
Altersvorsorge-Mythen: Wie Sie Tausende Euro im Ruhestand verlieren können
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die Planung für den Ruhestand soll eigentlich Sicherheit und Seelenfrieden bringen. Man legt Geld im 401(k) beiseite, zahlt in die Sozialversicherung ein und vertraut darauf, dass Medicare im Bedarfsfall zur Verfügung steht. Doch selbst sorgfältige Sparer können kostspieligen Missverständnissen zum Opfer fallen, die ihr zukünftiges Einkommen still und leise schmälern.
Laut Lisa Cummings, Nachlassplanungsanwältin und Executive Vice President bei Cummings & Cummings Law, können einige Mythen der Altersvorsorge Rentnern im Laufe der Zeit Hunderttausende von Dollar kosten. Sie erläutert die häufigsten Fehltritte und wie man sie vermeidet.
Frühzeitiger Bezug von Social Security während der Arbeit
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass man Social Security bereits mit 62 Jahren beziehen kann, auch wenn man noch arbeitet. Cummings bezeichnet dies als den "größten Mythos". Durch die frühzeitige Inanspruchnahme der Leistungen legen sich Betroffene auf einen niedrigeren monatlichen Betrag für den Rest ihres Lebens fest.
Das volle Rentenalter liegt für Personen, die 1960 oder später geboren wurden, bei 67 Jahren. Wer Leistungen vor diesem Alter beantragt, erhält nicht nur reduzierte monatliche Zahlungen, sondern kann auch Einkommensgrenzen auslösen. Wenn das Einkommen diese Grenze überschreitet, während man Leistungen bezieht und das normale Rentenalter noch nicht erreicht hat, können die Social Security-Zahlungen eingestellt werden.
Dieser Unterschied summiert sich schnell und kann Rentnern im Laufe ihres Lebens zwischen 120.000 und 300.000 US-Dollar kosten. Cummings rät daher, mit dem Bezug von Social Security bis zum normalen Rentenalter zu warten.
Die 4%-Regel: Eine flexible Richtlinie, kein Dogma
Die sogenannte "4%-Regel" wird oft als feste Richtlinie für Rentenentnahmen angesehen. Lisa Cummings betont jedoch, dass diese Regel lediglich als grobe Schätzung gedacht war. Sie sei nicht für Marktschwankungen ausgelegt.
Gerade in Zeiten hoher Inflation kann die Kaufkraft erheblich sinken. Cummings illustriert dies mit dem Szenario von zehn Jahren hoher Inflation, in denen die Kaufkraft drastisch abnehmen würde. Die Auswirkungen der Inflation sind real; so würden beispielsweise die Geschenke aus dem Lied "The 12 Days of Christmas" im Jahr 2025 voraussichtlich 4,4 % mehr kosten als im Vorjahr, wie Amanda Agati, Chief Investment Officer der PNC Asset Management Group, feststellt.
Cummings empfiehlt Rentnern, ihre Entnahmen an die Inflation und Marktveränderungen anzupassen. Eine jährliche Überwachung des Portfolios ist entscheidend, um die eigene finanzielle Lage stets im Blick zu behalten.
Gebühren in Altersvorsorgeplänen: Ein genauer Blick lohnt sich
Wenn es um Gebühren geht, sind nicht alle Altersvorsorgepläne gleich, so Cummings. Einige Investmentfonds können 1 % oder mehr des gesamten investierten Kapitals als Gebühr verlangen. Im Vergleich dazu berechnen die meisten 401(k)-Pläne typischerweise nur eine Gebühr von 0,5 %.
Dieser scheinbar geringe Unterschied kann sich im Laufe der Zeit zu erheblichen Verlusten summieren. Laut Cummings könnte "selbst ein Unterschied von 1 % jährlich ein Vermögen über einen Zeitraum von 25 Jahren um bis zu 100.000 US-Dollar reduzieren."
Ihr Rat ist, Investmentfonds zu vergleichen, die in ähnliche Anlageklassen investieren. Man sollte die Performance dieser Fonds über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren prüfen und auch deren Investment-Gebührenquoten vergleichen, um ein besseres Gesamtbild zu erhalten.