Amazon im Fokus: KI-Innovationen, Logistik-Strategie und die Zukunft der Aktie

Amazon im Fokus: KI-Innovationen, Logistik-Strategie und die Zukunft der Aktie

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Amazon hat in der vergangenen Woche mit zahlreichen Meldungen auf sich aufmerksam gemacht, die von Fortschritten im Cloud-Geschäft bis hin zu Fragen bezüglich der Partnerschaft mit dem US Postal Service reichen. Diese Nachrichtenflut kommt am Ende eines herausfordernden Jahres, in dem die Amazon-Aktie mit einem Plus von 4,6 % deutlich hinter dem S&P 500 (16,4 %) und den meisten ihrer "Magnificent Seven"-Konkurrenten zurückblieb. Trotzdem sehen Experten wie Jeff Marks, Portfoliodirektor des CNBC Investing Club, ein besseres Jahr 2026 voraus, da das Management seine KI-Strategie weiter umsetzt und die operativen Margen ausbaut.

Amazon Web Services treibt KI-Innovation voran

Auf der jährlichen re:Invent 2025 Konferenz in Las Vegas präsentierte Matt Garman, CEO von Amazon Web Services (AWS), den Trainium3. Dieser neueste hauseigene Chip bietet die vierfache Rechenleistung, Energieeffizienz und Speicherbandbreite im Vergleich zu früheren Generationen. AWS arbeitet bereits an Trainium4 und stellte zudem eine Reihe neuer Cloud-Produkte vor, darunter fortschrittliche KI-gesteuerte Plattformen und Agenten zur Automatisierung von Arbeitslasten.

Nach Einschätzung des CNBC Investing Club ist die Innovation bei den Chip-Angeboten erfreulich, da sie die Abhängigkeit von Nvidia, dem Branchenführer bei Grafikprozessoren (GPUs), diversifiziert. Der Fokus der Investoren liegt jedoch auf dem Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten, wofür Amazon weitere Nvidia-Chips benötigt, um im KI-Rennen aufzuholen. Matt Garman äußerte sich in einem Interview mit Jim Cramer optimistisch über das zukünftige Wachstum des Cloud-Geschäfts.

Logistik-Netzwerk im Fokus: Zukunft der USPS-Partnerschaft

Einem Bericht der Washington Post zufolge könnte Amazon seine Partnerschaft mit dem US Postal Service (USPS) beenden, wenn der Vertrag im Oktober 2026 ausläuft. Amazon hat diese Meldung dementiert. Das Unternehmen verfügt mit Amazon Logistics bereits über einen eigenen Logistikdienst, der jährlich Milliarden von Paketen in den USA zustellt und mittlerweile mehr Pakete liefert als UPS und FedEx.

Eine Trennung von der USPS könnte Amazon vollständige finanzielle und operative Kontrolle ermöglichen und die Kosten weiter senken, was die Margen verbessern würde. Die USPS wird derzeit noch für die Zustellung kleiner, leichter Pakete, insbesondere von Drittanbietern, sowie für die "Last-Mile-Delivery" in schwer zugänglichen Gebieten genutzt. Amazon hat in den Aufbau seines Logistiknetzwerks Milliarden von Dollar investiert.

Anthropic IPO: Ein potenzieller Geldsegen für Amazon

Das KI-Startup Anthropic, bekannt für seinen Claude-Chatbot, soll laut einem Bericht der Financial Times Gespräche über einen der größten Börsengänge (IPO) Anfang 2026 führen. Sasha de Marigny, Chief Communications Officer von Anthropic, erklärte jedoch auf einer Axios-Veranstaltung, dass es keine unmittelbaren IPO-Pläne gebe und man sich "alle Optionen offen halte".

Für Amazon könnte ein Börsengang von Anthropic einen erheblichen finanziellen Vorteil darstellen, da das Unternehmen rund 8 Milliarden US-Dollar in Anthropic investiert hat. Im Rahmen dieser Investition wurde Anthropic auch primärer Cloud-Anbieter und Trainingspartner von AWS für seine umfangreichen KI-Trainings- und Inferenz-Workloads. Ein erfolgreicher IPO würde Anthropic aufwerten und damit die Position von AWS als führender Cloud-Anbieter stärken.

Expansion im Lebensmittelhandel mit Ultra-Schnelllieferung

Amazon testet einen Ultra-Schnelllieferdienst für frische Lebensmittel, Alltagsartikel und beliebte Produkte, der in Seattle und Philadelphia in nur 30 Minuten verfügbar sein soll. Prime-Mitglieder erhalten vergünstigte Liefergebühren ab 3,99 US-Dollar pro Bestellung, während Nicht-Prime-Kunden 13,99 US-Dollar zahlen.

Amazon baut sein Online-Lebensmittelgeschäft kontinuierlich aus und ist bereits der zweitgrößte US-Online-Lebensmittelhändler nach Walmart. Obwohl das Einzelhandelsgeschäft mit geringen Margen verbunden ist, verfolgt Amazon eine Strategie zur Reduzierung der Servicekosten, um die Margen langfristig zu verbessern. Das Unternehmen nutzt dabei seine fortschrittlichen KI-Fähigkeiten für eine optimale Bestandsplatzierung und Nachfrageprognose.

