Finanzwissen aufbauen

    Wissensdatenbank

    Hier findest du einfache Erklärungen zu wichtigen Finanzbegriffen

    Beliebte Begriffe

    Marktkapitalisierung

    128

    Die Marktkapitalisierung ist der Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Aktien eines börsennotierten Unternehmens. Sie wird berechnet, indem der aktuelle Aktienkurs mit der Gesamtzahl der ausstehenden Aktien multipliziert wird.

    Künstliche Intelligenz (KI)

    121

    Künstliche Intelligenz (KI) ist die Fähigkeit von Computern, menschliches Denken und Lernen nachzuahmen. Sie können selbstständig Probleme lösen und aus Erfahrungen klüger werden.

    Volatilität

    103

    Volatilität misst, wie stark und schnell sich der Preis einer Anlage ändert. Sie zeigt die Schwankungsbreite von Kursen um ihren Mittelwert an.

    S&p 500

    91

    Der S&P 500 (Standard & Poor's 500) ist ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Aktienindex, der die Wertentwicklung von 500 der größten börsennotierten Unternehmen in den Vereinigten Staaten abbildet. Er gilt als eines der wichtigsten Barometer für die Gesundheit des US-Aktienmarktes und der Gesamtwirtschaft.

    Federal Reserve

    83

    Das Federal Reserve System, oft als Federal Reserve oder kurz Fed bezeichnet, ist das Zentralbank-System der Vereinigten Staaten von Amerika. Es wurde 1913 gegründet, um die Finanzstabilität zu gewährleisten und die Geldpolitik in den USA zu zentralisieren.

    Inflation

    78

    Inflation ist ein anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft über einen bestimmten Zeitraum. Dies führt zu einer Abnahme der Kaufkraft des Geldes, da für dieselbe Geldeinheit weniger Güter und Dienstleistungen erworben werden können.

    Kursziel

    69

    Ein Kursziel ist der künftig erwartete Börsenkurs eines Wertpapiers, der auf dessen innerem Wert oder einem charttechnischen Trend basiert. Es stellt eine Prognose der zukünftigen Wertentwicklung einer Aktie dar, oft mit einem Zeithorizont von 1 bis 12 Monaten.

    Zölle

    66

    Zölle sind staatliche Abgaben, die beim physischen Verbringen von Waren über eine Zollgrenze, typischerweise bei der Einfuhr, erhoben werden. Sie stellen eine Form der Steuer dar, die den Preis importierter Güter erhöht.

    Regierungsstillstand

    51

    Ein Regierungsstillstand (Government Shutdown) ist ein temporärer Verwaltungsstillstand, der eintritt, wenn die Legislative keine Gesetze zur Finanzierung der Exekutive verabschiedet, wodurch ein Großteil der staatlichen Aktivitäten und Dienstleistungen eingestellt wird. Dies geschieht typischerweise, wenn sich die politischen Parteien nicht auf einen Haushalt oder eine Übergangsfinanzierung einigen können, bevor die bestehenden Mittel auslaufen.

    Basispunkte

    50

    Ein Basispunkt ist eine Maßeinheit in der Finanzwelt. Er beschreibt sehr kleine Veränderungen bei Prozentangaben und entspricht genau einem Hundertstel eines Prozentpunktes.

    Gewinn Pro Aktie (EPS)

    49

    Der Gewinn pro Aktie (EPS, englisch: Earnings Per Share) ist eine zentrale Finanzkennzahl, die den Anteil des Unternehmensgewinns angibt, der auf jede einzelne ausstehende Stammaktie entfällt. Er dient als Indikator für die Rentabilität eines Unternehmens und dessen Ertragskraft pro Anteilsschein.

    Nachbörslicher Handel

    47

    Nachbörslicher Handel bezeichnet den Kauf und Verkauf von Wertpapieren außerhalb der regulären Öffnungszeiten einer Börse. Er ermöglicht es Marktteilnehmern, auf Nachrichten und Ereignisse zu reagieren, die nach offiziellem Handelsschluss veröffentlicht werden.

