WBD: Der Milliarden-Poker um Kabelnetzwerke zwischen Netflix und Paramount

WBD: Der Milliarden-Poker um Kabelnetzwerke zwischen Netflix und Paramount

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Warner Bros. Discovery (WBD) beabsichtigt, seine Fernsehnetzwerke auszugliedern, was im Zentrum eines Bieterkampfes zwischen Paramount und Netflix steht. Die Bewertung dieser schrumpfenden Kabelnetzwerke wie CNN, TNT und Food Network ist dabei entscheidend und variiert stark je nach Interessent. Diese Diskrepanz beeinflusst maßgeblich, welches Angebot für WBD-Aktionäre attraktiver erscheint.

Der Kampf um Warner Bros. Discovery und die Rolle der Kabelnetzwerke

Warner Bros. Discovery (WBD) plant die Ausgliederung seiner Fernsehnetzwerke. Im Kern des Interesses steht dabei die Kontrolle über HBO und das Warner Filmstudio, um die Paramount und Netflix ringen. Die Art und Weise, wie dieser Kampf entschieden wird, hängt jedoch maßgeblich von der Bewertung der Kabelnetzwerke ab.

Diese Netzwerke umfassen Marken wie CNN, TNT und den Food Network, die WBD abstoßen möchte. Ihre tatsächliche Wertigkeit ist der Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Verhandlungen und führt zu einer ungewöhnlichen Situation am Markt.

Unterschiedliche Bewertungen: Paramount vs. Netflix

David Ellison, CEO von Paramount, strebt den Kauf von ganz WBD an, einschließlich der Kabelnetzwerke. Er argumentiert, dass diese Netzwerke nur sehr wenig wert seien. Im Gegensatz dazu will Netflix die Kabelnetzwerke nicht erwerben und impliziert, dass sie einen deutlich höheren Wert besitzen.

Im Netflix-Szenario würden die aktuellen WBD-Aktionäre zwei Transaktionen durchlaufen: Zuerst würden die Kabelnetzwerke in ein neues Unternehmen ausgegliedert, dessen Anteile die WBD-Investoren erhalten. Danach würde Netflix den verbleibenden Teil von WBD – HBO und das Studio – für Bargeld und Aktien kaufen.

Daher haben Netflix und die WBD-Führungskräfte, die das Netflix-Angebot befürworten, ein Interesse daran, dass die Kabelnetzwerke als wertvoll wahrgenommen werden. Ellison hingegen möchte das Gegenteil erreichen. Bloomberg fasst es zusammen: "Je niedriger Sie die Kabel-Assets bewerten, desto größer ist der Vorteil von Paramounts Gebot."

Die Bewertungsspanne: Von 2,5 Milliarden bis 10 Milliarden US-Dollar

Die tatsächliche Lücke in der Bewertung ist erheblich. Ellison schätzt den Wert des Spin-offs auf etwa 1 US-Dollar pro WBD-Aktie, was basierend auf der aktuellen WBD-Bewertung ungefähr 2,5 Milliarden US-Dollar entspricht. Unabhängige Analysten hingegen gehen von einem Wert von etwa 4 US-Dollar pro Aktie aus, was rund 10 Milliarden US-Dollar entspräche.

Diese Zahlen beziehen sich auf den Eigenkapitalwert und gehen davon aus, dass das ausgegliederte Unternehmen im Netflix-Plan mit Milliarden von WBD-Schulden belastet wird. Ellison und sein Team deuten an, dass CNN, Turner und die ehemaligen Discovery-Netzwerke kaum etwas wert sind.

Zum Vergleich: Bloomberg Intelligence schätzte den Wert von CNN allein im Jahr 2023 auf 5 Milliarden US-Dollar. Ein forensischer Buchhalter bezifferte den Wert von CNN im selben Jahr in einem Verleumdungsprozess sogar auf nur 2,3 Milliarden US-Dollar. Ellison bewertet nun CNN plus "führende Unterhaltungs-, Sport- und Nachrichtenfernsehmarken weltweit" insgesamt mit 2,5 Milliarden US-Dollar.

Der Wertverfall der Kabelbranche

Die Kabelnetzwerkbranche befindet sich in einem starken Abwärtstrend, weshalb viele große Medienunternehmen versuchen, sich von ihren Kabelnetzwerken zu trennen. Die Frage ist, ob die Situation tatsächlich so dramatisch ist, wie Ellison sie darstellt.

Die Spanne zwischen 2,5 Milliarden und 10 Milliarden US-Dollar dürfte die Realität widerspiegeln. Es zeigt sich, dass die Netzwerke, die einst das gesamte Kabelpaket zusammenhielten, heute eher wie "Flohmarkt-Restposten" wirken. Sie sind für jemanden noch etwas wert, aber deutlich weniger als in der Vergangenheit.

Dies ist ein klares Zeichen für den Wandel in der Medienbranche im Jahr 2025: Selbst eine Ansammlung berühmter Marken spielt in einer Welt, die von riesigen Softwareunternehmen dominiert wird, kaum noch eine Rolle.

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