WBD verhandelt erneut mit Paramount Skydance: Netflix gewährt Frist

WBD verhandelt erneut mit Paramount Skydance: Netflix gewährt Frist

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Warner Bros. Discovery (WBD) hat am Dienstag bekannt gegeben, dass es die Übernahmeverhandlungen mit Paramount Skydance (PSKY) wieder aufnehmen wird. Dies geschieht im Rahmen einer siebentägigen Ausnahmegenehmigung, die Netflix WBD gewährt hat, um "Mängel" im Angebot von Paramount zu klären und ein potenziell verbessertes Angebot zu prüfen. Die Frist für diese Gespräche endet am 23. Februar 2026.

Hintergrund der Verhandlungen

WBD befindet sich in einer laufenden Transaktion mit Netflix, die die Streaming- und Studio-Geschäfte von WBD umfasst. Paramount Skydance hatte daraufhin ein feindliches Übernahmeangebot direkt an die WBD-Aktionäre zu 30 US-Dollar pro Aktie unterbreitet, nachdem es im Bieterkampf gegen Netflix unterlegen war. Die Wiederaufnahme der Gespräche zielt darauf ab, Klarheit für die WBD-Aktionäre zu schaffen und PSKY die Möglichkeit zu geben, sein "bestes und finales" Angebot vorzulegen.

Netflix's Rolle und Position

Netflix hat WBD eine "begrenzte Ausnahmegenehmigung" unter den Bedingungen ihres Fusionsvertrags erteilt. Dies erlaubt WBD, für den genannten Zeitraum Gespräche mit PSKY zu führen. Netflix betonte in einer Erklärung, dass das Datum der Aktionärsversammlung am 20. März 2026 einen "wichtigen Meilenstein für unsere Transaktion mit WBD" darstellt. Der Streaming-Riese zeigte sich zuversichtlich, dass seine Transaktion "überlegenen Wert und Sicherheit" biete, räumte jedoch ein, dass die "anhaltende Ablenkung für die WBD-Aktionäre und die breitere Unterhaltungsindustrie durch die Possen von PSKY" anerkannt werde. Netflix behält sich nach Ablauf der Frist seine Matching Rights gemäß dem Fusionsvertrag vor.

Paramount Skydance's Angebot

Paramount Skydance hatte wiederholt erklärt, dass sein All-Cash-Angebot von 30 US-Dollar pro Aktie nicht sein "bestes und finales" sei. Letzte Woche hatte das Unternehmen sein Angebot mit zusätzlichen "Verbesserungen" versehen, ohne jedoch den Wert pro Aktie zu erhöhen. WBD gab am Dienstag bekannt, dass ein hochrangiger Vertreter von Paramount einem WBD-Vorstandsmitglied mitgeteilt hatte, dass man 31 US-Dollar pro Aktie zahlen würde, sollten die Verkaufsgespräche wieder aufgenommen werden.

Das neunte Angebot von David Ellison, das letzte Woche eingereicht wurde, umfasst folgende Komponenten:

  • 43,6 Milliarden US-Dollar Eigenkapitalzusagen von der Familie Ellison und RedBird Capital Partners.
  • 54 Milliarden US-Dollar Fremdkapitalzusagen von Bank of America, Citigroup und Apollo.
  • Eine unwiderrufliche persönliche Garantie von Larry Ellison, Mitbegründer von Oracle, für 43,3 Milliarden US-Dollar der Eigenkapitalfinanzierung sowie für etwaige Schadenersatzansprüche gegen Paramount.
  • Eine "Ticking Fee" von 25 Cent pro Aktie, was einem Barwert von etwa 650 Millionen US-Dollar entspricht, der an die Aktionäre für jedes Quartal gezahlt würde, in dem die Transaktion über den 31. Dezember 2026 hinaus nicht abgeschlossen wird.
  • Die Verpflichtung, eine Kündigungsgebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar an Netflix sowie weitere Fremdfinanzierungszusagen zu übernehmen.

WBD's Prioritäten und Empfehlung

WBD-CEO David Zaslav erklärte in einer Stellungnahme: "Während des gesamten Prozesses lag unser alleiniger Fokus darauf, den Wert und die Sicherheit für die WBD-Aktionäre zu maximieren." Er fügte hinzu: "Wir haben PSKY bei jedem Schritt klare Anweisungen zu den Mängeln in ihren Angeboten und Möglichkeiten zu deren Behebung gegeben. Wir treten jetzt mit PSKY in Kontakt, um festzustellen, ob sie einen umsetzbaren, verbindlichen Vorschlag liefern können, der den WBD-Aktionären durch ihr bestes und finales Angebot überlegenen Wert und Sicherheit bietet." Trotz der wieder aufgenommenen Gespräche gab WBD am Dienstag bekannt, dass der Vorstand weiterhin einstimmig das Netflix-Geschäft gegenüber dem Angebot von Paramount empfiehlt.

Regulatorische Bedenken und Ausblick

Netflix kritisierte Paramounts Ansatz und äußerte Bedenken hinsichtlich der regulatorischen Genehmigung von PSKYs Vorschlag. Aus Sicht von Netflix hat PSKY "wiederholt den regulatorischen Überprüfungsprozess falsch dargestellt, indem es suggerierte, sein Vorschlag würde problemlos durchgehen, und die WBD-Aktionäre über das tatsächliche Risiko ihrer regulatorischen Herausforderungen weltweit in die Irre führte." Netflix verwies auf die Freigabe durch ausländische Investitionsbehörden in Deutschland am 27. Januar, dem gleichen Tag wie Paramount, betonte aber, dass die ausländische Finanzierung hinter dem Paramount-Skydance-Angebot "bereits ernsthafte nationale Sicherheitsbedenken aufwirft." Es wird erwartet, dass das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS), Team Telecom in den USA und europäische Behörden die Unterstützung von Paramount durch Investoren aus dem Nahen Osten genau prüfen werden. Netflix ist zuversichtlich, dass sein eigener Deal einen "klaren Weg zur rechtzeitigen behördlichen Genehmigung" hat und bereits Hart-Scott-Rodino (HSR)-Anmeldungen eingereicht wurden.

Aktionärsversammlung und Marktstimmung

Eine außerordentliche Aktionärsversammlung von WBD ist für den 20. März 2026 angesetzt, um über die Netflix-Fusion abzustimmen. Aktionäre, die am 4. Februar 2026 um 17 Uhr ET als stimmberechtigt registriert waren, sind zur Abstimmung berechtigt. Die Aktien von Paramount und Warner Bros. Discovery stiegen im vorbörslichen Handel am Dienstag jeweils um rund 3 Prozent, was die positive Reaktion des Marktes auf die jüngsten Entwicklungen widerspiegelt.