Bank of Japan hebt Leitzins auf 30-Jahres-Hoch an

Bank of Japan hebt Leitzins auf 30-Jahres-Hoch an

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Die Bank of Japan (BOJ) hat am Freitag ihren kurzfristigen Leitzins auf ein Dreißigjahreshoch angehoben und setzt damit ihre Politik der Normalisierung fort. Diese Entscheidung erfolgte, da die Inflation in Japan seit fast vier Jahren über den Zielwerten der Zentralbank liegt.

Historische Zinsanhebung in Japan

Die japanische Zentralbank erhöhte ihre Benchmark-Zinsen um 25 Basispunkte auf 0,75 %. Dies ist der höchste Stand seit 1995 und entspricht den Erwartungen der von Reuters befragten Ökonomen. Die BOJ betonte, dass die realen Zinssätze voraussichtlich "signifikant negativ" bleiben werden und akkommodierende Finanzbedingungen die Wirtschaftstätigkeit weiterhin fest unterstützen sollen.

Japan begann im vergangenen Jahr mit der Normalisierung seiner Geldpolitik, indem es das weltweit einzige Negativzinsregime aufgab, das seit 2016 in Kraft war. Seitdem hat die BOJ konsequent an ihrer Haltung festgehalten, die Zinsen schrittweise anzuheben, mit dem Ziel, einen "Tugendkreis" aus steigenden Löhnen und Preisen zu etablieren.

Inflation als treibende Kraft

Die Inflation liegt seit 44 aufeinanderfolgenden Monaten über dem 2 %-Ziel der BOJ. Aktuelle Daten zeigen ein Verbraucherpreiswachstum von 2,9 % im November. Die hohe Inflation hat die Reallöhne unter Druck gesetzt, die laut Daten des Arbeitsministeriums seit zehn Monaten in Folge sinken.

Die BOJ prognostiziert, dass die Kerninflation – welche die Preise für frische Lebensmittel ausschließt – von April bis September 2026 voraussichtlich unter 2 % fallen wird. Dies wird auf einen langsameren Anstieg der Lebensmittelpreise sowie auf die Auswirkungen von Regierungsmaßnahmen zur Bekämpfung steigender Preise zurückgeführt.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Ausblick

Höhere Zinsen bergen das Risiko, den Abschwung in der japanischen Wirtschaft zu verschärfen. Die revidierten BIP-Zahlen für das dritte Quartal zeigten, dass die Wirtschaft stärker schrumpfte als ursprünglich geschätzt, nämlich um 0,6 % im Quartalsvergleich und um 2,3 % auf annualisierter Basis.

In ihrer Erklärung stellte die BOJ fest, dass trotz der beobachteten wirtschaftlichen Schwäche die Unternehmensgewinne voraussichtlich hoch bleiben werden und die Unternehmen die Löhne im Jahr 2026 voraussichtlich weiter erhöhen werden. Die Bank erklärte: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Mechanismus, bei dem sowohl Löhne als auch Preise moderat steigen, aufrechterhalten wird", und fügte hinzu, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die zugrunde liegende Inflation ihr 2 %-Ziel erreicht, steigt.

Auswirkungen auf Staatsfinanzen

Die Zinsanhebung erfolgt auch zu einem Zeitpunkt, an dem die Renditen japanischer Staatsanleihen Mehrjahrzehnthochs erreichen. Dies erhöht das Risiko höherer Kreditkosten für Japan und verstärkt die fiskalische Belastung.