Geschäftsmodell
Linqto erwirbt Anteile von Verkäufern, oft zu einem reduzierten Preis, schlägt einen Aufschlag auf und bietet diese dann akkreditierten Anlegern auf seiner Plattform zum Kauf an. Für die Investitionen in private Technologieunternehmen werden Special Purpose Vehicles (SPVs) genutzt. Die Einnahmen generiert Linqto hauptsächlich durch eine Bruttomarge (Aufschlag auf den Aktienkurs) und Eigeninvestitionen.
Hauptprodukte
Die Hauptprodukte umfassen eine Investmentplattform, die akkreditierten Anlegern den Kauf von Anteilen an privaten Fonds ermöglicht, die wiederum Aktien von Pre-IPO-Unternehmen halten. Darüber hinaus bot Linqto einen Sekundärmarkt für private Marktinvestitionen mit einer Verkaufsfunktion an. Das Unternehmen hatte auch spezielle Angebote wie Linqto Wealth für Berater und Linqto Professional für institutionelle Dienstleistungen.
Marktposition
Linqto positionierte sich als Unternehmen, das private Investitionen demokratisieren wollte, indem es akkreditierten Anlegern einen zugänglichen und erschwinglichen Zugang ermöglichte. Es bot Zugang zu spätphasigen, wachstumsstarken Privatunternehmen und sogenannten "Unicorns". Das Unternehmen wurde als wichtiger Akteur auf dem Sekundärmarkt für private Wertpapiere wahrgenommen.
Finanzielle Highlights
Bis März 2023 übertrafen die gesamten Mitgliederinvestitionen 200 Millionen US-Dollar. Bis Mai 2025 wurden über 460 Millionen US-Dollar an Transaktionen für eine Nutzerbasis in über 110 Ländern abgewickelt. Linqto hat bis Oktober 2025 insgesamt 187 Millionen US-Dollar in 31 Finanzierungsrunden erhalten. Bei der Beantragung der Insolvenz nach Chapter 11 im Juli 2025 gab das Unternehmen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde US-Dollar an. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sicherte sich Linqto eine Debtor-in-Possession-Finanzierung von bis zu 60 Millionen US-Dollar.
Aktuelle Entwicklungen
Linqto hat am 8. Juli 2025 Insolvenz nach Chapter 11 beim US-amerikanischen Insolvenzgericht für den Southern District of Texas beantragt. Dem Insolvenzantrag gingen monatelange behördliche Prüfungen, interne Untersuchungen und Vorwürfe von Wertpapierverstößen voraus, darunter der Verkauf von Wertpapieren an nicht berechtigte Anleger und die Verletzung von Preisbeschränkungen. Die Plattform von Linqto wurde am 13. März 2025 geschlossen, wodurch alle kundenorientierten Operationen und die Umsatzgenerierung eingestellt wurden. Eine neue Führungsebene wurde im März 2025 ernannt, die interne Untersuchungen durchführte und erhebliche Wertpapierverstöße durch die frühere Geschäftsführung aufdeckte. Im August 2025 erhielt Linqto die gerichtliche Genehmigung, wertvolle Beteiligungen an privaten Unternehmen zu liquidieren, um das Insolvenzverfahren zu finanzieren. Zuvor hatte Linqto geplant, im Jahr 2024 über eine SPAC-Fusion an der NASDAQ an die Börse zu gehen, diese Pläne wurden jedoch im September 2024 beendet. Im November 2025 veröffentlichte Linqto im Rahmen des Insolvenzverfahrens einen vollständigen historischen Transaktionsdatensatz.