
WBD lehnt Paramount-Übernahme ab, bevorzugt Netflix-Fusion
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Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery (WBD) hat einstimmig das feindliche Übernahmeangebot von Paramount Skydance (PSKY) abgelehnt. Stattdessen empfiehlt WBD seinen Aktionären nachdrücklich, dem als "überlegen" eingestuften Fusionsvorschlag von Netflix zuzustimmen, der eine höhere Sicherheit und einen besseren Wert verspricht. Diese Entscheidung markiert einen entscheidenden Schritt in der Neuausrichtung der globalen Medienlandschaft.
WBD lehnt Paramount Skydance Angebot ab
Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery (WBD) hat am Mittwoch, den 17. Dezember 2025, einstimmig empfohlen, das Übernahmeangebot von Paramount Skydance (PSKY) abzulehnen. Diese Entscheidung erfolgte nach einer sorgfältigen Prüfung des von Paramount Skydance direkt an die Aktionäre gerichteten Angebots. Samuel Di Piazza, Vorsitzender des WBD-Verwaltungsrats, erklärte in einer Pressemitteilung, das Angebot sei "inadäquat" und mit "erheblichen Risiken und Kosten" für die Aktionäre verbunden.
Di Piazza betonte, dass das PSKY-Angebot wiederholt zentrale Bedenken nicht adressiert habe, die WBD Paramount während der Prüfung von sechs früheren Vorschlägen kontinuierlich mitgeteilt hatte. Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass die Fusion mit Netflix einen "überlegenen, sichereren Wert" für die Aktionäre darstellt und freut sich darauf, die "überzeugenden Vorteile unserer Kombination" zu realisieren.
Finanzierungsbedenken im Fokus
Ein wesentlicher Kritikpunkt des WBD-Verwaltungsrats betrifft die Finanzierungsstruktur des Paramount Skydance Angebots. Obwohl Paramount Skydance behauptete, die Finanzierung sei durch die Ellison-Familie "vollständig abgesichert", stellte WBD fest, dass über 40 Milliarden US-Dollar der Finanzierung nicht direkt von der Familie Ellison stammten. Samuel Di Piazza äußerte gegenüber CNBC Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit dieser Zusagen und sagte: "Wir waren nicht zuversichtlich, dass eine der reichsten Personen der Welt beim Abschluss dabei sein würde."
Der Verwaltungsrat wies darauf hin, dass die Ellison-Familie, trotz "reichlicher Ressourcen", keine vollständige Absicherung für das PSKY-Angebot bereitgestellt habe. Zudem wurde kritisiert, dass ein Teil der Finanzierung auf einem "unbekannten und undurchsichtigen widerruflichen Trust" basiere, der jederzeit geändert oder zurückgezogen werden könnte. Diese Bedenken verstärkten sich, nachdem der Finanzpartner Affinity Partners, geführt von Jared Kushner, seine Beteiligung an der Transaktion zurückzog. Auch eine Finanzierung von rund 1 Milliarde US-Dollar durch China’s Tencent Holdings wurde aufgrund potenzieller nationaler Sicherheitsbedenken der US-Regulierungsbehörden aus dem Deal entfernt.
Netflix-Angebot als "überlegen" eingestuft
Im Gegensatz dazu bewertet der WBD-Verwaltungsrat das Angebot von Netflix als deutlich vorteilhafter. Netflix hat eine Bar- und Aktien-Transaktion für die Streaming- und Studio-Assets von WBD vorgeschlagen, die einen Eigenkapitalwert von 72 Milliarden US-Dollar und einen Unternehmenswert von etwa 83 Milliarden US-Dollar (einschließlich Schulden) umfasst. Im Rahmen dieses Deals würden die Kabelnetzwerke von Warner Bros. Discovery in eine separate Einheit ausgegliedert.
Di Piazza hob hervor, dass Netflix ein "überzeugendes Angebot" unterbreitet habe, das "cash-lastig" sei, eine "Sicherheit des Abschlusses" biete und eine "hohe Kündigungsgebühr" beinhalte. Angesichts der Marktbewertung von Netflix von über 400 Millionen US-Dollar benötige das Angebot "keine Eigenkapitalfinanzierung und robuste Schuldenzusagen". Netflix Co-CEO Ted Sarandos begrüßte die Empfehlung des WBD-Verwaltungsrats und betonte, dass der Prozess das "beste Ergebnis für Verbraucher, Kreative, Aktionäre und die gesamte Unterhaltungsindustrie" geliefert habe.
Vergleich der Übernahmeangebote
Die beiden konkurrierenden Angebote unterscheiden sich sowohl im Wert als auch im Umfang:
- Paramount Skydance: Ein feindliches All-Cash-Angebot von 30 US-Dollar pro Aktie, was einem Unternehmenswert von 108,4 Milliarden US-Dollar entspricht. Dieses Angebot zielte auf das gesamte Unternehmen Warner Bros. Discovery ab, einschließlich des Nachrichtensenders CNN.
- Netflix: Eine Bar- und Aktien-Transaktion mit einem Eigenkapitalwert von 72 Milliarden US-Dollar und einem Unternehmenswert von rund 83 Milliarden US-Dollar. Dieses Angebot konzentriert sich auf die Streaming- und Studio-Assets von WBD, während die Kabelnetzwerke ausgegliedert würden.
Di Piazza erklärte gegenüber CNBC, die Entscheidung sei "keine schwere Wahl" gewesen, da Paramount Skydance "jede Gelegenheit hatte, diese breite Palette von Problemen zu lösen, und sich dagegen entschieden hat."
Regulatorische Aspekte und Risiken
Der WBD-Verwaltungsrat wies auch Bedenken hinsichtlich potenzieller regulatorischer Hürden zurück. Di Piazza äußerte, dass beide Deals ihren Weg durch das US-Justizministerium (Department of Justice) finden müssten und es keinen wesentlichen Unterschied im regulatorischen Risiko zwischen den beiden Vorschlägen gebe. Paramount Skydance hatte argumentiert, dass eine Kombination von Paramount und WBD bessere Chancen auf eine Genehmigung hätte.
WBD warnte jedoch vor "erheblichen zusätzlichen Kosten", einschließlich einer Kündigungsgebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar an Netflix, falls das Paramount-Angebot angenommen würde. Der Verwaltungsrat befürchtet zudem, dass ein langwieriger Genehmigungsprozess bei einem PSKY-Deal die operative Flexibilität und Bilanzsteuerung von WBD einschränken könnte.
Ausblick für die Aktionäre
Der WBD-Verwaltungsrat wird eine Aktionärsabstimmung im Frühjahr oder Frühsommer abhalten, wobei das genaue Datum noch nicht festgelegt ist. Die Empfehlung des Verwaltungsrats ist klar: Die Aktionäre sollen das Angebot von Paramount Skydance ablehnen und die Fusion mit Netflix unterstützen. Die Entscheidung markiert einen entscheidenden Schritt in der Neuausrichtung der Medienlandschaft und verspricht eine spannende Entwicklung für die Zukunft von Warner Bros. Discovery.