Anleihemarkt stabilisiert Aktien: KI-Boom treibt Magnificent Seven an

Anleihemarkt stabilisiert Aktien: KI-Boom treibt Magnificent Seven an

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Die Finanzmärkte stehen erneut im Spannungsfeld zwischen Anleihen und Ölpreisen, während geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten Unsicherheit schüren. Trotz der jüngsten Eskalation rund um die Straße von Hormus und der Bereitschaft von Präsident Donald Trump, militärische Optionen in Betracht zu ziehen, bleibt der Anleihemarkt bemerkenswert stabil, was eine wichtige Stütze für die Aktienmärkte darstellt.

Anleihemarkt als Stabilitätsanker

Die Entwicklung am Anleihemarkt erweist sich als entscheidender Indikator. Eine geringfügige Abwärtsbewegung der Renditen deutet auf eine erhöhte Nachfrage nach Anleihen hin. Da Anleihekurse und -renditen sich gegenläufig entwickeln, signalisieren sinkende Renditen eine Kaufbereitschaft, die tendenziell Aktienmärkte unterstützt. Die starke Aktienrallye am vergangenen Freitag war maßgeblich auf fallende Anleiherenditen und sinkende Ölpreise zurückzuführen. Sollten die Renditen am Montag trotz steigender Rohölpreise stabil bleiben, wäre der erwartete Druck auf die Aktienmärkte geringer.

Jim Cramer merkt an, dass der Aktienmarkt mit einem positiven Wert von 7,89 % auf seinem Momentum-Indikator, dem S&P Short Range Oscillator, immer noch "unglaublich überkauft" ist. Dies sei negativ, da solch starke Schwankungen unerwünscht sind. Die Geschichte des Oscillators zeige jedoch, dass Aktien von solch erhöhten Niveaus selten stark fallen, sondern sich eher über die Zeit konsolidieren. Dies sollte die "Bullen" ermutigen. Ein stabiler Anleihemarkt ermöglicht es Anlegern, sich auf Unternehmensgewinne zu konzentrieren, mit Ausnahme von Sektoren, die direkt von Ölpreisen betroffen sind, wie Fluggesellschaften (z.B. Boeing, GE Aerospace) sowie Reise und Freizeit (z.B. Marriott, Disney).

Die Wiederbelebung der "Magnificent Seven"

Ein wesentliches Merkmal der jüngsten Marktentwicklung ist die Wiedererstarkung der "Magnificent Seven" Megacap-Tech-Aktien. Jim Cramers Club besitzt sechs dieser Unternehmen: Alphabet, Amazon, Apple, Meta Platforms, Microsoft und Nvidia. Tesla ist nicht im Portfolio. Bis vor etwa zehn Tagen herrschte die Ansicht vor, dass diese Unternehmen zu viel in Ausrüstung investiert und ihre Bilanzen im "Wettlauf um Künstliche Intelligenz" überstrapaziert hätten.

Was sich geändert hat, ist die Erkenntnis des Marktes, dass die "Mag 7" über weitaus mehr Feuerkraft verfügen als angenommen. Sie beginnen, die Früchte ihrer Ausgaben zu ernten, auch wenn dies kaum öffentlich kommuniziert wird, abgesehen von Nvidia-CEO Jensen Huang. Dies erklärt den Aufschwung von Oracle, Marvell Technology und Broadcom sowie die Stärke hinter Neo-Cloud-Anbietern wie CoreWeave und Cloud-Infrastrukturpartnern wie Vertiv. Auch Nvidia hat sich im Vergleich zu den anderen "Mag 7" leicht bewegt, und Microsoft könnte aufholen.

Der frühere Rückgang der "Magnificent Seven" war darauf zurückzuführen, dass sie nicht mehr über ausreichende Bilanzen zur Selbstfinanzierung verfügten. Ihre Entstehung während der Mini-Bankenkrise im März 2023, als Kredite für viele Unternehmen eingefroren waren, basierte auf ihrer Liquidität. Sobald sie jedoch auf den Anleihemarkt angewiesen waren, um die benötigten Rechenzentren und Energieinfrastruktur zu finanzieren, galten sie als "durchschnittliche" Aktien.

Robuste Geschäftsmodelle und KI-Investitionen

Die "Mag 7" verfügen über robuste Kerngeschäfte, die weiterhin erhebliche Cashflows generieren:

  • Alphabet: Google, YouTube und Google Cloud generieren hohe Einnahmen.
  • Amazon: Amazon Web Services (AWS) und Amazon Prime sind Cash-Maschinen.
  • Apple: Das Unternehmen muss kaum investieren und profitiert als "Free Rider".
  • Microsoft: Verfügt über die Mittel für besondere Projekte jenseits von Copilot.
  • Meta: Eine neue, vielversprechende Strategie wird vom Markt positiv bewertet.
  • Nvidia: Die nächste Chip-Plattform, Vera Rubin, ist bereits weitgehend ausverkauft.

