
Aktienmärkte erholen sich, Ölpreise fallen nach Trumps Iran-Aussagen
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Die globalen Finanzmärkte erlebten am Montag, den 23. März 2026, eine bemerkenswerte Entwicklung: Während die US-Aktienindizes kräftig zulegten, stürzten die Ölpreise dramatisch ab. Auslöser waren Behauptungen von US-Präsident Donald Trump über "produktive Gespräche" mit Iran, die jedoch umgehend von iranischer Seite dementiert wurden.
Aktienmärkte reagieren positiv auf Deeskalationshoffnungen
Der Dow Jones Industrial Average schloss am Montag mit einem Plus von 631 Punkten oder 1,38 Prozent. Auch der S&P 500 verzeichnete einen Anstieg von 1,15 Prozent, und der technologieorientierte Nasdaq legte um 1,38 Prozent zu. Die wichtigsten Aktienindizes hatten im frühen Handel zunächst über 2 Prozent gewonnen, gaben diese Gewinne jedoch im Tagesverlauf teilweise wieder ab, als widersprüchliche Meldungen über den US-israelischen Krieg mit Iran die Kurse beeinflussten.
Dieser Aufschwung stoppte einen jüngsten Abwärtstrend; der Nasdaq stand am Freitag kurz vor einer Korrektur, einem Rückgang von 10 Prozent gegenüber seinem jüngsten Höchststand. Trotz der Erholung blieben alle Indizes unter ihrem Niveau vor dem Ausbruch des Krieges am 28. Februar. Auch in Europa zeigten sich die Märkte positiv: Der europäische Leitindex Stoxx 600 stieg um 0,6 Prozent, und der deutsche DAX schloss 1,2 Prozent höher, nachdem er anfänglich über 3,5 Prozent zugelegt hatte.
Ölpreise stürzen ab – Brent unter 100 Dollar
Die Ölpreise erlebten am Montag einen massiven Einbruch, da Händler eine mögliche Beendigung des Krieges mit Iran in Betracht zogen. Die globalen Ölpreise fielen um mehr als 10 Prozent, nachdem Präsident Trump seine Behauptungen über laufende Verhandlungen mit Iran geäußert hatte. Brent Rohöl, der globale Öl-Benchmark, sank um 10,92 Prozent und notierte bei 99,94 Dollar pro Barrel – das erste Mal seit dem 11. März, dass der Preis unter die 100-Dollar-Marke fiel.
US-Rohöl verlor 10,28 Prozent und schloss bei 88,13 Dollar pro Barrel, dem niedrigsten Stand seit dem 11. März. Dies war der größte eintägige Rückgang der Ölpreise seit dem 10. März. Die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus, einer entscheidenden Wasserstraße, die 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert und von Iran effektiv geschlossen wurde, trug maßgeblich zu diesem Preissturz bei. Trotz des Rückgangs lag der Ölpreis weiterhin über 100 Dollar pro Barrel und markierte damit einen starken Anstieg seit Kriegsbeginn.
Iran dementiert Gespräche – Unsicherheit bleibt
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag erklärt, "produktive Gespräche" zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hätten stattgefunden. Er sprach von "wesentlichen Punkten der Einigung" und kündigte an, die Gespräche würden fortgesetzt, nachdem er zuvor US-Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur aufgrund neuer Verhandlungen mit Teheran verschoben hatte.
Die iranische Seite dementierte diese Aussagen jedoch vehement. Laut iranischen Staatsmedien erklärte der iranische Parlamentssprecher Mohammad Qalibaf: "Es haben keine Gespräche mit den USA stattgefunden; Berichte, die das Gegenteil behaupten, sind Fake News, die darauf abzielen, die Finanz- und Ölmärkte zu beeinflussen und von den Herausforderungen abzulenken, denen sich die USA und Israel gegenübersehen." Auch Esmaeil Baghaei, Sprecher des iranischen Außenministeriums, wies Trumps Behauptungen zurück und betonte, Iran habe keine Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten geführt.
Globale Auswirkungen und Expertenmeinungen
Die Deeskalationshoffnungen wirkten sich auch auf andere Märkte aus. Goldpreise fielen um mehr als 3 Prozent und setzten damit ihren jüngsten Rückgang fort, nachdem sie in den Vormonaten einen meteorenhaften Anstieg erlebt hatten. Der US-Dollar-Index bewegte sich um 0,5 Prozent nach unten, während die Renditen von Staatsanleihen sanken, da Anleger Anleihen kauften.
Chris Larkin, Managing Director für Handel und Investitionen bei E-Trade von Morgan Stanley, kommentierte die Situation: "Der Markt erwachte am Montag mit potenziell guten Nachrichten aus dem Nahen Osten." Er fügte jedoch hinzu: "Ein nachhaltiger Aufschwung wird wahrscheinlich konkrete Fortschritte an der geopolitischen Front erfordern. Wir leben immer noch in einem von Schlagzeilen getriebenen Markt, und angesichts eines leichten Wirtschaftskalenders in dieser Woche wird der Fokus auf Ölpreisen und Politik bleiben." Die Märkte blieben volatil, da die Israel Defense Forces (IDF) ihre Angriffe auf Teheran fortsetzten und unklar blieb, ob Iran Trumps Version der Ereignisse zustimmte.