Geschäftsmodell
Custodia Bank agiert als Special Purpose Depository Institution (SPDI) in Wyoming, was bedeutet, dass sie Einlagen entgegennimmt und damit verbundene Aktivitäten wie treuhänderische Vermögensverwaltung und Verwahrung durchführt, jedoch keine Kundeneinlagen in Fiat-Währung verleihen darf. Stattdessen müssen diese Fiat-Einlagen zu 100 % in Reserve gehalten werden. Das Erlösmodell des Unternehmens ist gebührenbasiert. Ziel ist es, eine konforme Brücke zwischen digitalen Assets und dem US-Dollar-Zahlungssystem zu schaffen.
Hauptprodukte
Regulierte Dienstleistungen für digitale Assets, Verwahrungsdienste für digitale Assets (z.B. Bitcoin) unter Verwendung eines segregierten Kontomodells, Zahlungslösungen, die traditionelles Bankwesen mit digitalen Assets integrieren, tokenisierte US-Dollar-Sichteinlagen (Avit Stablecoin) und treuhänderische Vermögensverwaltung.
Marktposition
Custodia Bank positioniert sich als reguliertes Institut, das traditionelles Bankwesen mit digitalen Assets verbindet und sich auf institutionelle Kunden konzentriert. Das Unternehmen legt Wert auf regulatorische Compliance, Sicherheit und klare Eigentumsrechte für digitale Assets durch den SPDI-Rahmen von Wyoming und segregierte Verwahrungskonten. Allerdings sah sich Custodia Bank auf Bundesebene erheblichem regulatorischem Widerstand gegenüber, insbesondere bezüglich ihres Antrags auf ein Master-Konto bei der Federal Reserve.
Finanzielle Highlights
Das Unternehmen ist in Privatbesitz und wird von Risikokapitalgebern finanziert. Bis März 2026 hat es insgesamt 52,4 Millionen US-Dollar in vier Finanzierungsrunden erhalten. Eine Series-A-Finanzierungsrunde im März 2021 brachte 37 Millionen US-Dollar ein. Die jüngste Finanzierungsrunde war eine Series A über 2,88 Millionen US-Dollar im März 2024. Der geschätzte Umsatz liegt zwischen 10 und 25 Millionen US-Dollar. Einlagen bei Custodia Bank sind nicht durch die FDIC versichert.
Aktuelle Entwicklungen
Im März 2026 lehnte ein Bundesberufungsgericht den letzten Versuch der Custodia Bank ab, direkte Verbindungen zum Zahlungsnetzwerk der US-Federal Reserve (ein Master-Konto) zu erhalten, und bestätigte damit die Befugnis der Zentralbank, solche Anträge abzulehnen. Dies beendete effektiv einen fünfjährigen Rechtsstreit. Zuvor hatte die Bank im Juni 2022 eine Klage gegen den Federal Reserve Board und die Federal Reserve Bank of Kansas City eingereicht, mit der Begründung, ihr Antrag sei ungerechtfertigt verzögert worden. Im März 2025 schloss die Custodia Bank in Zusammenarbeit mit der Vantage Bank die erste Tokenisierung von US-Dollar-Sichteinlagen einer Bank auf einer erlaubnisfreien Blockchain ab, indem sie Avit™-Stablecoins ausgab, übertrug und einlöste. Im November 2023 startete die Custodia Bank ihre Bitcoin-Verwahrungsplattform, die segregierte Konten für Unternehmen anbietet. Anfang 2025 war die Bank weitgehend inaktiv, während sie versuchte, regulatorische Hürden zu überwinden.