xAI-Gründer-Exodus: Turbulenzen vor dem Mega-IPO von SpaceX

xAI-Gründer-Exodus: Turbulenzen vor dem Mega-IPO von SpaceX

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Das KI-Startup xAI von Elon Musk erlebt eine beispiellose Welle von Abgängen seiner Mitgründer, die kurz vor dem mit Spannung erwarteten Börsengang (IPO) von SpaceX für erhebliche Unruhe sorgt. Ross Nordeen, ein enger Vertrauter Musks, war der letzte nicht-Musk-Mitgründer, der das Unternehmen verließ, nachdem er abrupt von den Firmensystemen getrennt wurde. Dieser Exodus wirft kritische Fragen über die Stabilität und die Zukunft des Unternehmens auf.

Massenabgänge bei xAI: Ein Blick auf Musks KI-Startup

Ross Nordeen, ein 36-jähriger Ingenieur und ehemaliger technischer Programmmanager im Autopilot-Team von Tesla, war der letzte von elf Mitgründern, die xAI verlassen haben. Sein Abgang erfolgte, nachdem er von den Unternehmenssystemen getrennt wurde und aus einem Gruppenchat mit Elon Musk verschwand. Nordeen, der 2023 zu xAI kam und als einer der "drei Musketiere" bei Musks Twitter-Übernahme 2022 assistierte, galt als "Musks Handler".

Die Abgänge sind ungewöhnlich schnell und umfassen alle nicht-Musk-Mitgründer des Startups innerhalb von weniger als drei Monaten. Manuel Kroiss, der das Pretraining-Team leitete, und Ross Nordeen waren die letzten beiden, die das Unternehmen verließen. Zuvor hatten bereits Greg Yang, Tony Wu, Jimmy Ba, Toby Pohlen, Zihang Dai, Guodong Zhang und Manuel Kroiss das Unternehmen verlassen. Auch frühere Abgänge wie Christian Szegedy (Februar 2025), Igor Babuschkin und Kyle Kosic (2024) trugen zur Auflösung des ursprünglichen Teams bei.

Der Exodus der Gründer: Eine Chronologie

Der Exodus beschleunigte sich Anfang 2026 erheblich. Christian Szegedy verließ das Unternehmen bereits im Februar 2025. Die Kaskade begann jedoch ernsthaft, als Tony Wu am 10. Februar 2026 seinen Abschied bekannt gab, gefolgt von Jimmy Ba innerhalb von 24 Stunden. Jimmy Ba war Mitautor des 2014 erschienenen Adam-Optimierungs-Papiers, das mit über 95.000 Zitaten das meistzitierte Papier in der KI ist. Weitere prominente Abgänge umfassen Igor Babuschkin (ehemals Google DeepMind) und Christian Szegedy (ehemals Google).

Elon Musk selbst kommentierte die Situation auf X mit den Worten, xAI sei "beim ersten Mal nicht richtig gebaut worden" und werde nun "von Grund auf neu aufgebaut". Er verglich die Turbulenzen mit der Neuausrichtung von Tesla vor fast einem Jahrzehnt.

xAI und die SpaceX-IPO: Eine komplexe Verbindung

Die Abgänge erfolgen zu einem kritischen Zeitpunkt, da SpaceX, das im Februar mit xAI fusionierte, auf einen potenziellen Börsengang zusteuert. SpaceX hat vertraulich einen IPO bei der Securities and Exchange Commission eingereicht und könnte eine Bewertung von 1,5 Billionen US-Dollar oder höher anstreben, was den größten Börsengang aller Zeiten darstellen könnte. Die Fusion bewertete SpaceX mit 1 Billion US-Dollar und xAI mit 250 Milliarden US-Dollar, was ein kombiniertes Unternehmen von 1,25 Billionen US-Dollar ergab.

