Geschäftsmodell
Voyager Digital bot provisionsfreien Krypto-Handel an und generierte Einnahmen hauptsächlich durch Spreads auf Transaktionen. Das Unternehmen bot auch zinsbringende Konten für Kryptowährungseinlagen an, wobei die eingezahlten Gelder zur Finanzierung von Handels-, Kredit- und anderen Aktivitäten verwendet wurden. Ein weiteres Geschäftsfeld waren Krypto-Zahlungslösungen, insbesondere nach der Übernahme von Coinify.
Hauptprodukte
Kryptowährungs-Brokerage-Plattform, Handel mit digitalen Vermögenswerten (über 100 Krypto-Assets), Verwahrungsdienste, Krypto-Wallets, zinsbringende Krypto-Konten, Marktdaten und Analysen, Krypto-Zahlungslösungen (durch die Übernahme von Coinify).
Marktposition
Vor seinem Zusammenbruch war Voyager Digital eine schnell wachsende Kryptowährungs-Brokerage-Plattform in den USA mit über 1,1 Millionen aktiven Nutzern auf ihrem Höhepunkt und einem verwalteten Vermögen von 5,9 Milliarden US-Dollar Anfang 2022. Das Unternehmen positionierte sich als Brücke zwischen traditionellen Finanzen und digitalen Vermögenswerten und konkurrierte mit etablierten Börsen durch differenzierte Dienstleistungen wie integrierte Verwahrungslösungen und wettbewerbsfähige Zinssätze.
Finanzielle Highlights
Zum 31. März 2022 hatte Voyager Digital einen Umsatz von 458 Millionen US-Dollar in den vorangegangenen 12 Monaten. Die Marktkapitalisierung erreichte im März 2021 einen Höchststand von über 3,7 Milliarden US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung im Juli 2022 hatte das Unternehmen schätzungsweise zwischen 1 Milliarde und 10 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Es verfügte über rund 1,3 Milliarden US-Dollar an Krypto-Assets auf seiner Plattform und über 350 Millionen US-Dollar in bar auf einem FBO-Konto (For Benefit of Customers) bei der Metropolitan Commercial Bank.
Aktuelle Entwicklungen
Voyager Digital meldete am 5. Juli 2022 Insolvenz nach Chapter 11 an, nachdem der Krypto-Hedgefonds Three Arrows Capital einen Kredit in Höhe von über 650 Millionen US-Dollar nicht zurückzahlen konnte. Im September 2022 gewann FTX US eine Auktion zur Übernahme der Vermögenswerte von Voyager für rund 1,422 Milliarden US-Dollar. Nach dem Konkurs von FTX im November 2022 musste Voyager Digital einen neuen Käufer finden. Im Dezember 2022 gewann die US-Tochter von Binance die Ausschreibung zum Kauf der Vermögenswerte von Voyager für etwa 1 Milliarde US-Dollar, was im Januar 2023 gerichtlich genehmigt wurde. Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) legte jedoch einen begrenzten Einspruch gegen die geplante Übernahme durch Binance US ein. Im Oktober 2023 einigte sich die Federal Trade Commission (FTC) mit Voyager auf ein Vergleichsabkommen, das das Unternehmen dauerhaft vom Anbieten von Verbraucher-Assets ausschließt und ein Urteil von 1,65 Milliarden US-Dollar vorsieht, das ausgesetzt wird, um Voyager die Rückgabe der verbleibenden Vermögenswerte an die Verbraucher im Rahmen des Insolvenzverfahrens zu ermöglichen. Ein ehemaliger Manager wurde wegen falscher Behauptungen über die FDIC-Versicherung von Kundeneinlagen angeklagt. Im Dezember 2025 wurde eine Sammelklage gegen Mark Cuban und die Dallas Mavericks wegen der Förderung von Voyager Digital abgewiesen.