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    Anwalt-Mandanten-Privileg

    1 Artikel

    Zuletzt aktualisiert: 3. Dezember 2025

    Das Anwalt-Mandanten-Privileg schützt vertrauliche Kommunikationen zwischen einem Mandanten und seinem Rechtsanwalt, die zum Zweck der Rechtsberatung erfolgen, vor Offenlegung gegenüber Dritten. Es dient der Förderung einer offenen und ehrlichen Kommunikation, die für eine effektive Rechtsvertretung unerlässlich ist.

    Ausführliche Erklärung

    Das Anwalt-Mandanten-Privileg ist ein grundlegendes Rechtsprinzip, das die Vertraulichkeit der Kommunikation zwischen einem Mandanten und seinem Rechtsanwalt gewährleistet, sofern diese im Rahmen der Erteilung oder Einholung von Rechtsberatung erfolgt. Dieses Privileg gehört dem Mandanten und kann nur von diesem aufgehoben werden, nicht vom Anwalt. Es unterscheidet sich von der allgemeinen anwaltlichen Schweigepflicht, indem es nicht nur die Pflicht des Anwalts zur Geheimhaltung umfasst, sondern auch einen umfassenden Zeugnisverweigerungsrecht und einen Schutz vor Offenlegung in Gerichts- und Verwaltungsverfahren bietet.

    Im Finanzbereich ist das Anwalt-Mandanten-Privileg von entscheidender Bedeutung, insbesondere bei internen Untersuchungen, Compliance-Prüfungen und behördlichen Ermittlungen, beispielsweise wegen Geldwäsche, Betrug oder Marktmanipulation. Es ermöglicht Unternehmen und Finanzinstituten, umfassende interne Sachverhaltsaufklärungen durchzuführen und Rechtsberatung einzuholen, ohne befürchten zu müssen, dass diese sensiblen Informationen unmittelbar an Aufsichtsbehörden oder Prozessgegner offengelegt werden müssen. Dies ist essenziell, um potenzielle finanzielle Risiken zu identifizieren und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

    Bei komplexen Finanztransaktionen wie Fusionen und Übernahmen (M&A), Kapitalmarkttransaktionen oder der Strukturierung von Finanzprodukten schützt das Privileg den Austausch strategischer und finanziell sensibler Informationen sowie die darauf basierende Rechtsberatung. Es gewährleistet, dass Mandanten ihre Anwälte vollständig über finanzielle Details, Risikobewertungen und Verhandlungsstrategien informieren können. Auch in finanzgerichtlichen Auseinandersetzungen oder bei Schiedsverfahren schützt es die Entwicklung der Rechtsstrategie und die Kommunikation über finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten.

    Das Anwalt-Mandanten-Privileg ist jedoch nicht absolut. Es gilt beispielsweise nicht für Kommunikationen, die dem Zweck dienen, eine Straftat oder einen Betrug zu begehen (sogenannte "crime-fraud exception"). Zudem kann der Mandant auf das Privileg verzichten, was weitreichende finanzielle und rechtliche Konsequenzen haben kann, insbesondere wenn Informationen in einem Verfahren offengelegt werden müssen. Ein solcher Verzicht kann explizit oder auch konkludent erfolgen, etwa durch die Weitergabe privilegierter Dokumente an Dritte. Die Abgrenzung zwischen reiner Rechtsberatung und geschäftlicher oder finanzieller Beratung durch einen Anwalt ist ebenfalls kritisch, da nur erstere unter den Schutz des Privilegs fällt.

    Es ist wichtig zu beachten, dass der Umfang und die Anwendung des Anwalt-Mandanten-Privilegs je nach Rechtsordnung erheblich variieren können. Während es im angloamerikanischen Recht (USA, UK) ein weitreichendes Beweismittelprivileg darstellt, das auch gegenüber internen Unternehmensjuristen gelten kann, ist der Schutz in Deutschland primär als anwaltliche Verschwiegenheitspflicht und Zeugnisverweigerungsrecht des Anwalts ausgestaltet. Dies hat insbesondere bei grenzüberschreitenden Finanztransaktionen und Ermittlungen erhebliche Auswirkungen auf die Offenlegungspflichten.

