
Boeing wegen Türstopfen-Vorfall verklagt: Pilot fordert 10 Mio. Dollar
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Der Kapitän des Alaska Airlines Fluges 1282, Brandon Fisher, hat Boeing und Spirit AeroSystems auf 10 Millionen US-Dollar Schadenersatz verklagt. Er wirft Boeing vor, versucht zu haben, die Schuld für den Verlust eines Türstopfens im Januar 2024 auf die Piloten abzuwälzen, obwohl eine Untersuchung fehlende Befestigungsbolzen ab Werk feststellte.
Klage nach Zwischenfall auf Flug 1282
Die Anwälte von Brandon Fisher reichten die Klage am vergangenen Dienstag bei einem Gericht in Oregon ein. Sie fordern 10 Millionen US-Dollar Schadenersatz für die erlittenen emotionalen Belastungen und die Vorwürfe, die Boeing gegen ihn erhoben haben soll. Die Klageschrift hebt hervor, dass Captain Fishers "Heldentum und immense Gelassenheit unter Druck" eine Katastrophe verhindert hätten.
Der Vorfall im Januar 2024
Im Januar 2024 hob Alaska Airlines Flug 1282, eine Boeing 737 Max, von Portland ab und war auf dem Weg nach Ontario, Kalifornien. In einer Höhe von 16.000 Fuß löste sich ein Türstopfen – eine Platte, die einen deaktivierten Notausgang abdeckt. Die Piloten, Captain Fisher und First Officer Emily Wiprud, erklärten daraufhin einen Notfall und leiteten einen Sinkflug unter 10.000 Fuß ein, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten.
NTSB-Ermittlungen und fehlende Bolzen
Eine Untersuchung des National Transportation Safety Board (NTSB) ergab später, dass das Flugzeug das Boeing-Werk ohne entscheidende Bolzen verlassen hatte, die den Türstopfen hätten sichern sollen. Der Rumpf war vom Zulieferer Spirit AeroSystems mit beschädigten Nieten angeliefert worden. Boeing-Mitarbeiter hatten den Stopfen entfernt, um diese Nieten zu reparieren, die Bolzen jedoch nicht wieder eingesetzt. Diese Arbeiten wurden nicht ordnungsgemäß dokumentiert, was eine Inspektion der fehlenden Bolzen verhinderte.
Vorwürfe gegen Boeing und Spirit AeroSystems
Captain Fishers Klage richtet sich auch gegen Spirit AeroSystems. Boeing hatte im Dezember die Übernahme des Großteils von Spirit abgeschlossen, um eine bessere Kontrolle über seine Lieferkette zu erlangen. Die Klage führt an, dass Boeing in der Verteidigung einer Sammelklage im Zusammenhang mit dem Vorfall die Haftung bestritt und angab, seine Produkte seien "unsachgemäß gewartet oder von anderen Personen und/oder Unternehmen als Boeing missbraucht" worden. Dies wurde von Fisher als Versuch gewertet, ihn zum "Sündenbock" für Boeings "zahlreiche Fehler" zu machen.
Emotionale Belastung und Boeings Reaktion
Die Klage betont, dass Boeings Kommentare die "lebensverändernden Auswirkungen" des Vorfalls auf Captain Fisher dramatisch verschärft hätten und er infolgedessen emotionalen Stress erlitten habe. Kurz nach dem Vorfall lobte der damalige CEO von Boeings Verkehrsflugzeugsparte, Stan Deal, in einem internen Memo die Piloten und die Kabinenbesatzung von Alaska Airlines Flug 1282 für ihre sichere Landung. Boeing lehnte eine Stellungnahme gegenüber Business Insider ab und verwies auf das laufende Gerichtsverfahren. Alaska Airlines reagierte außerhalb der US-Geschäftszeiten nicht sofort auf eine Anfrage.