Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell basiert auf einer vertikal integrierten Produktionskette, die von der Landwirtschaft über die Viehzucht bis zur Lebensmittelverarbeitung ("vom Hof auf den Tisch") und von der Saat bis zu Biokraftstoffen ("from seed to biofuels") reicht. Agrofert konzentriert sich auf die Schaffung von Synergien zwischen seinen zahlreichen Tochtergesellschaften und strategischen Akquisitionen, um Effizienz und Know-how in der gesamten Wertschöpfungskette zu maximieren.
Hauptprodukte
Stickstoffdünger, Agrochemikalien (Pestizide, Beizmittel, Spezialdünger), landwirtschaftliche Rohstoffe (Getreide, Ölsaaten, Futtermittel), Lebensmittelprodukte (Milchprodukte, Fleisch, Backwaren), Biokraftstoffe, feste Biomasse, Industriechemikalien (Ammoniak, Salpetersäure, Phenole), Holzprodukte (Bretter, Paletten), Landmaschinen, Logistikdienstleistungen.
Marktposition
Agrofert ist die größte Unternehmensgruppe in der tschechischen und slowakischen Landwirtschafts- und Lebensmittelindustrie, die zweitgrößte Chemiegruppe im Inland und der zweitgrößte Stickstoffdüngerproduzent in Europa. Das Unternehmen ist zudem der größte private Arbeitgeber in der Tschechischen Republik und zählt laut dem CZECH TOP 100 Ranking zu den vier wichtigsten Unternehmen des Landes.
Finanzielle Highlights
Im Jahr 2022 erzielte Agrofert einen konsolidierten Umsatz von 245 Milliarden CZK, was einem Anstieg von 33 % gegenüber dem Vorjahr entspricht, und einen konsolidierten Nachsteuergewinn von 12,97 Milliarden CZK. Die Bilanzsumme belief sich auf 187 Milliarden CZK. Im Jahr 2023 sank der konsolidierte Umsatz auf 212 Milliarden CZK (ein Rückgang von 14 % gegenüber dem Vorjahr) und der konsolidierte Nettogewinn auf 2,09 Milliarden CZK, hauptsächlich aufgrund schwächerer Leistungen in den Chemie- und Agrarsegmenten. Die Bilanzsumme stieg 2023 auf 214,8 Milliarden CZK. Das Eigenkapital der Gruppe betrug rund 109 Milliarden CZK. Die Mitarbeiterzahl lag 2023 bei durchschnittlich 32.000 Personen.
Aktuelle Entwicklungen
Im Jahr 2024 schloss Agrofert die Veräußerung seiner Mediengruppen (MAFRA, LONDA) und von Synthesia ab und erwarb gleichzeitig das rumänische Unternehmen East Grain sowie landwirtschaftliche Primärproduktionen in der Tschechischen Republik und der Slowakei. Im Jahr 2023 erfolgte die Übernahme der Stickstoffverarbeitungssparte von Borealis, die nun unter dem Namen LAT Nitrogen Group firmiert, und eine Stärkung der Position im Hopfenanbau durch die TOP HOP Gruppe. Das Unternehmen konzentriert sich weiterhin auf Investitionen in Energieeinsparungen, den Bau von Photovoltaikanlagen und die Ökologisierung der Produktion. Aktuell gibt es Kontroversen bezüglich eines Interessenkonflikts mit dem ehemaligen Premierminister Andrej Babiš, wobei das tschechische Landwirtschaftsministerium die Rückforderung von 5,1 Milliarden CZK an Subventionen für den Zeitraum 2017-2021 fordert.