
Zwei ETFs im Fokus: Warum der Dezember Risiken für Tech- und Finanzwerte birgt
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Der Dezember gilt traditionell als günstiger Monat für Aktieninvestitionen, oft verbunden mit der Hoffnung auf eine "Santa Claus Rallye". Der S&P 500 verzeichnete in den letzten 20 Jahren im Dezember durchschnittlich einen Gewinn von 0,6 %. Trotz dieses positiven Vorzeichens ist der Erfolg nicht über alle Sektoren hinweg garantiert, und Anleger sollten ihre Exchange Traded Funds (ETFs) auf potenzielle Risiken hin überprüfen.
Financial Select Sector SPDR ETF (XLF): Finanzsektor unter Beobachtung
Der Financial Select Sector SPDR ETF (NYSEMKT: XLF), der größte ETF seiner Kategorie, könnte im weiteren Verlauf des Dezembers ein erhöhtes Risiko darstellen. Obwohl der Fonds im laufenden Monat bereits um fast 3 % gestiegen ist und seit 2010 im Dezember durchschnittlich einen Gewinn von 1,47 % erzielte, gibt es mehrere Warnsignale.
Experten weisen auf spezifische Risikofaktoren hin, die den XLF beeinflussen könnten. Dazu gehören:
- Historische Schwäche einzelner Positionen: U.S. Bancorp (NYSE: USB) und Moody's (NYSE: MCO), zwei der größten Positionen des ETFs, zeigten in der zweiten Dezemberhälfte des letzten Jahrzehnts oft eine unterdurchschnittliche Performance im S&P 500.
- **Auswirkungen der Zinspolitik:** Die Federal Reserve hat die Zinsen bereits zum dritten Mal gesenkt. Obwohl dies für die breiteren Märkte positiv bewertet wird, bedeutet es für Banken niedrigere Kreditzinsen und für Versicherer geringere Erträge aus Prämien. Da der XLF über 40 % seines Portfolios in Bank- und Versicherungsaktien investiert, stellen diese Entwicklungen ein glaubwürdiges Risiko dar.
- **Konsumverhalten in der Weihnachtszeit:** Sollten die Konsumausgaben in der Weihnachtszeit verhalten ausfallen, könnte dies den ETF belasten. Vier der fünf größten US-Kreditkartenherausgeber gehören zu den Top-10-Positionen des XLF. Ein Rückgang der Konsumfreude würde sich hier direkt negativ auswirken.
Zudem ist Berkshire Hathaway (BRK.B, BRK.A) mit 11,6 % die größte Position des XLF. Diese Gewichtung hat die Performance des ETFs in diesem Jahr beeinträchtigt, was seinen Status als Value-Fonds unterstreicht.
Vanguard Information Technology ETF (VGT): Konzentrationsrisiko im Tech-Sektor
Der Technologiesektor hat in den letzten Jahren, insbesondere durch den Boom der Künstlichen Intelligenz (KI), eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Der Vanguard Information Technology ETF (NYSEMKT: VGT) ist durch November um fast 21 % gestiegen und übertraf damit den S&P 500 und den technologieintensiven Nasdaq Composite. Trotz dieses Erfolgs wird der VGT von einigen Analysten für den Dezember als risikoreich eingestuft.
Der VGT bildet den US-amerikanischen Informationstechnologiesektor ab und umfasst 314 Unternehmen aus verschiedenen Branchen wie Halbleiter, Systemsoftware, Technologiehardware, Anwendungssoftware und Halbleitermaterialien. Ein wesentliches Merkmal des VGT ist seine Marktkapitalisierungsgewichtung, bei der größere Unternehmen einen größeren Anteil am ETF ausmachen.
Das Hauptargument gegen den VGT im Dezember ist die hohe Konzentration in wenigen Megacap-Tech-Aktien. Die drei größten Positionen machen über 45 % des gesamten ETFs aus:
Obwohl diese Unternehmen als Weltklasse gelten – Nvidia als führend bei GPUs für das KI-Ökosystem, Apple als Revolutionär der Hardware und Microsoft als vielseitiger Akteur in fast jeder Tech-Branche – sehen Experten eine derart hohe Konzentration in einem ETF mit 314 Aktien als nicht ideal an. Eine Schwäche dieser wenigen Unternehmen könnte den gesamten ETF erheblich belasten.
Als "sicherere" Alternativen werden andere technologieorientierte ETFs genannt, die ebenfalls Nvidia, Apple und Microsoft halten, aber weniger stark von deren Performance abhängig sind. Der Invesco QQQ Trust ETF, der den Nasdaq-100 abbildet, hat beispielsweise einen Anteil von etwa einem Viertel an diesen drei Aktien und zeigte im laufenden Jahr eine ähnliche Performance wie der VGT. Angesichts der erhöhten Unsicherheit am Markt zu Beginn des Dezembers wird eine geringere Abhängigkeit von wenigen Unternehmen bevorzugt.