X-Algorithmus quelloffen: Elon Musk gesteht Schwächen ein und setzt auf KI

X-Algorithmus quelloffen: Elon Musk gesteht Schwächen ein und setzt auf KI

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Elon Musk, Eigentümer der Social-Media-Plattform X, hat den Algorithmus der App als "dumm" bezeichnet und massive Verbesserungen angekündigt. Um Transparenz zu schaffen, wurde das Empfehlungssystem nun quelloffen auf GitHub veröffentlicht, sodass Nutzer und Entwickler die Weiterentwicklung in Echtzeit verfolgen können. Dieser Schritt markiert einen Paradigmenwechsel in der Funktionsweise der Plattform.

Musks Kritik und das Versprechen der Transparenz

Elon Musk hat den Algorithmus von X als "dumm" und "massiver Verbesserungen bedürftig" kritisiert. Er betonte, dass das Unternehmen hart daran arbeite, die Technologie zu optimieren, die den "Für Dich"-Feed der Plattform steuert. Musk hat sich verpflichtet, das zugrunde liegende Empfehlungssystem transparent zu machen.

Der Code wird alle vier Wochen auf GitHub veröffentlicht, wobei jede Änderung detailliert erklärt werden soll. Musk kommentierte dazu: "Wir wissen, der Algorithmus ist dumm und braucht massive Verbesserungen, aber zumindest können Sie uns in Echtzeit und mit Transparenz beim Kampf um seine Verbesserung zusehen." Er hob hervor, dass kein anderes soziales Medienunternehmen dies tue.

Seit der Übernahme von X im Jahr 2022 für 44 Milliarden US-Dollar hat Musk wiederholt die undurchsichtigen Empfehlungssysteme großer Plattformen kritisiert. Er argumentierte, Nutzer hätten ein Recht zu verstehen, wie Inhalte kuratiert werden. Die Veröffentlichung des Codes soll Transparenz als Kernprinzip von X etablieren.

Die Evolution des X-Algorithmus

Von seiner Einführung im Jahr 2006 bis 2015 zeigte X (damals Twitter) Beiträge in umgekehrter chronologischer Reihenfolge an. Erst 2016 wurde die Option "Zeige mir zuerst die besten Tweets" zur Standardeinstellung für alle Nutzer. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das System zu einer komplexeren Struktur.

Es begann, Engagement-Signale wie Likes, Antworten, Shares und Blocks zu berücksichtigen, um vorherzusagen, mit welchen Inhalten Nutzer am ehesten interagieren würden. Musk hatte diesen Algorithmus schon vor der Übernahme als "Black Box" bezeichnet und behauptet, er führe zu politischer Voreingenommenheit und spiegele nicht die wahren Präferenzen der Nutzer wider, insbesondere bei politisch konservativen Inhalten.

Auch nach dem Kauf äußerte er Bedenken, dass die regelbasierten Algorithmen zu spaltend geworden seien. Er wies darauf hin, dass das Weiterleiten von Beiträgen an Freunde als starkes Signal für Interesse gewertet werde, selbst wenn die Motivation dahinter Empörung sei. Musk schlug ironisch vor, Nutzer sollten Videos von Welpen an Freunde senden, um dieses Problem zu umgehen.

KI im Kern: Grok-Architektur und Funktionsweise

Das neue Empfehlungssystem von X basiert auf derselben Transformer-Architektur wie Grok, der Chatbot von Musks Künstliche-Intelligenz-Unternehmen xAI. Obwohl X nicht bestätigt hat, dass die Systeme Trainingsdaten oder Modellgewichte teilen, deutet der Vergleich auf eine Verschiebung hin zu mehr KI-gesteuerter Inhaltsrangfolge, weg von historisch regelbasierten Systemen.

Das System soll seit November "rein KI-gesteuert" sein und hat laut xAI "jede handgefertigte Funktion und die meisten Heuristiken aus dem System eliminiert". Es zielt darauf ab, die Relevanz von Inhalten für den Nutzer basierend auf dessen Engagement-Historie zu bestimmen. Der quelloffene Code, der am 20. Januar veröffentlicht wurde, umfasst die Logik für die Rangfolge und Empfehlung von organischen Beiträgen und Werbung.

Der Algorithmus versucht, das Engagement der Nutzer zu maximieren, indem er die Wahrscheinlichkeit vorhersagt, mit der ein Nutzer mit einem Beitrag interagieren wird. Kandidatenbeiträge stammen aus zwei Quellen: "Thunder" (Beiträge von gefolgten Konten) und "Phoenix" (interessensähnliche Beiträge außerhalb des Netzwerks). "Thunder" ordnet Beiträge von Verbindungen basierend auf der bisherigen Engagement-Historie.

X optimiert auch die Vielfalt der Ersteller, um zu verhindern, dass Nutzer immer wieder Beiträge derselben Personen sehen. Dies bedeutet, dass Follower nur eine bestimmte Anzahl von Beiträgen eines Erstellers pro Tag im "Für Dich"-Feed sehen. Der "Für Dich"-Feed ist die Standard-Timeline für alle Nutzer geworden, wobei ein durchschnittlicher X-Nutzer nur 20-30 Beiträge pro Tag im Feed sieht.

Offene Fragen und Nutzerreaktionen

Die Veröffentlichung des Algorithmus ist ein bedeutender Schritt in Richtung Transparenz, doch es bleiben Fragen zur praktischen Funktionsweise des Systems. X hatte auf Anfragen von Business Insider nach spezifischeren Details zum Algorithmus nicht sofort reagiert.

Nach der Einführung des neuen Algorithmus äußerten X-Nutzer aus verschiedenen politischen Spektren Kritik. Sie berichteten von einem starken Rückgang ihrer Engagement-Raten und der Reichweite ihrer Konten oder beklagten Zensur. Andere Nutzer beschwerten sich über eine Überrepräsentation von Inhalten geringer Qualität in ihren "Für Dich"-Feeds.

Die Ankündigung erfolgte zudem in einer Zeit, in der der KI-Chatbot Grok von xAI wegen Kontroversen um die nicht-einvernehmliche Entkleidung von Personen durch Bilder auf X in die Kritik geraten war. Es bleibt abzuwarten, ob X seine Versprechen zur kontinuierlichen Aktualisierung des Codes auf GitHub einhalten wird, nachdem frühere Bemühungen im Jahr 2023 nicht fortgesetzt wurden.

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