Gleichzeitig sind Unternehmen wie Anthropic und OpenAI aufgetaucht, die zwar erhebliche Verluste schreiben, aber auf scheinbar endlose Finanzierung durch Institutionen und die Öffentlichkeit hoffen können. OpenAI nutzt Microsofts Azure Cloud sowie Oracle und CoreWeave. Anthropic hat eine Vereinbarung mit CoreWeave, die von Google unterstützt wird. Zudem wird der Börsengang von SpaceX erwartet, der weitere Mittel für das Ökosystem bereitstellen wird, da xAI (mit dem Chatbot Grok, hinter dem Elon Musk von Tesla und SpaceX steht) seine Infrastruktur ausbauen muss.

Diese Unternehmen sind gezwungen, massiv zu investieren, da es sich um einen intensiven Wettbewerb handelt. Derzeit scheint Anthropic's Claude-Modell die Nase vorn zu haben, doch angesichts der vielfältigen Geschäftsfelder (z.B. Einzelhandel für Amazon, traditionelle Suche für Alphabet und OpenAI's ChatGPT, Metas Möglichkeiten) sollte keines dieser Unternehmen abgeschrieben werden. Die robuste Natur von OpenAI und Anthropic sowie ihre Fähigkeit, mühelos Kapital zu beschaffen, hat diese Gruppe wiederbelebt. Die Gewinne aus ihren Nvidia-Ausgaben und eigenen Chip-Investitionen haben dieses Universum wieder zu einem positiven Faktor für den Markt gemacht.

Die Agenten-Ökonomie und Infrastruktur-Boom

Die aktuelle Entwicklung in der Technologie schafft eine "fruchtbarere Welt", die sich von einer Neuheit zu einem großen Geschäft entwickelt hat. Wir stehen an der Schwelle einer Explosion von KI-Agenten. Die sogenannte "Agenten-Ökonomie" kann bereits heute einen Großteil der Einstellungen in Callcentern, für Code-Autoren sowie Analysten und Forscher eliminieren. Dies führt zu realen Einsparungen und Gewinnen für Unternehmenskunden, auch wenn es eine dramatische Verlangsamung für Unternehmenssoftware bedeutet hat.

Um all dies zu ermöglichen, ist eine enorme Rechenleistung erforderlich, was wiederum Nvidia's Vera Rubin Chips notwendig macht. Agenten laufen auf CPUs (Central Processing Units), nicht auf GPUs (Graphics Processing Units), weshalb Aktien von Intel, Advanced Micro Devices und dem kürzlich hinzugefügten Bullpen-Wert Arm steigen. Jim Cramer hält Intels Comeback für real und bedauert, es verpasst zu haben. Das Unternehmen wird diese Woche berichten, und während es im letzten Quartal die Erwartungen verfehlte, sind nun mehr Analysten bereit, es zu unterstützen.

Innerhalb der Rechenzentren findet eine Revolution statt: Der Übergang von Kupfer zu Glasfaser. Unternehmen wie Corning, Lumentum und Coherent profitieren von der Lösung des optischen Verbindungsproblems, das Kupfer verursacht. Marvell gilt als die dritte Säule der optischen Allianz, und alle drei sind Partner von Nvidia.

Eine weitere Investitionswelle betrifft den tatsächlichen Energieausbau. Hier profitieren Unternehmen wie GE Vernova und Eaton, sowie Bloom Energy und Caterpillar, neben den bereits erwähnten CoreWeave und Vertiv. Jim Cramer betont, dass man einfach dem Geld folgen muss. Der gesamte Komplex der vierten industriellen Revolution schien ins Stocken geraten, da unklar war, woher die Gelder kommen sollten. Nun zeigt sich, dass sie aus den Gewinnen früherer Ausgaben, den kontinuierlichen Investitionen von OpenAI und Anthropic sowie den erwarteten Erlösen aus deren Börsengängen und dem SpaceX-Angebot stammen. Kein anderer Wirtschaftszweig zieht derzeit ein solches Maß an Kapital an.

Diese Wiederbelebung des "Mag 7"-Komplexes ist breiter angelegt als die Phase von März 2023 bis September 2025, als Oracle und Nvidia, die am stärksten von der Rechenzentrumsexplosion profitierten, ihren Höhepunkt erreichten.

Verbraucherwirtschaft und Fed-Politik

Trotz der Konzentration auf den Tech-Sektor darf nicht vergessen werden, dass die Wirtschaft konsumorientiert ist. Solange die Anleiherenditen niedrig bleiben, ist eine Federal Reserve zu erwarten, die geneigt ist, die Leitzinsen zu senken. Obwohl die Inflation noch zu hoch ist, um mehr als eine Zinssenkung zu rechtfertigen, ist die Fed auf der Seite der Anleger, solange sich die Wirtschaft verlangsamt. Sie könnte Öl und andere Rohstoffe als vorübergehende Inflationstreiber einstufen, während der Rückgang des Konsums als nachhaltiger angesehen wird. Jim Cramer merkt an, dass Käufer wieder auftauchen werden, falls es zu Rückschlägen an den Aktienmärkten kommt.

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