
American Airlines CEO Isom unter Druck: Gewerkschaften fordern Rücktritt
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Der CEO von American Airlines, Robert Isom, steht nach einem herausfordernden Jahr 2025 massiv unter Druck. Die Flugbegleitergewerkschaft Association of Professional Flight Attendants (APFA) sprach ihm einstimmig das Misstrauen aus und forderte seinen Rücktritt. Auch die Pilotengewerkschaft Allied Pilots Association äußert Unmut über Isoms Führung und die Unternehmensleistung.
Herausforderungen bei American Airlines
Die Gewerkschaften kritisieren, dass American Airlines im Vergleich zu Wettbewerbern deutlich zurückfällt. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Gewinn von lediglich 111 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 54,6 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Alaska Air erwirtschaftete bei 14,2 Milliarden US-Dollar Umsatz fast den gleichen Gewinn, während Delta Air Lines und United Airlines Gewinne von etwa 5 Milliarden bzw. 3,4 Milliarden US-Dollar verzeichneten. Die APFA erklärte: „Unsere Fluggesellschaft fällt gefährlich hinter ihre Konkurrenten zurück, und die derzeitige Führung hat es versäumt, den Kurs zu ändern.“
Isoms Bilanz im Krisenmanagement
Trotz der Kritik am Gesamtergebnis wird Isoms Krisenmanagement von Experten als nicht schlecht bewertet, insbesondere angesichts unkontrollierbarer Faktoren wie Wetterereignissen. American Airlines reagierte proaktiv auf jüngste Winterstürme, die ihre Drehkreuze in Dallas und Charlotte stark beeinträchtigten, sowie auf Hurrikane, die den dominanten Carrier in Miami trafen. Auch der tragische Zusammenstoß von Flug 5342 in Washington im vergangenen Jahr, verursacht durch einen Militärhubschrauber, wurde von Isom mit Mitgefühl gehandhabt. Probleme wie die relative Knappheit an Großraumflugzeugen und die Anfälligkeit für Pilotenpensionierungen bestehen bereits vor Isoms Amtszeit, und er hat Schritte zu deren Bewältigung unternommen.
Mitarbeiterbeziehungen und Vergütung
Die Beziehungen zu den Gewerkschaften sind komplex. Obwohl derzeit keine Tarifverhandlungen laufen, gab es Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und ihren Mitgliedern, und es besteht Wettbewerb durch rivalisierende Gruppen. Isom hat auf Kritik reagiert und die Gehälter der Flugbegleiter und Piloten von American Airlines liegen branchenweit an der Spitze, oft ein Drittel höher als bei Konkurrenten. Dennoch können stressige Zeiten zu erhöhter Burnout-Rate führen, und niemand sieht gerne, wie das eigene Unternehmen oder dessen Aktienkurs gegenüber der Konkurrenz an Boden verliert.
Führungsstil und Zukunftsaussichten
Letztlich wird Isom an seinen Ergebnissen gemessen. Er tilgt Schulden vorzeitig, sicherte einen exklusiven Kreditkartenvertrag mit Citi und führt kostenloses WLAN sowie verbesserte Lounges ein. Jeffrey Sonnenfeld, Professor für Führungspraxis an der Yale School of Management, beschreibt Isom als „ein bemerkenswertes Modell der Resilienz in allen Dimensionen.“
Dennoch steht Isoms Führung nun auf dem Prüfstand. Es würde ihm helfen, sich gelegentlich für Interviews zur Verfügung zu stellen, ähnlich wie Ed Bastian von Delta. Er muss keine Berühmtheit wie der ehemalige AA-CEO Bob Crandall sein, der von 1985 bis 1998 sowohl Anerkennung als auch den Spitznamen „Darth Vader“ erhielt. Die jüngsten Angriffe auf Isoms Führung zeigen jedoch, dass der aktuelle CEO von American Airlines die Geschichte seines Unternehmens besser erzählen muss.
Weitere Unternehmensnachrichten und Marktübersicht
Abseits der Entwicklungen bei American Airlines gab es weitere wichtige Personalien in der Wirtschaftswelt. Kroger ernannte Greg Foran, den ehemaligen CEO von Walmart U.S. und Air New Zealand, zum neuen CEO, was die Aktien des Lebensmittelhändlers steigen ließ. Laurie Ann Goldman, ehemalige CEO von Spanx, Tupperware und Avon, ist nun CEO von Audien Hearing und plant, die Marke für rezeptfreie Hörgeräte zu skalieren. Das von Schauspielerin Jennifer Garner mitgegründete Lebensmittelunternehmen Once Upon a Farm feierte einen erfolgreichen Börsengang an der New Yorker Börse, wobei der Aktienkurs am Montag um fast 40 % stieg.
Die Finanzmärkte zeigten sich am Morgen gemischt:
- S&P 500 Futures stiegen um 0,08 %.
- STOXX Europe 600 legte im frühen Handel um 0,05 % zu.
- Der britische FTSE 100 verzeichnete einen Rückgang von 0,19 %.
- Japans Nikkei 225 stieg um 2,28 %.
- Chinas CSI 300 legte um 0,11 % zu.
- Der südkoreanische KOSPI stieg um 0,07 %.
- Indiens NIFTY 50 stieg um 0,26 %.
- Bitcoin hielt sich stabil bei 70.000 US-Dollar.