7-Eleven schließt 645 Filialen in Nordamerika: Strategie im Wandel

7-Eleven schließt 645 Filialen in Nordamerika: Strategie im Wandel

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7-Eleven plant, im Geschäftsjahr 2026 645 Filialen in Nordamerika zu schließen, während nur 205 neue Standorte eröffnet werden. Diese strategische Anpassung, die auch die Umwandlung in Großhandels-Tankstellen umfasst, erfolgt inmitten eines herausfordernden Wirtschaftsumfelds mit anhaltender Inflation und nachlassender Konsumfreude. Die Muttergesellschaft Seven & i Holdings reagiert damit auf sinkende Umsätze und bereitet sich auf ein verzögertes IPO vor.

Strategische Anpassungen im Filialnetz

7-Eleven, eine führende Kette von Convenience Stores, plant die Schließung von 645 Filialen in Nordamerika im Geschäftsjahr 2026, das vom 1. März 2026 bis zum 28. Februar 2027 läuft. Dies geht aus den jüngsten Gewinnmeldungen der japanischen Muttergesellschaft Seven & i Holdings Co. hervor. Gleichzeitig sollen im selben Zeitraum 205 neue Standorte eröffnet werden.

Die Anzahl der Schließungen übersteigt die der Neueröffnungen deutlich, was das fünfte Jahr in Folge mit einem negativen Netto-Wachstum in Nordamerika markiert. Ein wesentlicher Teil dieser Schließungen umfasst die Umwandlung von Standorten in sogenannte Großhandels-Tankstellen. Diese werden von 7-Eleven nicht mehr in der offiziellen Filialzählung berücksichtigt, obwohl das Unternehmen in den letzten Jahren bereits über 900 solcher Standorte in Nordamerika etabliert hat.

Die nordamerikanische Betreibergesellschaft 7-Eleven Inc. mit Sitz in Texas verwaltet derzeit über 13.000 Standorte in den USA und Kanada. Bis März des nächsten Jahres wird die Gesamtzahl der Convenience Stores voraussichtlich auf 12.272 sinken. In den vergangenen Jahren wurden bereits Hunderte von "schlecht performenden" Filialen geschlossen, oft aufgrund von rückläufigen Umsätzen, geringerer Kundenfrequenz und inflationärem Druck.

Wirtschaftlicher Gegenwind und Verbraucherverhalten

Die aktuellen Anpassungen im Filialnetz von 7-Eleven erfolgen in einer Zeit, in der weltweit höhere Preise die Verbraucher belasten. Insbesondere der Konflikt zwischen den USA und Israel gegen den Iran hat die Energiemärkte erschüttert, was zu steigenden Benzinpreisen für Autofahrer führt.

Auch vor diesem Konflikt sahen sich die Verbraucher einer hartnäckigen Inflation gegenüber. Seven & i Holdings stellte in seinem Bericht vom 9. April fest, dass in Nordamerika die persönliche Konsumfreude, insbesondere bei Haushalten mit geringem Einkommen, im Geschäftsjahr 2025 nachgelassen hat, da die Inflation weiterhin die Ausgaben belastete.

Die Muttergesellschaft Seven & i Holdings erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 9,4 %, was einem prognostizierten Umsatz von rund 9,45 Billionen Yen (etwa 59,5 Milliarden US-Dollar) entspricht.

IPO-Pläne und Kostensenkungsstrategien

Die geplante Umwandlung von Filialen in Großhandels-Tankstellen ist eine Strategie, die 7-Eleven offenbar zur Kostensenkung einsetzt. Durch die Umstellung auf ein Großhandelsmodell kann ein Einzelhändler Betriebskosten sparen und dennoch durch den Verkauf von Kraftstoff an einen Pächter profitieren.

Diese Maßnahmen stehen auch im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang (IPO) des Nordamerika-Geschäfts von 7-Eleven. Dieser wurde jedoch aufgrund der Marktunsicherheit um mindestens elf Monate verschoben und wird nun erst im nächsten Geschäftsjahr erwartet. Ursprünglich war der Börsengang für Ende dieses Jahres prognostiziert.

Neben der Umwandlung von Standorten hat das Unternehmen in den letzten Jahren weitere "Produktivitätsverbesserungsinitiativen" umgesetzt und bestimmte Wartungsaufgaben intern übernommen, wie CFO Yoshimichi Maruyama im Januar mitteilte. Stephen Hayes Dacus übernahm im Frühjahr letzten Jahres die Position des CEO bei Seven & i, was ebenfalls Teil der umfassenderen Transformationspläne ist.

Globale Perspektive und Zukunftspläne

Weltweit betreibt 7-Eleven über 86.000 Filialen in 19 Ländern. Während in Nordamerika die Schließungen die Neueröffnungen übertreffen, ist die Situation in anderen Regionen anders. Seven-Eleven Japan beispielsweise plant, 350 Filialen zu schließen, aber gleichzeitig 550 neue Standorte zu eröffnen.

Seven & i Holdings sucht aktiv nach neuen Wachstumschancen und hat im vergangenen Jahr einen umfassenden Transformationsplan vorgestellt. Dieser zielt darauf ab, das Angebot der Convenience Stores zu verbessern. Zu den Zielen gehören Investitionen in ein erweitertes Frischkostangebot und der Ausbau des Lieferdienstes "7NOW".