Franco Granda, Senior Research Analyst bei Pitchbook, merkt an, dass Unternehmen in den Monaten vor einem Börsengang verstärkter Prüfung unterliegen. Er bezeichnet xAI als ein "blutendes, blutendes Geschäft", das viele Ablenkungen für den SpaceX-IPO schafft. Berichte deuten darauf hin, dass das Startup Milliarden von Dollar verbrennt.

Im Januar investierte Tesla 2 Milliarden US-Dollar in xAIs Series-E-Runde bei einer Bewertung von etwa 230 Milliarden US-Dollar. Tesla-Aktionäre verklagen Musk wegen Verletzung der Treuepflicht, da er angeblich Kapital der Aktionäre in sein eigenes Privatunternehmen gelenkt habe. Die Klage gewann an Gewicht, als Musk öffentlich zugab, dass xAIs Produkte, insbesondere die Coding-Tools, nicht mit Anthropic's Claude Code oder OpenAI's Codex konkurrenzfähig seien.

Musks "Playbook" und die Herausforderungen im KI-Markt

Musk hat die aktuelle Situation bei xAI mit der Neuausrichtung von Tesla im Jahr 2008 verglichen, als er Mitgründer Martin Eberhard und Marc Tarpenning entließ. Damals übernahm Musk die Führung und baute Tesla zum wertvollsten Automobilunternehmen der Welt auf.

Die Replikation dieses Erfolgs könnte bei xAI jedoch schwieriger sein. Im Gegensatz zu Tesla, das nur wenige EV-Konkurrenten hatte, agiert das KI-Startup in einem stark gesättigten Markt. Obwohl xAI auf rund 250 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, hinkt es OpenAI und Anthropic in Bezug auf Sichtbarkeit, Verbrauchernutzung und Skalierung hinterher. Intern hat Musk Frustration über den Fortschritt von Grok Imagine, dem Bild- und Video-Generierungstool des Unternehmens, und Macrohard geäußert. Das Macrohard-Projekt, bei dem mehrere Führungskräfte ausschieden, stagnierte und ist seitdem ein Gemeinschaftsprojekt mit Tesla.

Expertenstimmen: Ein Warnsignal?

Charles Elson, ein Experte für Corporate Governance, betrachtet Massenabgänge von Führungskräften als ein "negatives Signal". Er argumentiert, dass solche Abgänge entweder auf eine Überbewertung des Unternehmens oder auf mangelndes Vertrauen in die zukünftige Führung hindeuten. "So oder so sieht es nicht gut aus", fügt er hinzu.

Paul Nary, ein M&A-Experte von der University of Pennsylvania, betont, dass im Bereich der Künstlichen Intelligenz Talent eines der wertvollsten Güter ist. Unternehmen unternähmen große Anstrengungen, um solches Talent zu rekrutieren und zu halten. "Das KI-Talent an der Spitze von xAI ist wahrscheinlich der wertvollste Teil von xAI", so Nary. Er merkt an, dass die Abgänge der Mitgründer vor einem IPO unkonventionell sind, aber Musk selbst sei ein Ausreißer, für den nicht immer die gleichen Regeln gelten.

Neuaufbau und Zukunftsaussichten

Musk hat angekündigt, xAI "von Grund auf neu aufzubauen". Seit Februar hat xAI Dutzende Mitarbeiter in den Grok Imagine- und Macrohard-Teams entlassen und Ingenieure von Tesla und SpaceX zur Unterstützung hinzugezogen. Um die Lücke bei der KI-Codierung zu schließen, hat xAI zwei leitende Angestellte des KI-Codierungs-Startups Cursor, Andrew Milich und Jason Ginsberg, eingestellt, die direkt an Musk berichten.

Das Unternehmen strebt an, den Rückstand gegenüber Konkurrenten wie Google, Anthropic und OpenAI im Bereich der Codierung bis Mitte 2026 aufzuholen. Trotz der Herausforderungen, einschließlich des Problems mit kinderpornografischem Material (CSAM) auf der Grok-Plattform, versucht Musk, xAI neu zu positionieren und talentierte Kandidaten, die in der Vergangenheit abgelehnt wurden, erneut zu kontaktieren.

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