Zepto plant Milliarden-IPO in Indiens Quick-Commerce-Wettlauf

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Das indische Quick-Commerce-Startup Zepto hat vertraulich seinen Börsengang eingereicht, um frisches Kapital in Milliardenhöhe zu beschaffen. Dieser Schritt erfolgt in einem hart umkämpften Markt, der von schnellen Lieferdiensten und einem intensiven Preiskampf geprägt ist, während gleichzeitig Bedenken hinsichtlich nachhaltigen Wachstums aufkommen.

Zepto strebt Milliarden-IPO an

Zepto, ein vier Jahre altes Quick-Commerce-Unternehmen, hat seinen Entwurf für den Börsenprospekt vertraulich eingereicht. Das Unternehmen plant, 110 Milliarden Rupien (rund 1,22 Milliarden US-Dollar) an frischem Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien zu beschaffen. Berichten zufolge könnte der gesamte Börsengang einen Wert von etwa 1,3 Milliarden US-Dollar erreichen, wobei der verbleibende Teil aus einem Verkaufsangebot früher Investoren bestehen würde. Eine andere Quelle spricht von einer geplanten Kapitalbeschaffung von rund 500 Millionen US-Dollar.

Bei seiner letzten Finanzierungsrunde im Oktober wurde Zepto mit 7 Milliarden US-Dollar bewertet, wie Daten des Forschungsunternehmens Tracxn zeigen. Das Unternehmen strebt eine Börsennotierung im Juli-September-Quartal des nächsten Jahres an. Für die Abwicklung des Börsengangs wurden renommierte Finanzinstitute wie Morgan Stanley (als Lead Manager), Axis Capital, HSBC, Goldman Sachs, JM Financial, IIFL Securities und Motilal Oswal beauftragt.

Der boomende Quick-Commerce-Markt in Indien

Der Quick-Commerce-Sektor in Indien, der Lieferungen in nur 10 Minuten verspricht, hat sich zu einem der wettbewerbsintensivsten Bereiche des indischen Verbraucher-Internets entwickelt. Der Online-Lebensmittelmarkt des Landes wird laut Redseer bis 2025 voraussichtlich ein Volumen von rund 24 Milliarden US-Dollar erreichen. Karan Taurani, Executive Vice President bei der indischen Maklerfirma Elara Capital, merkte an, dass der Quick-Commerce-Markt in Indien derzeit 10 % des E-Commerce-Marktes ausmacht, aber mittel- bis langfristig 40 % bis 50 % erreichen könnte.

In den letzten drei bis fünf Jahren sind zahlreiche Unternehmen in diesen Markt eingetreten und liefern sich einen "Preiskampf", um einen großen adressierbaren Gesamtmarkt zu erobern. Zepto hat im Vorfeld des Börsengangs Kostensenkungsmaßnahmen ergriffen, darunter die Reduzierung von 800 bis 900 Stellen durch Entlassungen und unbesetzte Vakanzen sowie die Senkung der Kundenakquisitionskosten und der Gemeinkosten.

Intensiver Wettbewerb und Preiskampf

Zepto agiert in einem hart umkämpften Umfeld mit starken Rivalen. Zu den ersten Akteuren in diesem Bereich gehörten die indischen Essenslieferanten Swiggy und Eternal, zu denen Zomato und Blinkit gehören. Blinkit, der Marktführer, kontrollierte laut einer Notiz von BofA Securities vom September mehr als 50 % des indischen Quick-Commerce-Marktes, während Zepto, Instamart, BigBasket, Flipkart Minutes und Amazon Now den Rest ausmachten.

Auch E-Commerce-Giganten wie Amazon und Walmart-Tochter Flipkart verstärken ihre Präsenz. Amazon bietet in Indien seit Langem Same-Day-Delivery-Dienste über "Amazon Fresh" an und ist im Juni mit seinem 15-Minuten-Dienst "Amazon Now" aggressiv in den überfüllten Markt eingetreten. Amazon Now hat seine Quick-Commerce-Operationen in den drei größten indischen Städten – Mumbai, Delhi und Bengaluru – gestartet. Samir Kumar, Country Manager von Amazon India, erklärte am 1. Dezember, dass das Unternehmen bis Ende des Jahres weit über 300 Mikro-Fulfillment-Zentren in Bengaluru, Delhi und Mumbai betreiben will. Flipkart, im Besitz von Walmart, hat seinen Quick-Commerce-Dienst "Flipkart Minutes" im Jahr 2024 eingeführt und nähert sich 800 Dark Stores. Blinkit betrieb Ende September über 1.800 Dark Stores, während Instamart und Zepto jeweils rund 1.000 bis 1.100 Filialen unterhielten. Amazon Now fügt täglich zwei Mikrolager in Delhi-NCR, Mumbai und Bengaluru hinzu.

Herausforderungen und Zukunftsaussichten

Der Eintritt von Zepto in die öffentlichen Märkte erfolgt inmitten intensiven Wettbewerbs in Indiens kapitalintensivem Quick-Commerce-Sektor. Albinder Dhindsa, Gründer und CEO von Blinkit, äußerte sich in einem Interview im Dezember kritisch: Die Bereitschaft der öffentlichen Märkte, die Expansion des Quick-Commerce durch Bilanzkapital zu finanzieren, sei begrenzt, und der Sektor werde zunehmend auf nachhaltiges Wachstum geprüft werden.

Zepto hatte im Oktober eine Finanzierungsrunde über 450 Millionen US-Dollar abgeschlossen, die vom US-Pensionsfonds CalPERS angeführt wurde, wovon etwa 300 Millionen US-Dollar Primärkapital waren. Der geplante Börsengang soll die ehrgeizigen Expansionsstrategien des Unternehmens weiter vorantreiben und seine Position in einem Markt festigen, der erhebliche globale Investitionen anzieht.

Erwähnte Persönlichkeiten