Apollo Global Management: Marc Rowan verteidigt Private Credit trotz Liquiditätsbedenken

Apollo Global Management: Marc Rowan verteidigt Private Credit trotz Liquiditätsbedenken

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Der Private-Credit-Markt, der in den letzten zehn Jahren auf über 2 Billionen US-Dollar angewachsen ist, steht unter Beobachtung. Jüngste Maßnahmen von Apollo Global Management haben die Diskussion um Liquidität und Risikobewertung neu entfacht, während CEO Marc Rowan die Branche und ihre Anleger mit deutlichen Worten konfrontiert.

Liquiditätsbedenken im Private-Credit-Markt

Die Aktien von Apollo Global Management sind in diesem Jahr aufgrund von Ängsten im Private-Credit-Markt unter Druck geraten. Am 23. März 2026 kündigte das Unternehmen an, die Rücknahmen in seinem Flaggschiff-Private-Credit-Fonds, dem 25 Milliarden US-Dollar schweren Apollo Debt Solutions (ADS) Business Development Company (BDC), zu begrenzen. Diese Entscheidung, die als "Gating" bekannt ist, hat Befürchtungen einer systemischen "Liquiditätsillusion" im Sektor neu entfacht und die Stabilität "semi-liquider" Retail-Produkte in Frage gestellt. Der Vorfall markiert den bedeutendsten Liquiditätstest für den Private-Credit-Markt seit der Hochzinsvolatilität von 2023.

Apollo setzt auf strenge Rücknahmebegrenzungen

Die Krise spitzte sich zu, als die Rücknahmeanträge für den ADS BDC im ersten Quartal 2026 11,2 % der gesamten ausstehenden Anteile des Fonds erreichten, was über 1,5 Milliarden US-Dollar an Kapital entsprach. Apollo übte daraufhin sein vertragliches Recht aus, eine vierteljährliche Rücknahmebegrenzung von 5 % durchzusetzen. Infolgedessen wurden nur etwa 730 Millionen US-Dollar der Anträge bedient, was bedeutet, dass Anleger, die ihre Bestände liquidieren wollten, nur etwa 45 Cent pro Dollar erhielten, wobei der Rest ihrer Anträge auf zukünftige Quartale verschoben wurde.

Apollo-Führungskräfte, darunter CEO Marc Rowan, bezeichneten diesen Schritt als notwendige defensive Maßnahme. In einem Brief an die Aktionäre wurde die Rücknahmebegrenzung als "bewusstes strukturelles Merkmal" beschrieben, das einen Notverkauf illiquider Kredite verhindern soll, der langfristigen Anlegern schaden würde. Auch BlackRock-CEO Larry Fink betonte im März gegenüber der BBC, dass die 5 %-Grenze nicht auf Seite 92, sondern auf Seite 1 eines Prospekts stehe.

Marc Rowans scharfe Kritik an Investoren und Wettbewerbern

Auf dem CNBC Invest in America Forum in Washington, D.C., äußerte Marc Rowan scharfe Kritik an einigen Wettbewerbern und Anlegern im Private-Credit-Bereich. Angesichts gestiegener Rücknahmeanträge sagte er gegenüber CNBCs Sara Eisen: "Wir haben eine Situation, in der Anleger nicht wirklich wissen, was sie besitzen. Vielleicht hätten sie es wissen sollen." Er fügte hinzu: "Wenn Sie vor acht Wochen entdeckt haben, dass Unternehmenssoftware anfällig für KI ist, haben Sie Ihren Job nicht gemacht. Das ist wissbar."

Rowan ging noch weiter und erklärte: "Wenn Sie als First-Lien-Kreditmanager nicht in der Lage sind, 5 % der Rücknahmen pro Quartal zu erfüllen, sage ich es ganz offen: Sie sind ein Idiot. Das ist nicht so schwer." Er betonte, dass die 5 %-Grenze ein allgemein akzeptierter Standard in der Branche sei, auch wenn andere Firmen ihre Grenzen gelockert hätten. Für Apollo, einen Manager mit einer Billion Dollar Vermögen und 750 Milliarden Dollar in Kreditinvestitionen, seien 750 Millionen Dollar an Rücknahmen "gerundet null".

Die Rolle der Softwarebranche und KI-Disruption

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Bedenken ist die "KI-Disruptions"-Erzählung. Analysten vermuten, dass der Anstieg der Rücknahmen durch eine grundlegende Verschiebung der Kreditqualität ausgelöst wurde. Bis Anfang 2026 stieg die Ausfallrate für Private Credit in den USA laut Fitch Ratings auf 5,8 %, den höchsten Stand seit Jahren, nach prominenten Insolvenzen wie dem Autokreditgeber Tricolor und dem Automobilzulieferer Firstbrands Ende 2025.

Etwa 20 % bis 30 % vieler Private-Credit-Portfolios bestehen aus Krediten an Software-as-a-Service (SaaS)-Unternehmen. Im ADS BDC von Apollo machen Softwarekredite mit etwa 12 % den größten Sektor aus. Da generative KI die Codierung und Softwareentwicklung zunehmend standardisiert, wachsen die Befürchtungen, dass der Unternehmenswert dieser Kreditnehmer erodiert, was sie daran hindert, die massiven Schulden zu bedienen, die sie in den Niedrigzinsjahren angehäuft haben. Diese technologische Angst, kombiniert mit breiteren "Stagflations"-Bedenken im ersten Quartal 2026, scheint einen "Run auf die Bank" ausgelöst zu haben.

Marc Rowan merkte an, dass Private Equity ein Jahrzehnt lang 30 % seiner Aktivitäten im Bereich Unternehmenssoftware hatte. Er betonte: "Dies ist keine Geschichte darüber, ob Private gut oder schlecht ist. Es ist eine Konzentration in einer Branche, die von technologischem Wandel betroffen ist.... Unternehmenssoftwareaktien sind um 60-70 % gefallen. Es geht um die Auswahl des Geschäfts. Es ist eine Überkonzentration, zu viel Wachstum, zu viel Risiko."

Apollo's Strategie und die breitere Marktperspektive

Trotz der spezifischen Herausforderungen im ADS BDC distanziert sich Apollo von den riskantesten Segmenten des Private-Credit-Marktes. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr 310 Milliarden US-Dollar an neuen Investitionen getätigt, wovon 80 % Investment-Grade-Finanzierungen waren. Zu den größten Emittenten gehörten Intel, BP, Shell, Air France, AB InBev, AT&T und Meta. Rowan betonte: "Wir reden über zwei verschiedene Dinge."

Der bekannte Investor Michael Burry schrieb in einem neuen Substack-Beitrag, er glaube nicht, dass "die technischen Belastungen durch die Private-Credit-/Software-Schuldprobleme groß genug sind, um diese Aktien noch viel länger zu beeinflussen." Rowan selbst räumte ein, dass die Veränderungen an den Schuldenmärkten und die Rolle von Technologieunternehmen dabei weiterhin erheblich bleiben werden, auch wenn er die Ängste in Bezug auf Apollo spezifisch als übertrieben ansieht.

Erwähnte Persönlichkeiten