Amazon-Aktie im Kontext des Marktes und Analystenbewertungen

Die Amazon-Aktie (NASDAQ:AMZN) verzeichnete in der vergangenen Woche Kursrückgänge, darunter ein Minus von 2,5 % am Donnerstag und 1,2 % am Freitag im Mittagshandel. Der Kurs notierte am Freitag zuletzt bei 234,69 US-Dollar, nach einem Schlusskurs von 237,58 US-Dollar. Das Handelsvolumen am Freitag lag bei 38.581.429 Aktien, ein Rückgang von 14 % gegenüber dem durchschnittlichen Tagesvolumen.

Trotz dieser kurzfristigen Schwankungen zeigen sich Wall-Street-Analysten optimistisch. Der Konsens der Analysten liegt bei "Buy" oder "Moderate Buy", mit einem durchschnittlichen Kursziel von 294,15 US-Dollar bzw. 294,70 US-Dollar. Zahlreiche Banken und Research-Firmen haben ihre Kursziele angehoben und ihre "Buy"- oder "Outperform"-Ratings bestätigt:

  • **Jefferies Financial Group:** "Buy" (20. Oktober)
  • **Bank of America:** Kursziel von 272,00 $ auf 303,00 $ angehoben, "Buy" (31. Oktober)
  • New Street Research: Kursziel von 270,00 $ auf 340,00 $ angehoben, "Buy" (4. November)
  • **BNP Paribas Exane:** Kursziel von 264,00 $ auf 289,00 $ angehoben, "Outperform" (3. November)
  • **Mizuho:** Kursziel 315,00 $, "Outperform" (4. November)
  • **Barclays:** Kursziel von 275,00 $ auf 300,00 $ angehoben, "Overweight" (31. Oktober)
  • **JPMorgan Chase & Co.:** Kursziel von 265,00 $ auf 305,00 $ angehoben, "Overweight" (31. Oktober)

Die Marktkapitalisierung von Amazon lag zuletzt bei 2,51 Billionen US-Dollar, das KGV bei 35,78 und das PEG-Verhältnis bei 1,52.

Starke Quartalsergebnisse und Insider-Transaktionen

Amazon veröffentlichte am Donnerstag, den 30. Oktober, seine jüngsten Quartalsergebnisse. Das E-Commerce- und Cloud-Unternehmen übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich: Der Gewinn pro Aktie (EPS) lag bei 1,95 US-Dollar und übertraf die Konsensschätzung von 1,57 US-Dollar um 0,38 US-Dollar. Der Umsatz belief sich auf 180,17 Milliarden US-Dollar und übertraf ebenfalls die Erwartungen von 177,53 Milliarden US-Dollar.

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 13,4 %. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das Unternehmen ein EPS von 1,43 US-Dollar erzielt. Amazon wies eine Nettomarge von 10,54 % und eine Eigenkapitalrendite (ROE) von 23,84 % aus. Für das vierte Quartal 2025 hat Amazon eine EPS-Prognose abgegeben, und Analysten erwarten für das laufende Geschäftsjahr ein EPS von 6,31 US-Dollar.

Im Rahmen von Insider-Transaktionen verkaufte CEO Douglas J. Herrington am 3. November 2.500 Amazon-Aktien zu einem Durchschnittspreis von 255,44 US-Dollar, was einem Gesamtwert von 638.600,00 US-Dollar entspricht. Nach dieser Transaktion besaß der CEO noch 491.007 Aktien. Auch Direktor Keith Brian Alexander verkaufte am 17. November 900 Aktien zu 233,00 US-Dollar.

Marktstimmung und die "Magnificent Seven"

Der breitere Aktienmarkt hat sich im Vorfeld der Fed-Sitzung erholt, wobei die Erwartung einer Zinssenkung durch die Federal Reserve als nahezu sicher gilt. Die großen US-Indizes nähern sich wieder Rekordhöhen. Im vergangenen Monat gab es jedoch unter der Oberfläche Veränderungen: Die "Magnificent Seven" der Tech-Schwergewichte, zu denen auch Amazon gehört, näherten sich einer technischen Korrektur, da Investoren über die hohen Ausgaben für Künstliche Intelligenz debattierten.

Ein starker Ergebnisbericht von Nvidia am 20. November konnte die Ängste vor einer KI-Blase nicht vollständig zerstreuen. Der Roundhill Magnificent Seven ETF (MAGS) schloss an diesem Tag 9 % unter seinem Rekordhoch. Gleichzeitig übertrafen im November über 60 % der S&P 500-Aktien den Index, was laut Analysten der Bank of America auf einen "Führungswechsel im Markt auf dem Weg ins Jahr 2026" hindeutet. Acht der elf S&P 500-Sektoren übertrafen den breiteren Index, während der Technologiesektor zurückblieb.

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