Apple: John Ternus übernimmt – China und KI als größte Herausforderungen

Apple: John Ternus übernimmt – China und KI als größte Herausforderungen

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John Ternus übernimmt am 1. September 2026 die Führung von Apple als CEO und beendet damit die 15-jährige Ära von Tim Cook. Ternus erbt ein komplexes Geschäft, das von der entscheidenden Beziehung zu China und dem globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz geprägt ist. Seine Amtszeit wird maßgeblich davon abhängen, wie er diese vielschichtigen Herausforderungen meistert.

Führungswechsel an der Spitze von Apple

Am 1. September 2026 wird John Ternus, bisher Senior Vice President of Hardware Engineering, die Position des CEO bei Apple übernehmen. Er folgt auf Tim Cook, der nach 15 Jahren an der Spitze des weltweit wertvollsten Konsumtechnologieunternehmens in die Rolle des Executive Chairman wechselt. Dieser Führungswechsel wird von IDC als "die bedeutsamste Führungsänderung in der Konsumtechnologie seit Jahren" bezeichnet.

Tim Cook hat Apple von einer Marktkapitalisierung von 350 Milliarden US-Dollar auf 4 Billionen US-Dollar geführt und den Aktienkurs um 1.932 % gesteigert. Unter seiner Führung wurden wichtige Produktlinien wie Apple Watch, AirPods und Vision Pro eingeführt und ein umfassendes Dienstleistungsökosystem aufgebaut. Ternus, der seit 2021 bei Apple ist, war maßgeblich an der Entwicklung fast jeder Hardware-Produktkategorie beteiligt und wird für seinen Perfektionismus gelobt.

China: Ein komplexes Erbe für den neuen CEO

John Ternus erbt ein China-Geschäft, das sich nach schwierigen Jahren erholt hat, aber weiterhin erhebliche Herausforderungen birgt. Dazu gehören protektionistische Tendenzen in Washington, ein angespanntes Verhältnis zu Peking und eine chinesische Verbraucherschaft, deren Loyalität gegenüber westlichen Marken abgenommen hat. Tim Cook wurde von Analysten für sein geschicktes Management der Beziehungen zu Peking gelobt, selbst als die Spannungen zwischen den USA und China zunahmen.

Cooks Nachfolger muss nun einige der Abhängigkeiten in der Lieferkette abbauen, ein Prozess, den Cook bereits begonnen hat. Gleichzeitig muss Apple sich auf den harten Wettbewerb durch einheimische Smartphone-Hersteller in einer von KI geprägten Ära vorbereiten. Bryan Ma, Vice President of Client Devices Research bei IDC, äußert sich gespannt, ob der neue CEO chinesische Verbraucher und Regierungsvertreter ebenso "charmant" für sich gewinnen kann wie Tim Cook.

Die Bedeutung Chinas für Apple: Produktion und Markt

China ist das Herzstück von Apples Lieferkette, eine Entscheidung, die maßgeblich auf Tim Cook zurückgeht. Seine Partnerschaft mit Terry Gou, dem Gründer des taiwanesischen Herstellers Foxconn, im Jahr 2000 führte zur Montage von iPhones in riesigen Fabrikkomplexen wie dem "iPhone City" in Zhengzhou. Diese enge Verflechtung machte Apple zu einem globalen Schwergewicht.

Störungen während der COVID-Pandemie und der Handelskonflikt unter US-Präsident Donald Trump veranlassten Cook jedoch, die Produktion zu diversifizieren. Apple begann, alternative Fertigungsstandorte in Indien und Vietnam aufzubauen. Nabila Popal, Senior Director bei IDC, betont, dass die "Lieferketten-Ausführung die entscheidende frühe Prüfung für Apples nächsten CEO sein wird." Der Erfolg von Ternus' Amtszeit könnte davon abhängen, ob er Apples "China-plus-one"-Strategie vorantreiben kann, ohne politische oder kommerzielle Gegenreaktionen in China auszulösen.

Apples Position im chinesischen Konsummarkt

Die Region Greater China, die Festlandchina, Hongkong und Taiwan umfasst, trug im Geschäftsjahr 2025 mit 64,3 Milliarden US-Dollar zum Umsatz von Apple bei. Obwohl dies ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr war, nach einem Rückgang von 8 % im Jahr 2024, bleibt es Apples drittgrößter Markt. In den letzten drei Jahren waren Apples Verkaufszahlen in China rückläufig, bedingt durch verstärkten Wettbewerb von Marken wie Huawei und Xiaomi sowie Anordnungen Pekings, die Nutzung von iPhones in staatlichen Unternehmen einzustellen.

