WBD lehnt Paramount-Gebot erneut ab: Fokus auf Netflix-Deal

WBD lehnt Paramount-Gebot erneut ab: Fokus auf Netflix-Deal

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Warner Bros. Discovery (WBD) hat das jüngste Übernahmeangebot von Paramount Skydance erneut zurückgewiesen und bekräftigt seine Präferenz für den Deal mit Netflix. Die Ablehnung markiert das achte Mal, dass WBD ein Gebot von Paramount Skydance CEO David Ellison abgelehnt hat, und unterstreicht die Bedenken des Unternehmens hinsichtlich der finanziellen Risiken und der Taktiken des Bieters.

Erneute Ablehnung und klare Präferenz

Der Vorstand von Warner Bros. Discovery lehnte am Mittwoch das revidierte, feindliche Übernahmeangebot von Paramount Skydance in Höhe von 108,4 Milliarden US-Dollar einstimmig ab. Stattdessen forderte WBD seine Aktionäre auf, dem konkurrierenden Angebot von Netflix in Höhe von 82,7 Milliarden US-Dollar für das Film- und Fernsehstudio sowie weitere Vermögenswerte treu zu bleiben. Samuel Di Piazza Jr., Vorsitzender des WBD-Verwaltungsrats, betonte, dass die verbindliche Vereinbarung mit Netflix einen überlegenen Wert bei größerer Sicherheit biete, ohne die erheblichen Risiken und Kosten, die Paramounts Angebot den Aktionären auferlegen würde.

Paramounts Angebot: Ein "größter LBO" mit Risiken

WBD bezeichnete Paramounts Gebot als den "größten Leveraged Buyout in der Geschichte mit großem Abstand" und stellte eine Verbindung zu früheren großen LBOs her, die nicht zu den ursprünglich vereinbarten Bedingungen abgeschlossen wurden. Das Unternehmen warnte, dass Paramounts Angebot auf einer "außerordentlichen Menge an Fremdfinanzierung" beruhe, die das Abschlussrisiko erhöhe. Der Finanzierungsplan von Paramount würde das kleinere Hollywood-Studio nach Abschluss der Akquisition mit 87 Milliarden US-Dollar Schulden belasten.

Finanzielle Bedenken und Kreditwürdigkeit

In seiner Einreichung beschrieb WBD die finanzielle Lage von Paramount als "nicht stark" und wies darauf hin, dass die Kreditwürdigkeit des Unternehmens von S&P bereits vor der "außerordentlichen Menge an Fremdfinanzierung", die für den Deal erforderlich wäre, als "Junk" eingestuft wurde. Paramount hatte seinerseits betont, dass 40,4 Milliarden US-Dollar Eigenkapital seines neuen Angebots vollständig durch Oracle-Mitbegründer Larry Ellison, den Vater von Paramount CEO David Ellison, abgesichert seien. Netflix hingegen, mit einem Marktwert von 400 Milliarden US-Dollar und einer Investment-Grade-Bonität, bot 27,75 US-Dollar pro Aktie in bar und Aktien an.

Vorwürfe der Prozessführung und Medienlecks

Das von David Zaslav geführte WBD verstärkte auch seine Anschuldigungen, dass Paramount prozessfreudig agiert und Informationen an die Presse weitergegeben habe. In der Einreichung zitierte WBD neue Presseberichte in der New York Post, die darauf hindeuteten, dass Paramount erwäge, sein Angebot aufzugeben und möglicherweise eine "DefCon 1"-Klage gegen den WBD-Vorstand anzustrengen. WBD merkte an, dass Paramount die Berichte nicht dementiert habe, was darauf hindeute, dass das Unternehmen Informationen an die Presse weitergab. Zuvor hatte WBD bereits über "umfangreiche Medienlecks und Gerüchte" bezüglich der Vorschläge von Paramount geklagt.

Strategie im Blick: Aktionäre und Rechtsstreitigkeiten

M&A-Experten vermuten, dass die verschärfte Sprache von WBD wahrscheinlich in Erwartung einer Klage gegen WBD, entweder von Paramount oder von WBD-Aktionären, formuliert wurde. Raul Gastesi, Partner bei Gastesi Lopez Mestre & Cobiella, kommentierte, dass Paramount, nachdem es gegen Netflix verloren habe, "wahrscheinlich versuchen wird, rechtliche Abhilfe zu suchen, wie eine Aktionärsklage oder möglicherweise eine direkte Klage." Corey Martin, geschäftsführender Partner der auf Unterhaltung und Medien spezialisierten Anwaltskanzlei Granderson Des Rochers, sah die neue Einreichung als kalibriert an, um WBD-Aktionäre davon abzuhalten, Paramounts feindliches Gebot zu unterstützen. Martin merkte an, dass "das Publikum wirklich die Aktionäre sind, denn es besteht immer das Risiko von Aktionärsklagen." Er sah die Betonung rechtlicher und Presstaktiken auch als Teil einer PR-Strategie, um Paramount als schlechten Akteur darzustellen, sowie als vorgerichtliche Taktik.

Der Weg nach vorn: Netflix oder ein überarbeitetes Paramount-Angebot?

Die Entscheidung hält Warner Bros. auf Kurs, den Deal mit Netflix zu verfolgen, der auch die begehrten Unterhaltungs-Franchises wie "Harry Potter", "Game of Thrones", "Friends" und das DC Comics-Universum umfasst. Netflix Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters begrüßten die Entscheidung von Warner Bros. am Mittwoch und sagten, sie erkenne den Deal des Streaming-Riesen "als den überlegenen Vorschlag an, der seinen Aktionären sowie Verbrauchern, Kreativen und der breiteren Unterhaltungsindustrie den größten Wert liefern wird." Rich Greenfield, Analyst bei LightShed Partners, schrieb in einer Notiz, dass Paramount Netflix immer noch überbieten könnte, dies jedoch "eine Überarbeitung ihres aktuellen Angebots und eine dramatische Erhöhung des investierten Kapitals der Familie Ellison und/oder ihrer Freunde und Finanzierungspartner erfordern würde."

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