
X-Klage gegen Werbekunden wegen Boykott abgewiesen
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Ein US-Bezirksgericht hat eine Klage von Elon Musks Plattform X, die großen Werbekunden wie Mars, Lego und Nestlé einen illegalen Boykott vorwarf, abgewiesen. Die Entscheidung des Gerichts in Texas erfolgte aufgrund mangelnder Zuständigkeit und der Unfähigkeit von X, einen Kartellrechtsanspruch geltend zu machen. Dieser Fall beleuchtet die anhaltend schwierige Beziehung zwischen X und der Werbebranche seit Musks Übernahme.
Gericht weist Klage von X ab
Am 26. März 2024 wies eine US-Bezirksrichterin, Jane Boyle, am Bundesgericht in Dallas die Kartellrechtsklage von X Corp ab. Das Gericht stellte fest, dass X keinen Schaden gemäß den Bundeskartellgesetzen nachweisen konnte. Richterin Boyle erklärte in ihrer Anordnung, dass "die eigentliche Natur der angeblichen Verschwörung keinen Kartellrechtsanspruch begründet, und das Gericht daher keine Bedenken hat, die Klage mit Präjudiz abzuweisen."
Die Vorwürfe von X gegen Werbekunden
X hatte im August 2024 Klage gegen mehrere große Marken eingereicht und später weitere hinzugefügt. Die Plattform warf den Unternehmen vor, dass ihre Beteiligung an der Brancheninitiative Global Alliance for Responsible Media (GARM) der World Federation of Advertisers (WFA) einer Verschwörung gleichkomme. Diese Verschwörung habe darauf abgezielt, "Milliarden von Dollar an Werbeeinnahmen" von X, der ehemaligen Plattform Twitter, nach Musks Übernahme "kollektiv zurückzuhalten".
X behauptete, der angebliche Boykott habe die Plattform im Wettbewerb um Werbekunden und Nutzerengagement benachteiligt. Zu den in der Klage genannten Beklagten gehörten neben Mars, Lego und Nestlé auch CVS Health, Ørsted, Twitch, Abbott Laboratories, Colgate-Palmolive, Pinterest, Tyson und Shell. Die Klage unterstellte, die Werbekunden hätten entgegen ihren eigenen wirtschaftlichen Interessen gehandelt, um die Plattform zu schädigen.
Die Verteidigung der Werbeunternehmen
Die beklagten Unternehmen wiesen die Vorwürfe zurück und forderten die Abweisung der Klage. Sie argumentierten, X habe nicht nachweisen können, dass sie im Gleichschritt gehandelt hätten, anstatt individuelle Geschäftsentscheidungen über die Platzierung ihrer Werbeausgaben zu treffen. In Gerichtsunterlagen gaben die Unternehmen an, dass Werbetreibende aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Markensicherheit von X nach Musks Übernahme im Jahr 2022 unabhängig voneinander konkurrierende Plattformen gewählt hätten.
Sie führten an, dass Musk während der Übernahme Mitarbeiter entlassen habe, die die Website "für Nutzer und familienfreundliche Marken einladend" gehalten hätten. Dies habe zu einer unabhängigen Entscheidung der Werbekunden geführt, ihre Budgets anders zu verteilen.
Hintergrund der Spannungen
Die Beziehung von X zu Werbekunden ist seit Musks Kauf der Plattform im Jahr 2022 angespannt. Werbetreibende zogen sich massenhaft zurück, da X die Moderations- und Kontoverifizierungsregeln lockerte und die gesperrten Konten einiger provokanter Persönlichkeiten wiederherstellte. EMARKETER, ein Schwesterunternehmen von Business Insider, schätzte, dass der Umsatz von X im Jahr 2026 bei 2,2 Milliarden US-Dollar liegen würde, was deutlich unter dem Niveau von 4,5 Milliarden US-Dollar vor der Übernahme liegt.
Reaktionen und weitere Entwicklungen
Die WFA stellte ihre Initiative GARM nach Einreichung der Klage aufgrund begrenzter Ressourcen ein. Die Klage wurde teilweise durch eine Untersuchung des Vorsitzenden des House Judiciary Committee, Jim Jordan, angestoßen. Jordan untersuchte, ob Werbetreibende sich illegal zusammenschlossen, um konservative Plattformen und Stimmen unter Verstoß gegen das Kartellrecht zu demonetisieren.
X hat versucht, Werbekunden zurückzugewinnen, indem es sein Engagement für Markensicherheit betonte und die Verwendung von Blockierlisten förderte, die es Werbetreibenden ermöglichen, die Anzeige ihrer Werbung in bestimmten Themenbereichen zu vermeiden. X reagierte nicht sofort auf eine Anfrage von Business Insider zur Stellungnahme.