    Rechtlicher Hinweis

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    Anwalt-Mandanten-Privileg

    1 Artikel

    Zuletzt aktualisiert: 3. Dezember 2025

    Definition

    Das Anwalt-Mandanten-Privileg schützt vertrauliche Kommunikationen zwischen einem Mandanten und seinem Rechtsanwalt, die zum Zweck der Rechtsberatung erfolgen, vor Offenlegung gegenüber Dritten. Es dient der Förderung einer offenen und ehrlichen Kommunikation, die für eine effektive Rechtsvertretung unerlässlich ist.

    Detaillierte Erklärung

    Das Anwalt-Mandanten-Privileg ist ein grundlegendes Rechtsprinzip, das die Vertraulichkeit der Kommunikation zwischen einem Mandanten und seinem Rechtsanwalt gewährleistet, sofern diese im Rahmen der Erteilung oder Einholung von Rechtsberatung erfolgt. Dieses Privileg gehört dem Mandanten und kann nur von diesem aufgehoben werden, nicht vom Anwalt. Es unterscheidet sich von der allgemeinen anwaltlichen Schweigepflicht, indem es nicht nur die Pflicht des Anwalts zur Geheimhaltung umfasst, sondern auch einen umfassenden Zeugnisverweigerungsrecht und einen Schutz vor Offenlegung in Gerichts- und Verwaltungsverfahren bietet.

    Im Finanzbereich ist das Anwalt-Mandanten-Privileg von entscheidender Bedeutung, insbesondere bei internen Untersuchungen, Compliance-Prüfungen und behördlichen Ermittlungen, beispielsweise wegen Geldwäsche, Betrug oder Marktmanipulation. Es ermöglicht Unternehmen und Finanzinstituten, umfassende interne Sachverhaltsaufklärungen durchzuführen und Rechtsberatung einzuholen, ohne befürchten zu müssen, dass diese sensiblen Informationen unmittelbar an Aufsichtsbehörden oder Prozessgegner offengelegt werden müssen. Dies ist essenziell, um potenzielle finanzielle Risiken zu identifizieren und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

    Bei komplexen Finanztransaktionen wie Fusionen und Übernahmen (M&A), Kapitalmarkttransaktionen oder der Strukturierung von Finanzprodukten schützt das Privileg den Austausch strategischer und finanziell sensibler Informationen sowie die darauf basierende Rechtsberatung. Es gewährleistet, dass Mandanten ihre Anwälte vollständig über finanzielle Details, Risikobewertungen und Verhandlungsstrategien informieren können. Auch in finanzgerichtlichen Auseinandersetzungen oder bei Schiedsverfahren schützt es die Entwicklung der Rechtsstrategie und die Kommunikation über finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten.

    Das Anwalt-Mandanten-Privileg ist jedoch nicht absolut. Es gilt beispielsweise nicht für Kommunikationen, die dem Zweck dienen, eine Straftat oder einen Betrug zu begehen (sogenannte "crime-fraud exception"). Zudem kann der Mandant auf das Privileg verzichten, was weitreichende finanzielle und rechtliche Konsequenzen haben kann, insbesondere wenn Informationen in einem Verfahren offengelegt werden müssen. Ein solcher Verzicht kann explizit oder auch konkludent erfolgen, etwa durch die Weitergabe privilegierter Dokumente an Dritte. Die Abgrenzung zwischen reiner Rechtsberatung und geschäftlicher oder finanzieller Beratung durch einen Anwalt ist ebenfalls kritisch, da nur erstere unter den Schutz des Privilegs fällt.

    Es ist wichtig zu beachten, dass der Umfang und die Anwendung des Anwalt-Mandanten-Privilegs je nach Rechtsordnung erheblich variieren können. Während es im angloamerikanischen Recht (USA, UK) ein weitreichendes Beweismittelprivileg darstellt, das auch gegenüber internen Unternehmensjuristen gelten kann, ist der Schutz in Deutschland primär als anwaltliche Verschwiegenheitspflicht und Zeugnisverweigerungsrecht des Anwalts ausgestaltet. Dies hat insbesondere bei grenzüberschreitenden Finanztransaktionen und Ermittlungen erhebliche Auswirkungen auf die Offenlegungspflichten.

    Verwandte Begriffe

    Anwaltsgeheimnis
    Verschwiegenheitspflicht
    Legal Privilege
    Work Product Doctrine
    Berufsgeheimnis