Glücklicherweise hat das iPhone 17 zu einer Trendwende geführt. Die Verkäufe in Greater China stiegen im jüngsten Quartal von 18,5 Milliarden US-Dollar auf 25 Milliarden US-Dollar. Tim Cook bezeichnete dies als "das beste iPhone-Quartal in der Geschichte von Greater China". Laut IDC-Daten war Apple im ersten Quartal 2026 der zweitgrößte Smartphone-Verkäufer in China mit einem Marktanteil von 19 %, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem vierten Platz im Vorjahr.

Nabila Popal führt diesen Erfolg auf das iPhone 17 zurück, dessen neues orangefarbenes Design, von chinesischen Verbrauchern "Hermès Orange" genannt, die Nachfrage ankurbelte. Die aktuelle Speicherkrise verschafft Apple zudem einen Vorteil, da das Unternehmen aufgrund seiner Finanzkraft mehr Ressourcen für Chips sichern kann als viele chinesische Wettbewerber. Medienberichten zufolge plant Apple die Einführung seines ersten faltbaren iPhones noch in diesem Jahr, was Huawei, dem Marktführer bei Foldables, Konkurrenz machen könnte.

Die KI-Welle und Apples Nachholbedarf

Künstliche Intelligenz stellt eine der größten Herausforderungen für John Ternus dar. Apple Intelligence, Apples eigener KI-Dienst, ist in China noch nicht verfügbar, da Peking eine Genehmigung durch die Cyberspace Administration of China vorschreibt. Versuche von Apple, durch Partnerschaften mit chinesischen Tech-Unternehmen wie Baidu und Alibaba die Regulierungsbehörden zu überzeugen, blieben bisher erfolglos.

Im Gegensatz dazu integrieren chinesische Telefonhersteller KI-Funktionen aggressiv in ihre Produkte. ZTE stellte im Dezember einen Prototyp vor, der ByteDance's Doubao AI für Sprachbefehle nutzte, und Honor plant ein "Robotertelefon". Analyst Dan Ives von Wedbush Securities betont: "Apple kann die KI-Ära nicht von der Seitenlinie aus beobachten." Er sieht Apple als "Mautsammler auf der Verbraucher-KI-Autobahn" und Ternus müsse die KI-Strategie endlich richtig ausrichten.

Apples Abhängigkeit von Drittanbietern wie Google Gemini und OpenAI's ChatGPT für Apple Intelligence-Funktionen wird als Schwäche angesehen. Die primäre Aufgabe für Ternus wird es sein, das Unternehmen in der KI-Welle voranzubringen und eigene KI-Fähigkeiten aufzubauen. Ein chinesischer Konkurrent, Xiaomi, unter der Führung von Steve-Jobs-Fan Lei Jun, hat zudem erfolgreich ein Elektroauto auf den Markt gebracht, während Apple sein eigenes Autoprojekt nach einem Jahrzehnt aufgab.

Weitere globale Herausforderungen für den neuen CEO

Neben China und KI steht John Ternus vor einer Reihe weiterer globaler Herausforderungen. Der App Store ist nach einer Verurteilung wegen Missachtung des Gerichts und einer Klage des Justizministeriums wegen angeblicher Monopolstellung unter direktem juristischen Druck. Zudem droht Apple in Indien eine potenzielle Strafe von 38 Milliarden US-Dollar wegen App Store-Missbrauchs.

Eine weitere Aufgabe ist die Diversifizierung weg vom iPhone, das über 50 % des Apple-Umsatzes ausmacht. Obwohl Ternus für die Einführung neuer iPhone-Modelle gelobt wurde, ist der Markt gesättigt und hart umkämpft. Thomas Husson, Analyst bei Forrester Research, fordert, dass Apple sich vom iPhone diversifizieren und sicherstellen muss, dass es nicht länger 50 % des Umsatzes ausmacht. Mögliche neue Produktangebote könnten faltbare iPhones, persönliche Robotik oder ein Oura-ähnlicher Ring sein.

Tim Cook wird als Executive Chairman weiterhin eine unterstützende Rolle spielen und Ternus bei der Bewältigung dieser Herausforderungen helfen, insbesondere im Umgang mit globalen politischen Entscheidungsträgern. Dies birgt jedoch auch das Risiko von Machtkonflikten, die historisch entstehen können, wenn ein Vorgänger in einer solchen Rolle verbleibt.

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