Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell von ThyssenKrupp Marine Systems basiert auf der Bereitstellung von Marineplattformen und Ausrüstung. Es umfasst Design, Konstruktion und Unterstützung für U-Boote und Überwasserkampfschiffe sowie umfassenden Lebenszyklus-Support, einschließlich Wartung, Reparatur, Überholung (MRO), Modernisierungsdienste und Schulungen für Marinen weltweit. Das Unternehmen verfolgt maßgeschneiderte Betriebsmodelle, darunter Generalunternehmerschaft mit Fertigung an eigenen Standorten, Lieferung von Materialpaketen, Joint Ventures, lokale Fertigung oder Partnerschaften. TKMS konzentriert sich auf effiziente, zuverlässige und nachhaltige Lösungen sowie langfristige Partnerschaften und ist ein sicherheitskritischer Rüstungszulieferer mit langlaufenden Projektzyklen.
Hauptprodukte
Nicht-nukleare U-Boote (z.B. Typ 209, 212A, 212CD, 214, Dolphin-Klasse, 218), Marineüberwasserschiffe (Fregatten, Korvetten, Zerstörer, MEKO®-Technologie), Marineelektronik und Waffensysteme (z.B. Atlas Elektronik), Lebenszyklus-Wartung, Reparatur, Überholung (MRO), Modernisierungsdienste und Schulungen, innovative Antriebssysteme, einschließlich brennstoffzellenbasierter luftunabhängiger Antrieb (AIP).
Marktposition
ThyssenKrupp Marine Systems ist einer der weltweit führenden Systemanbieter für nicht-nukleare U-Boote und hochwertige Marineschiffe. Es gilt als führender europäischer Systemanbieter im Marinesektor und ist Weltmarktführer bei konventionellen U-Booten. Das Unternehmen ist zudem führend in der Entwicklung neuer maritimer Über- und Unterwassertechnologien und der einzige deutsche Systemlieferant im Marinesektor, der das gesamte Spektrum an Dienstleistungen vom Design bis zu Kommando- und Waffeneinsatzsystemen anbietet.
Finanzielle Highlights
Im Geschäftsjahr 2024/2025 erzielte TKMS einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Auftragseingang belief sich auf etwa 8,8 Milliarden Euro, eine Versechsfachung gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand erreichte mit rund 18,2 Milliarden Euro ein Rekordniveau, was einem Anstieg von 55 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das bereinigte EBIT stieg um 53 % auf 131 Millionen Euro, bei einer bereinigten EBIT-Marge von 6 %. Der Nettogewinn betrug 108 Millionen Euro, und der Free Cash Flow verdoppelte sich auf 784 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2024/2025 rund 9.100 Mitarbeiter.
Aktuelle Entwicklungen
ThyssenKrupp Marine Systems wurde am 20. Oktober 2025 von der ThyssenKrupp AG abgespalten und an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Die ThyssenKrupp AG behält eine Mehrheitsbeteiligung von 51 %, während 49 % der Anteile an die ThyssenKrupp-Aktionäre verteilt wurden. Am 22. Dezember 2025 wurde TKMS in den MDAX-Index aufgenommen. Im Jahr 2021 erhielt das Unternehmen den größten Auftrag seiner Geschichte im Wert von 5,5 Milliarden Euro für sechs U-Boote des Typs 212CD für die deutsche und norwegische Marine. Im Januar 2021 erfolgte die Übernahme der Oceana-Werft in Itajaí, Brasilien. Im Jahr 2023 unterzeichnete TKMS eine Absichtserklärung mit Mazagon Dock Shipbuilders in Indien für ein potenzielles Abkommen im Wert von 7 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 gründeten TKMS und der deutsche Wettbewerber NVL ein Joint Venture zum Bau von F127-Fregatten. Im April 2026 kündigte TKMS eine Software-Partnerschaft mit QNX Software Systems (einer BlackBerry-Tochter) für globale Schiffs- und U-Boot-Plattformen an, die als Vorbereitung für das kanadische U-Boot-Programm gilt. Zudem laufen im April 2026 finale Verhandlungen in Berlin über ein 8-Milliarden-Dollar-Paket mit der indischen Marine für sechs fortschrittliche U-Boote. Im selben Monat prüfen TKMS und die spanische Navantia eine strategische Kooperation für potenzielle Projekte in Europa, der NATO und weltweit. TKMS investiert in Zukunftstechnologien wie ferngesteuerte Systeme, künstliche Intelligenz und digitale Plattformen. Seit 1983 forscht TKMS an Brennstoffzellentechnologien und stellte 2003 das weltweit erste nicht-nukleare U-Boot mit Brennstoffzellenantrieb in Dienst. Im Januar 2024 eröffnete TKMS eine moderne Fertigungsanlage in Kiel für Brennstoffzellentechnologien.