentiert, dass die angebotsseitig freundliche Politikmischung der Regierung und mögliche KI-getriebene Produktivitätsgewinne Raum für niedrigere Zinsen ohne Inflation schaffen.“ Er fügte hinzu, dass Hassetts Nähe zu Donald Trump und seine Bereitschaft, Regierungsaussagen über die Ökonomie hinaus zu verteidigen, Fragen zur Unabhängigkeit aufwerfen könnten, was seine Kandidatur belasten könnte.

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